besinnliche Weihnachtsgedichte
Weihnachten ist die Zeit der Besinnlichkeit. Es wird früh am Nachmittag dunkel, draußen ist es kalt und im Haus kann es sich gemütlich gemacht werden. Das Jahr neigt sich ferner dem Ende zu, sodass jetzt die Zeit ist, um es Revue passieren zu lassen. Christen nutzen die Weihnachtstage, um sich an die Geburt Jesus zu erinnern und den Glauben in Stille zu feiern. Besinnliche Weihnachtsgedichte sind eine ausgezeichnete Möglichkeit, um das Fest feierlich zu begehen. Sie liefern Gedankenanstöße und greifen den Zauber der Feiertage hervorragend auf.
Viele berühmte Poeten und Literaten haben sich dem Lichterfest mit besinnlichen Weihnachtsgedichten gewidmet. Darunter finden sich unter anderem Fontane, Goethe und Rilke. Häufig wird der religiöse Aspekt des Weihnachtsfestes aufgegriffen, aber gelegentlich handelt es sich ebenfalls um weltliche Themen. Es geht um Familie, Heimweh und verlorene Lieben. Stets ist in den besinnlichen Weihnachtsgedichten jedoch die spezielle Magie des Festes zu spüren, die Kraft und Milde für das kommende Jahr spendet.
Inhaltsverzeichnis
- Liste: Besinnliche Weihnachtsgedichte
- Was macht ein Weihnachtsgedicht wirklich besinnlich?
- Die drei Strömungen besinnlicher Weihnachtslyrik
- Praktischer Ratgeber: Wann welches besinnliche Gedicht?
- Vortragstipps: So lesen Sie besinnliche Gedichte wirkungsvoll vor
- Besinnliche Gedichte in verschiedenen Lebensaltern
- Die heilende Kraft besinnlicher Weihnachtsgedichte
- Besinnliche Gedichte im digitalen Zeitalter
- Besinnliche Weihnachtsgedichte selbst verfassen
- Historischer Hintergrund: Warum gerade Weihnachten zur Besinnlichkeit einlädt

1. Besinnliche Weihnachtsgedichte
Klicke Dich durch unsere besinnlichen Weihnachtsgedichte. Los geht's!
Weihnachten
Ich sehn' mich so nach einem LandAutor: Hermann Hesse
der Ruhe und Geborgenheit
Ich glaub', ich hab's einmal gekannt,
als ich den Sternenhimmel weit
und klar vor meinen Augen sah,
unendlich großes Weltenall.
Und etwas dann mit mir geschah:
Ich ahnte, spürte auf einmal,
daß alles: Sterne, Berg und Tal,
ob ferne Länder, fremdes Volk,
sei es der Mond, sei's Sonnnenstrahl,
daß Regen, Schnee und jede Wolk,
daß all das in mir drin ich find,
verkleinert, einmalig und schön
Ich muß gar nicht zu jedem hin,
ich spür das Schwingen, spür die Tön'
ein's jeden Dinges, nah und fern,
wenn ich mich öffne und werd' still
in Ehrfurcht vor dem großen Herrn,
der all dies schuf und halten will.
Ich glaube, daß war der Moment,
den sicher jeder von euch kennt,
in dem der Mensch zur Lieb' bereit:
Ich glaub, da ist Weihnachten nicht weit!
Weihnachtsglocken
O Winterwaldnacht, stumm und her,Autor: Karl Stieler
mit deinen eisumglänzten Zweigen,
lautlos und pfadlos, schneelastschwer,-
wie ist das groß, dein stolzes Schweigen!
Es blinkt der Vollmond klar und kalt;
in tausend funkelharten Ketten
sind festgeschmiedet Berg und Wald,
nichts kann von diesem Baum erretten.
Der Vogel fällt, das Wild bricht ein,
der Quell erstarrt, die Fichten beben;
so ringt den großen Kampf ums Sein
ein tausendfaches banges Leben.
Doch in den Dörfern traut und sacht,
da läuten heut` zur Welt hinieden
die Weihnachtsglocken durch die Nacht
ihr Wunderlied - vom ew`gen Frieden.
Morgen kommt der Weihnachtsmann
Morgen kommt der Weihnachtsmann,Autor: Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Kommt mit seinen Gaben.
Trommel, Pfeife und Gewehr,
Fahn und Säbel und noch mehr,
Ja ein ganzes Kriegesheer,
Möcht' ich gerne haben.
Bring' uns, lieber Weihnachtsmann,
Bring' auch morgen, bringe,
Musketier und Grenadier,
Zottelbär und Panthertier,
Ross und Esel, Schaf und Stier,
Lauter schöne Dinge.
Doch du weißt ja unsern Wunsch,
Kennest unsere Herzen.
