Weihnachtswünsche
Kategorie: kurze Weihnachtsgedichte
Weihnachtswünsche
Wir wünschen Euch zur WeihnachtszeitAutor: Magdalena und Günter
weniger Leid und viel mehr Freud,
weniger Armut und mehr Mut,
weniger Müll und dafür mehr Mitgefühl,
weniger Kleben an alten Sachen,
dafür neue, gute Dinge machen.
Es sollte wieder alles billiger werden
und vor allem - Friede auf Erden.
- 1. Ausführliche Interpretation des Gedichts
- 2. Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- 3. Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
- 4. Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- 5. Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- 6. Wie lang dauert der Vortrag?
1. Ausführliche Interpretation des Gedichts
Das Gedicht "Wir wünschen Euch zur Weihnachtszeit" stellt einen modernen und zugleich tiefgründigen Weihnachtswunsch dar. Es bricht bewusst mit der oft konsumorientierten Heiterkeit der Festtage und formuliert stattdessen ein soziales und ethisches Programm. Die Struktur basiert auf einer klaren Antithese: Jeder Zeile, die ein zu reduzierendes Übel benennt ("weniger Leid", "weniger Armut", "weniger Müll"), wird eine positive, erstrebenswerte Qualität gegenübergestellt ("mehr Freud", "mehr Mut", "mehr Mitgefühl"). Diese Gegenüberstellung verleiht dem Text eine kraftvolle, appellative Dynamik.
Besonders bemerkenswert ist die konkrete zeitgenössische Referenz in der Zeile "weniger Kleben an alten Sachen". Diese Formulierung kann auf zwei Ebenen gelesen werden: Einerseits als Aufruf, sich von materiellen Besitztümern und überholten Traditionen zu lösen, andererseits als sehr direkter Kommentar zu modernen Protestformen. Sie verankert das Gedicht fest in der Gegenwart. Der Wunsch, "neue, gute Dinge" zu machen, weist über den Moment hinaus und betont aktives, zukunftsgerichtetes Handeln. Die abschließenden Zeilen verbinden dann das sehr irdische Anliegen, dass "alles billiger werden" möge - ein drängendes Thema in Zeiten der Inflation - mit dem ultimativen, zeitlosen Weihnachtsideal: "Friede auf Erden". Damit schließt sich der Kreis von Alltagssorgen und transzendentem Hoffen, was den besonderen Reiz dieses Textes ausmacht.
2. Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Das Gedicht erzeugt eine vorwiegend nachdenkliche und hoffnungsvolle Stimmung, die von einem leisen, aber bestimmten Appellcharakter durchzogen ist. Es ist nicht einfach nur fröhlich oder besinnlich, sondern regt zur Reflexion an. Der Leser wird eingeladen, die eigenen Weihnachtswünsche zu hinterfragen und sie um gesellschaftliche Dimensionen zu erweitern. Die Stimmung ist dabei nicht vorwurfsvoll, sondern eher ermutigend und verbindend ("Wir wünschen Euch"). Die klare, rhythmische Sprache verleiht dem Ganzen eine gewisse Zuversicht und Entschiedenheit. Es ist die Stimmung eines Menschen, der sich nach einem substanziellen, wahrhaftigen Fest sehnt, das nicht im Oberflächlichen verharrt.
3. Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
Dieses Gedicht ist vielseitig einsetzbar und passt besonders gut zu Anlässen, die Raum für inhaltliche Tiefe bieten:
- Moderne Weihnachtsfeiern im Freundes- oder Kollegenkreis, bei denen neben Geselligkeit auch ein Gedankenaustausch stattfinden soll.
- Adventskaffees oder vorweihnachtliche Treffen von Gemeindegruppen, Sozialinitiativen oder Teams, die sich mit Themen wie Nachhaltigkeit oder Gemeinwohl beschäftigen.
- Als Text in einer persönlichen Weihnachtskarte, wenn Sie Ihren Wünschen mehr Gewicht verleihen möchten als einem standardisierten "Frohe Weihnachten".
- Als Impuls oder Lesung in einem nicht-traditionellen, thematisch offenen Weihnachtsgottesdienst, der aktuelle gesellschaftliche Fragen aufgreift.
- Als Einstieg oder Abschluss einer Weihnachtsrede in einem Verein oder Unternehmen, das soziale Verantwortung betont.
4. Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Das Gedicht spricht primär Erwachsene und Jugendliche ab etwa 14 Jahren an. Diese Zielgruppe verfügt über das notwendige Weltverständnis und die Lebenserfahrung, um die genannten Gegensätze (Armut/Mut, Müll/Mitgefühl) in ihrer vollen Tragweite zu erfassen. Jugendliche, die sich zunehmend mit gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen, finden in dem Text einen prägnanten Ausdruck ihrer eigenen Wünsche und Kritik. Auch für Senioren, die die Weihnachtsbotschaft oft jenseits des rein Materiellen suchen, bietet das Gedicht anregenden Gesprächsstoff. Die einfache Sprache macht es zugänglich, während die Inhalte zur Diskussion einladen.
5. Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Für Kleinkinder und jüngere Grundschulkinder: Die Begriffe sind zu abstrakt, und es fehlen erzählerische Elemente wie der Weihnachtsmann, der Christbaum oder eine konkrete Geschichte, die diese Altersgruppe fesselt.
- Für rein traditionelle, konservative Weihnachtsfeiern, die ausschließlich auf klassische Symbolik (Krippe, Engel, Stille Nacht) und ungetrübte Festtagsfreude setzen. Das Gedicht könnte hier als zu politisch oder kritisch empfunden werden.
- Für rein unterhaltsame Anlässe ohne inhaltlichen Anspruch, wie eine firmeninterne Weihnachtsfeier mit rein geselligem Charakter. Der Text würde möglicherweise als zu schwer oder anklagend wirken.
6. Wie lang dauert der Vortrag?
Der Vortrag des Gedichts dauert bei einem bedächtigen, deutlichen und betonenden Vorlesen etwa 25 bis 35 Sekunden. Diese kurze Dauer macht es perfekt für die Integration in verschiedene Programmpunkte, ohne den zeitlichen Rahmen zu sprengen. Sie können es beispielsweise als pointierten Abschluss einer Ansprache verwenden, als eigenständigen Impuls in einer Feier oder auch mehrfach wiederholen lassen, um die antithetische Struktur noch stärker hervorzuheben. Planen Sie für einen Vortrag mit einer kurzen einleitenden Erläuterung zum Hintergrund oder der Intention des Gedichts ruhig eine bis anderthalb Minuten ein, um den Zuhörern den vollen Zugang zu diesem besonderen Weihnachtswunsch zu ermöglichen.
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