Kinder, Vater und Mama,
Auch sogar der Großpapa,
Alle, alle sind wir da,
Warten dein mit Schmerzen.
Advent das ist die stille Zeit
Advent das ist die stille Zeit,Autor: unbekannt
Die Tage schnell verrinnen.
Das Fest der Liebe ist nicht weit,
Fangt an euch zu besinnen!
Es gab wohl manchmal Zank und Streit
Ihr habt euch nicht vertragen.
Vergesst das Jetzt und seid bereit,
Euch wieder zu vertragen.
Denn denk nicht nur ans eigene Glück,
Du solltest danach streben.
Und anderen Menschen auch ein Stück
Von deiner Liebe geben.
Der eine wünscht sich Ruhm und Geld,
Die Wünsche sind verschieden.
Ich wünsche für die ganze Welt
Nur Einigkeit und Frieden.
Weihnachtsfreude
Der Winter ist gekommenAutor: Robert Reinick
Und hat hinweg genommen
Der Erde grünes Kleid.
Schnee liegt auf Blütenkeimen,
Kein Blatt ist an den Bäumen,
Erstarrt die Flüsse weit und breit.
Da schallen plötzlich Klänge
Und frohe Festgesänge
Hell durch die Winternacht.
In Hütten und Palästen
Ist rings in grünen Ästen
Ein bunter Frühling aufgewacht.
Wie gern doch seh ich glänzen
Mit all den reichen Kränzen
Den grünen Weihnachtsbaum;
Dazu der Kindlein Mienen,
Von Licht und Lust beschienen;
Wohl schön're Freude gibt es kaum!
Herrliche Weihnachtszeit
O schöne, herrliche Weihnachtszeit!Autor: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Was bringst du Lust und Fröhlichkeit!
Wenn der heilige Christ in jedem Haus
Teilt seine lieben Gaben aus.
Und ist das Häuschen noch so klein,
So kommt der heilige Christ hinein,
Und alle sind ihm lieb wie die Seinen,
Die Armen und Reichen, die Großen und Kleinen.
Der heilige Christ an alle denkt,
Ein jedes wird von ihm beschenkt.
Drum lasst uns freuen und dankbar sein!
Er denkt auch unser, mein und dein!
Es ist Advent!
Die Blumen sind verblüht im Tal,Autor: Friedrich Wilhelm Kritzinger
Die Vöglein heimgezogen;
Der Himmel schwebt so grau und fahl,
Es brausen kalt die Wogen.
Und doch nicht Leid im Herzen brennt:
Es ist Advent!
Es zieht ein Hoffen durch die Welt,
Ein starkes, frohes Hoffen;
Das schließet auf der Armen Zelt
Und macht Paläste offen;
Das kleinste Kind die Ursach kennt:
Es ist Advent!
Advent, Advent, du Lerchensang
Von Weihnachtsfrühlingstunde!
Advent, Advent, du Glockenklang
Vom neuem Gnadenbunde!
Du Morgenstrahl von Gott gesendt!
Es ist Advent.
Weihnachten
Zwar ist das Jahr an Festen reich,Autor: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Doch ist kein Fest dem Feste gleich,
Worauf wir Kinder Jahr aus Jahr ein
Stets harren in süßer Lust und Pein.
O schöne, herrliche Weihnachtszeit,
Was bringst du Lust und Fröhlichkeit!
Wenn der heilige Christ in jedem Haus
Teilt seine lieben Gaben aus.
Und ist das Häuschen noch so klein,
So kommt der heilige Christ hinein,
Und Alle sind ihm lieb wie die Seinen,
Die Armen und Reichen, die Großen und Kleinen.
Der heilige Christ an Alle denkt,
Ein Jedes wird von ihm beschenkt.
Drum lasst uns freu'n und dankbar sein!
Er denkt auch unser, mein und dein.
Weihnachten
Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle,Autor: Joachim Ringelnatz
Mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit,
Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle
Schöne Blumen der Vergangenheit.
Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise,
Und das alte Lied von Gott und Christ
Bebt durch Seelen und verkündet leise,
Dass die kleinste Welt die größte ist.
Ein Stern führt durch die Nacht
Ein Stern führt durch die Dunkelheit und leuchtet durch die Nacht.Autor: unbekannt
Er kündigt uns den Heiland an, denn bald ist heilige Nacht.
Er bringt uns Hoffnung, stille Freude, das Wunder ist so nah
und alle Jahre wieder, dann wird es wieder wahr.
Die schönste Zeit des Jahres
Wenn weiße Flocken zur Erde gleiten,Autor: Kay Lenz
und Kinder freudig Schlitten fahr´n,
wenn Mütter Plätzchen zubereiten,
dann ist die schönste Zeit ganz nah.
Der Vater stolz vor lauter Glück,
mit Lamettaglanz den Christbaum schmückt.
Denn wenn die Kinder kommen heim,
dann muss alles ganz festlich sein.
Der Abend naht, es ist soweit,
die Schwester trägt ihr bestes Kleid,
Sie treten in das Zimmer ein,
wo sie erwartet, ein heller Schein.
Voll Pracht und Glanz steht er nun da,
der Christbaum geschmückt, so wunderbar.
Die Mutter möchte ein Liedchen anstimmen,
denn die Kinder sollen für das Christkind singen.
Und kurz darauf ertönt aus dem Raum,
die fröhliche Melodie von „Oh Tannenbaum“.
Wenn die Kinder dann eilig die Päckchen auspacken,
ist die Mutter dabei, eine Walnuss zu knacken.
Auf einmal wird es leis im Haus, und alle schauen zum Fenster raus.
Sie sehen die Schneeflocken tanzen und springen,
und hören aus der Fern, die Glocken erklingen.
Da besinnt sich die Familie und ihnen wird klar,
die schönste Zeit des Jahres, nun ist sie da.
Fröhliche Weihnachten!
Kum tram mit mir....
I hob tramt i bin a EngalAutor: Sylvia Seidl
und Weihnachtn woa - i bin obe gflogn vom Himmel
zu de Mensch’n auf die Erd’
und hob ma ihre Wünsche ang’hört
Die Stimmung in d’Häusa war g’miatlich u. schen
und die Kinda, de woit’n des Christkind scho sehn
sie g’frein sie aufs Christkind kennans gor net erwort’n
schaun im Finstan durchs Fensta in Gart’n
und pst.. nur net zu laut
weu sies Christkind ja sunst net eina traut
Und allas waoa g’schmückt und da Schnee is g’foin
da hob i ma ang’hört, was die Mensch’n so woin
Ja… Weihnacht’n …
I hob tramt i bin a Engal
und bring die Geschenke, erfüll jeden Wunsch….
Wos ? stimmt net ? Na leida ned ganz….
Es gibt Wünsche, de san net zu erfüllen
von niemand’n, beim bestem Wüll’n
losst’s mi erklärn um was do geht
damit’s a jeda glei vasteht
do woa in mein traum wer, der hat mi gebet’n
doch bitte seinen Liebsten zu rett’n
sein Wunsch war, moch eam so g’sund wie wir
i gabat mei Hab und Gut dafür
und jedn Tag tuat er drum i bet’n
denn nur a Wunda kann eam rett’n
Nur des is sei Wunsch den er begehrt
ois andre hat für ihn kann Wert
Dein Wunsch hob i g’sagt, kann i net erfülln
Daun hob i eam aug’schaut, kurz nochgedocht,
weu des hat mi wirklich sehr traurig g’mocht
dann hob i g’sagt wast wos:
es gibt da wos – i schick das vorbei
pass guat drauf auf und lass nie mehr los
es is die Hoffnung – kennst’as
sie soi immer bei dir sei
soll die begleit’n in schweren Zeiten
soll dein Licht sein und dein Glaube
deine Zukunft und dein Jetzt
und Trost dir Spenden wenn Du schwankst
... und dann bin i aufg’wacht - wos woa des jetzt
a Traum - die Wirklichkeit ...?
I hob tramt i bin a Engal
Eine tolle Weihnachtszeit
Asyl schallt' s hallend durch die Nacht,Autor: Theresa
Schlägt in mein Herz, dass es vor Kälte erstarrt!
Kann mich zunächst fast nicht bewegen,
Doch dann erreicht mich Gottes Segen.
Die Stimme in mir sagt 'öffne Dein Haus',
dann sieht es nicht nur nach Weihnachten aus.
Licht und Liebe durchdringen mein Herz
Das Fest der heiligen Nacht ohne Schmerz!
Öffnet die Türen, die Tore macht weit,
Erleben könnt Ihr eine tolle Weihnachtszeit.
Weihnachten und der Zeiger der Uhr
Weihnachten – jene Zeit, in der man glaubt, dass die Zeit jedes Jahr schneller vergeht,Autor: Michaela Glanz
dabei sich der Zeiger der Uhr immer gleich schnell dreht.
Es sind die schönen Momente, die viel zu schnell vergehen,
zuerst ist die Vorfreude da, dann bereits auch wieder geschehen.
Wir wollen den Augenblick festhalten,
in schönen Momenten die Zeit anhalten.
Was hat es auf sich mit der Zeit, die nach wie vor immer schneller vergeht,
wobei sich der Zeiger der Uhr immer gleich schnell dreht?
Es ist die gefühlte Zeit der schönen Momente, die verfliegt,
es scheint als hätte wieder einmal die Zeit gesiegt.
Bei unangenehmen Angelegenheiten scheint die Zeit nicht zu vergehen,
wer kennt es nicht jede Minute auf die Uhr zu sehen?
Welche Schlussfolgerung ziehen wir daraus, dass einem das Jahr meist viel zu schnell vergeht,
während sich der Zeiger der Uhr immer noch gleich schnell dreht?
Es sind scheinbar die schönen Momente, die überwiegen,
vielleicht oft viel zu wenig festgehalten – sie verfliegen.
Was können wir tun, um die Zeit wieder bewusster zu erleben,
um schönen Momenten eine lang andauernde Bedeutung zu geben?
Wer erinnert sich nicht gern an Weihnachten in seiner Kindheit zurück,
als unsere Augen beim Betrachten des Christbaums strahlten vor Glück?
Die kindliche Vorfreude vor dem Weihnachtstag,
ob das Christkind wieder einen schönen Baum und Geschenke bringen mag?
Ein herrlicher Duft von Lebkuchen, Zimt und Orangen lag in der Luft,
aus der Küche vom Weihnachtsschmaus bereits der Duft.
Es ist die Zeit davor, die man so bewusst hat wahr genommen,
bis der Heilige Abend war gekommen.
Der Adventkalender, bei dem man jeden Tag ein Türchen aufmachte,
der Adventsonntag, den man mit Keksen, Liedern und Geschichten verbrachte.
Der Brief an das Christkind, den man sich lange und gut überlegte,
bevor man ihn auf das Fensterbrett legte.
Gemeinsam gebacken und Kekse verziert,
einen Adventmarkt besucht und im Schnee spaziert.
Einen Schneemann gebaut
und ihn dann vom Fenster aus angeschaut.
Jahre zurück hat man viele Einzelheiten als Erinnerungen abgespeichert,
dieser Schatz an Erinnerungen jeden Einzelnen von uns bereichert.
Es ist wichtig die Augenblicke des Lebens bewusst zu leben,
diesen eine besondere Bedeutung zu geben.
Sie sind es, die unsere Erinnerungen ausmachen,
und die Gedanken daran nach wie vor Freude und positive Gefühle entfachen.
Der Schlüssel der Kindheit war es, die Weihnachtszeit sehr bewusst zu erleben,
und somit den Erinnerungen einen sehr hohen Stellenwert geben.
Wenn wir uns wieder denken, dass sich der Zeiger der Uhr viel zu schnell dreht,
und die Zeit uns viel zu schnell vergeht,
denken wir an unsere Kindertage und versuchen Ereignisse bewusster zu erleben,
den Dingen, die wir für selbstverständlich erachten, eine größere Bedeutung zu geben.
Dieses Jahr wünsche ich Euch, dass ihr Weihnachten wieder mit anderen Augen seht,
nicht daran denkt, wie schnell die Zeit vergeht.
Dass jeder die Erinnerungen festzuhalten besser versteht,
denn der Zeiger der Uhr sich immer gleich schnell dreht.
2012
Die Weihnachtsnacht
In der Dämm'rung dieses AbendsAutor: Christopher von Greverode
liegt so stille Seligkeit;
jeder Mensch des kleinen Dorfes
weiß genau: Es ist soweit!
Vom Himmel leuchten viele Sterne
auf das schneebedeckte Land,
und in Stuben überglücklich
steh'n die Menschen Hand in Hand.
Draußen auf den weißen Feldern
bis zum tiefen Wald hinan
hört man leise Glocken klingen –
glücklich ist heut' jedermann.
Und wenn man's genau beachtet,
horchend mit gespitztem Ohr,
hört man leise aus dem Himmel
singen einen Engelschor.
Er singt so still und auch so leise
hinab auf unsre Erde,
er singt auf wunderbare Weise,
daß es bald Friede werde!
Weihnachten von Rudi
Die Weihnacht ist gekommen es grüßen weit und breitAutor: unbekannt
die frohen Kinderherzen die heilige Jubelzeit.
Am düsteren Waldessaume da steht ein kleines Haus
das weiß nichts von dem Feste, das sieht so traurig aus.
Die Mutter sitzt am Tische und starret vor sich hin,
was geht in dieser Stunde der Armen durch den Sinn?
Da öffnet sich die Türe ihr blasses Kind erscheint
"Oh Mutter" ruft der Kleine "das muß man aber sehn,
wie unsere Nachbarskinder ums Weihnachtsbäumchen stehn.
Da brennen viele Lichtlein, ist helle wie am Tag
die Zweiglein tragen Gaben, wie man sie wünschen mag.
Und Sachen wunder niedlich Spielzeug ist auch dabei
und schöne neue Kleidchen und Naschwerk mancherlei.
Das Christkind hats den Kleinen zum Weihnachtsfest gebracht.
Weil sie so brav gewesen hat es an sie gedacht.
Oh Mutter, liebe Mutter hab ich dich wohl gekränkt,
bin ich nicht brav gewesen, daß es an mich nicht denkt?"
Die Mutter faßt das Büblein und drückt es fest ans Herz
und sagt mit halb ersticktem Schmerz:
"Oh gräm dich nicht mein Lieber, du bist ein braves Kind
das unserer Nachbarskinder gewiss nicht braver sind.
Doch gibt es viele Häuschen und viele Kindlein drin,
das Christkind kann auf einmal doch nicht zu Allen hin."
Das Büblein ist zufrieden, es sieht die Tränen nicht,
die aus Mutters Augen im schnellen Laufe bricht.
Ein Jahr ist nun vorüber. Weihnacht ist wieder da
die Mutter strickt am Tische, klein Büblein ist ihr nah.
Sie faltet still die Hände und seufzt "Mein lieber Sohn
du bist im Paradies, 10 lange Monate schon.
Dort steht gewiss ein Bäumlein für dich in goldener Pracht,
dort schenkt dir schöne Gaben die frohe Weihnacht.
Doch ich arme Mutter, ich habs nicht so gemeint."
sie hält die Hand vors Auge und senkt das Haupt und weint.
Weihnacht
Weihnacht,Autor: Susanne Ulrike Maria Albrecht
Weißer, weicher Schnee
Fällt auf die Erde nieder,
Gefroren ist der Weiher.
In allen Häusern sind die
Menschen aufgeregt, weil
an Weihnacht jeder
Mensch geheime
Wünsche hegt und
Wunder in Erfüllung gehen.
Der helle Stern
Der Stern, der jede Seel' erfreuet,Autor: unbekannt
dass sie aufs Neue hoffen lern',
der Himmelsgold zur Erde streuet -
das ist der Weihnacht heller Stern.
Weihnachten
Weihnachten frohes Fest,Autor: Claudia Driediger
trotzdem voll im Stress.
Weihnachtskuchen backen,
und Geschenke einpacken.
Familienfest vorbereiten,
doch trotzdem noch Streiten.
Weihnachtsbaum schmücken,
in allen feinsten Stücken.
Doch was ist wirklich wichtig?
Alles haben ganz richtig?
Oder das Christkind?
Wo wir doch alle gleich sind.
Jesus kam auf der Welt,
ohne Gold und Geld.
Jesus war nicht Reich,
machte trotzdem unsere Herzen weich.
Darum feiern wir Weihnacht heut,
denn alle sind erfreut.
Dass Jesus gebar,
und eins für uns hier war.
Stern der Sehnsucht
Stern der Sehnsucht,Autor: Raina Jeschke
hoch am Himmel,
leuchte hell durch dunkle Nacht.
Bringe allen Menschen Hoffnung,
die dein sanftes Licht bewacht.
Weck die Hoffnung in den Herzen,
Derer, die vom Hass zerstört,
dass ein jeder von uns Menschen,
noch das Lied der Liebe hört.
Hass und Liebe sind die beiden
Pole der Unendlichkeit
und wir Menschen wandern alle,
durch die Zeit zur Ewigkeit.
Lass uns mit dem Herzen sehen,
unsern Weg durch Raum und Zeit,
lass uns nicht verloren gehen
in der kalten Dunkelheit.
Nur die Liebe kann verhindern, dass wir für immer in der Unendlichkeit des Seins verloren gehen.
Weinachtswünsche
Ich wünsche mir einen langen TagAutor: Helmut Zöpfel
ganz ohne alle Uhren
Und auch Erwachsene, die nicht stets auf Terminal luren.
Ich wünsche mir Papa mit viel Zeit für mich und meine Fragen
Und das Erwachsene nicht so oft nur jammern oder klagen.
Ich wünsche mir, dass man mich mal fragt, warum ich manchmal weine.
Ich wünsch mir,dass man mir mal sagt:
Ich mag dich, meine Kleine!
Ich wünsche mir, dass man nicht stehtst mahnt,
nicht jetzt,denk doch an später!
Ich wünsch mir, dass ich ich sein darf
und nicht ein Man und Jeder
Ich wünsch mir Lehrer mit Humor und solche,die gern lachen.
Daß ich nicht nur gescheit sein muß, mal träumen darf im Wachen.
Frohe Gesichter um mich rum,
die nicht im Alter rosten.
Bekomm die wünsche ich erfüllt?
Wohl kaum weil sie nichts kosten.
Dezember
Dezember lässt die Tage dunkeln,Autor: Karin Heinrich
schon nachmittags beginnt die Nacht.
Laternen, Sterne, Kerzen funkeln,
der Weihnachtsmarkt hat aufgemacht.
Mit Hektik rennt beim Einkaufsbummel
so mancher suchend durch die Stadt,
es steigert sich der Weihnachtsrummel,
bis jeder die Geschenke hat.
Man schuftet, rackert, bäckt, putzt, fummelt
und stimmt sich ein aufs Weihnachtsfest,
je schneller sich ein jeder tummelt,
so müder fällt er spät ins Nest…
Das Wichtigste wird oft vergessen,
das, was im Leben wirklich zählt.
Doch du allein kannst es ermessen,
was du besitzt und was dir fehlt.
Was wünsch ich mir in diesen Tagen?
„Gesundheit, Frieden, etwas Zeit
und deine Liebe“, werd‘ ich sagen,
„und dass es Weihnachten mal schneit.“
Gedanken zur Weihnacht
Was ist Weihnacht?Autor: Rolf Robens
Das Fest der Heiligen Nacht?
Eine Stunde in der Kirche sitzen,
die Gans, die muss im Ofen schwitzen,
der Tisch ist auf Weihnacht toll getrimmt,
damit auch ja das Umfeld stimmt.
Die Kinder schauen auf die Uhr,
von Andacht ist da keine Spur,
hoffentlich geht alles klar,
was an Wünschen offen war,
Papa´s Weihnachtsgeld war eingeplant,
er hat nichts davon geahnt.
Die Predigt geht an uns vorüber,
Geschenke sind uns allemal viel lieber.
Was interessiert uns „Brot für die Welt?“
Wir haben alles Brot, Wurst und Geld.
Von uns werden sie genug noch kriegen,
wenn wir nächstes Jahr in die „DOMREP“ fliegen.
Die Stunde ist nun langsam um,
der Pastor dreht sich zu uns herum,
er will uns seinen Segen geben,
dafür sollen wir für „Brot für die Welt“ was geben.
Was kümmert uns die dritte Welt,
dafür haben wir kein Geld.
Wir haben schließlich andere Sorgen
und können nicht für Fremde sorgen,
wir lassen die Kollekte an uns vorüber gehen,
vielleicht klappt es im nächsten Jahr, wir werden sehen.
Endlich ist die Kirche aus,
ab in´s Auto und nach Haus.
Weihnachten, wie es früher einmal war,
daran zu denken, wie Maria unsern Herrn gebar,
am Weihnachtsbaum ein Lied zu singen
dem Herrn ein Dankgebet zu bringen?
Früher hatten wir ja Zeit, nur kein Geld,
heute ist es anders rum bestellt.
Wir sollten uns doch wirklich fragen,
gerade an weihnachtlichen Tagen,
ob es so viel besser ist,
wenn man Andere vergisst,
Weihnacht ist das Fest der Welt,
für alle Menschen, auch die, in der dritten Welt.
Besinnung auf das Wesentliche
Haben wir verlernt, die Weihnachtszeit zu leben:Autor: Michael Luber
Konsum und Hektik, anstelle uns mehr Zeit zu geben?
Dabei kann es so einfach sein, zu schenken –
zur Ruhe kommen und mit dem Herzen denken:
Mehr Zeit für Familie, Freunde und auch Fremde.
Besinnung auf das Wesentliche – reicht euch die Hände.
Da wurde Weihnachten
Der Heilige Geist suchte ein MädchenAutor: Vera-Regina aus Österreich
aus ehrbarem Haus
und wählte sich Maria aus.
Dann ließ er ihr verkünden,
sie wird ein Kind gebären,
Jesus Christus, der Messias,
soll es werden.
Marias Eltern waren arm,
und konnten sich nicht wehren,
und Josef war ihr Ehemann,
Maria sollte ihm gehören.
So kam es, dass Maria
vom Heiligen Geist empfing,
und schwanger war.
Da hatte sie nun die Bescherung,
ohne ihre Schuld
musste sie das Kind austragen,
und ertrug es mit Geduld.
Dann war in jenen Tagen
eine Volkszählung
auf Befehl von Kaiser Augustus.
Josef und Maria
wanderten nach Bethlehem,
wo ihre Registrierung war.
Sie fanden kein Quartier,
so viele waren hier.
Man bot ihnen nur einen Stall.
Dort kam Marias Kind
ganz ärmlich auf die Welt.
Ein Engel hat geschwind
es all den Hirten erzählt.
Sie kamen herbei
und sahen die Heilige Familie,
die glücklichen Drei.
Sie brachten ihnen die Botschaft,
verkündet vom Engel des Herrn,
und wie es auch sei,
über dem Stall war ein Stern.
Maria und Josef freuten sich
und dachten darüber nach.
In einer Futterkrippe lag wirklich
Jesus, frisch geboren und wach.
Da wurde Weihnachten
zum Fest der Liebe für Christen.
Weihnachtszeit Oh Weihnachtszeit
Weihnachtszeit Oh Weihnachtszeit,Autor: Die Brandiser Wichtel
ach jetzt ist es schon soweit.
Die Flocken fallen,
der Chor der singt
und die Glocke ja die klingt
Ach du lieber Weihnachtsmann,
komm doch in mein Stübchen
Ich freu mich schon
und war bestimmt ein sehr artiges Bübchen.
Ach du lieber Weihnachtsmann,
weiß nicht was ich mir wünschen kann.
Hast du vielleicht etwas in deinem Sacke,
was ich kann mir packe?
Ho Ho Ho!
Ich bin Moritz der Weihnachtsmann
Und werde für dich tun was ich kann
Doch warst du auch ein guter Junge?
Gib gut Acht!
Süßigkeiten gibt es nur für die Guten
und für die Bösen nur die Ruten!
Ich war immer ein artiger Racker und vor den Mädchen nie ein cooler Macker.
Nun gut hier dein Geschenk was ich dir gebe
Ich hoffe du kannst damit lebe.
Ach du lieber Weihnachtsmann
Das ein Geschenk von großen Werte,
Ich mach auch keine Scherze.
Ach das macht mich wirklich froh,
Ho Ho Ho, Ho Ho, Ho Ho.
Doch jetzt muss ich rauf auf meinen Schlitten,
denn meine Rentiere wollen werden von mir geritten.
Weihnachtszeit Oh Weihnachtszeit,
Ach jetzt ist es schon so weit.
Das war eine Heiterkeit.
Papa Noel er kam er ging,
und nun kann ich weiter singen
Hallelujah
Frieden mus her
Schon wieder naht das Fest der Feste,Autor: Beate Gerke
schon wieder um ein Jahr.
Die Kälte kommt, man spürt die Reste,
von Sorge bang der Blick was war.
Wie kann das sein, so fragt man sich,
dass Kranke nun regieren.
Das irre Clowns ganz selbstherrlich,
mit Bomben jetzt jonglieren?
Ich sag´s ganz laut, ich fürchte mich,
was muss denn noch passieren?
Den dritten Weltkrieg braucht man nicht
wir ALLE, DU und ICH, wir würden nur verlieren.
Weihnachtszeit
Kleiner, grüner Tannenbaum-Autor: Karin Buss
steht im Wald, man sieht ihn kaum.
Eiskristalle rieseln nieder,
liegt wie wattiges Gefieder
wohlig weiß der Winterflaum.
Eine Spätzin plustert leise
sich ins warme weiche Nest,
ebenso die blaue Meise,
es beginnt das Weihnachtsfest.
Von den Türmen schallet wider-
weithin heller Glockenklang,
aus den Häusern klingen Lieder,
Kinderaugen werden blank.
Baum und Spatz und Menschenkind,
alles was hier lebt hernieden,
ist ganz still - wünscht sich geschwind:
Eine Weihnachtszeit im Frieden!
Weihnachtswunsch
Ein jeder nur an sich denkt:Autor: Frauke Bärenfänger
Was bekomme ich geschenkt?
Gestresst, genervt eilt durch den Tag
ob er heut noch Freude bringen mag?
Sich wünscht es wäre bald vorbei
Mit dieser dunklen Jahreszeit.
Wo bleibt die Freud, die Bescheidenheit,
besonders in der Weihnachtszeit.
Sich einfach zu freuen, zusammen zu sein
mit seinen Lieben, - und nicht allein.
Ein Lächeln, ein Küsschen,
und nicht nur ein bisschen.
Die Zeit zu genießen, am kleinen zu Freun
Ach wär das schön.
Nicht nur der Baum
Wenn wir unsere Herzen schmückenAutor: Helga von Oettingen
Und nicht nur den Baum
Wenn wir uns von innen erleuchten
Und nicht nur den Baum
Wenn unsere Augen voll Güte glänzen
Und nicht nur der Baum
Wenn wir Geschenke in Liebe machen
Und nicht nur unter'm Baum
Könnte es tatsächlich Weihnachten werden
Mit einem prächtigen Weihnachtsbaum.
Weihnachtsglück
Weihnacht ist die Zeit des Gebens,Autor: Brigitte Waldner
Freude Schenkens
und des Friedens,
für die Menschen,
für die Tiere,
für die Welt um uns herum.
In den Bergen macht der Himmel
dazu auch die Landschaft weiß,
und der Frost mit seiner Kälte
ist dafür ein fairer Preis.
In der Sonne glitzern alle
zauberhaften Schneekristalle,
die in rauen Winternächten
auch die Dunkelheit erhellen.
Weihnachtslicht
Es kam der Tag, da fragt ich mich,Autor: Lukas Polaczek
Was gibt uns das Weihnachtslicht?
Bringt es die Kassen in den Einkaufszentren zum Klingen?
Versaut es uns die Noten beim Weihnachtssingen?
Ist es Weihnachten, wenn man sich auf der glatten Straße das Schienbein bricht?
Beendet es beim Plätzchen essen unseren Zuckerverzicht?
Bringt es uns Glück, wenn die Christbaumkugel beim Aufhängen in Scherben zerbricht?
Bringt es für einige Tage nur Ruhe in unsre mordlüstern tobende Welt?
Ob der Weihnachtsgans in der Tiefkühltruhe
Weihnachten auch so gefällt?
Bringt es die Waffen zum Schweigen?
Stoppt es für ein paar Tage das Leiden auf den Feldern und den Gräben?
Bringt es kurzzeitig Zurück das Gefühl vom Leben?
Was ist es eigentlich, was die Weihnachtswelt erhellt?
Und dann fällt es mir wieder ein:
Nicht der endlose Kommerz und auch nicht der Zuckerverzicht
Sorgen für das Leuchten auf der Menschen Gesicht!
Es sind die gemeinsamen Stunden, Sekunden,
das Leuchten der Sterne, die Wärme!
Und dann stellt sich mir gleich Frage Nummer Zwei:
Warum ist dies uns das ganze Jahr lang einerlei?
Verflogen
Wie glänzten einst die Augen,Autor: Scheidl Lorenz
Als Heilig Abend war,
Ach wollt ich´s gar nicht glauben,
Es war so wunderbar.
Ertönten einst die Lieder,
Mit so ganz warmem Ton,
So denk ich nun – schon wieder,
S´ist wie der blanke Hohn.
Der Zauber just verflogen,
Die Engel nicht zu sehn,
Wer hat uns so belogen?
Warum musst´s nur Vergehn?
Kann man nicht neu erwecken,
Den Traum der da einst war?
Ich kanns nicht mehr entdecken,
Was´s Kinderherz einst sah.
Der Weihnachtszauber wurd vertrieben,
Durch Kriege, Hass, Gewalt,
Ach wärst du guter Geist geblieben,
Und würdest mit mir alt!
Leise fällt ein Stern vom Himmel
Leise fällt ein Stern vom Himmel,Autor: GK
leuchtet in der dunklen Nacht.
Von Fern erklingen Weihnachtslieder,
still senkt sich die Heilge Nacht.
Weiße Flocken fallen vom Himmel
setzen sich auf Strauch und Baum.
Hört die Glocken aus der Ferne.
Es ist Weihnacht in Stadt und Land.
Engel
Engel gibt´s nicht nur im Himmel,Autor: Sigrid Rönneburg
nein es gibt sie auch auf Erden.
Ein jeder Mensch, wenn er nur will, kann ein Engel werden.
Dazu braucht man keine Flügel und auch keinen Heiligenschein,
jedoch das Herz, gefüllt mit Liebe,
muss am rechten Flecke sein.
Engel schauen wie´s dem Nächsten geht
und wie es um die Alten steht.
Ein Lächeln schenken sie und manch ein nettes Wort.
Wenn man sie braucht, dann sind sie schnell vor Ort.
Mit offenen Ohren hören sie zu
und packen an geschwind im Nu.
Sie können schweigen, wenn sie anderer Leute Sorgen tragen.
Sie handeln ohne lange dumm zu fragen.
Bei ihnen fühlt man sich geborgen,
vergiss den Kummer und die Alltagssorgen.
Engel kehren, schleppen oder kaufen ein.
Sie wollen freundlich stets zur Stelle sein.
Sie schenken uns in dieser schweren Zeit
Mut, Zuversicht und auch Geborgenheit.
Habt Dank ihr Engel von fern und Nah,
denn Ihr seid einfach wunderbar.
Gedanken zur Weihnacht
Was wär an unserm Weihnachten so wunderschön?Autor: Wilfried Grünewald
Wenn wir zusammen alte Weihnachtslieder sängen -
Gemeinsam durch den Schnee des Nachts spazierengehn -
Und alles Leid der Welt aus unserm Sinn verdrängen?
Eiskalte Winde lassen unsere Nasen laufen,
wenn wir noch letzte Weihnachtskäufe machen.
Als könnten Wärme und Geborgenheit wir kaufen.
Wir wollen Plätzchenduft und helles Kinderlachen
und uns nicht regennass zerzauste Haare raufen.
Wenn wir dann lächelnd in der warmen Stube sitzen,
bei trautem Kerzenlicht und viele Sterne blitzen
am Weihnachtsbaum - und wir die Stimme heben
und uns viel Segenswünsche und Geschenke geben.
Wenn wir uns liebevoll umarmen und dann daran denken,
wie wir als Kinder vor der Türe lang gewartet haben.
Bis endlich wir zu süßen Leckereien und Geschenken
hinein gedurft und konnten uns genüsslich laben -
und schließlich unsere Schritte noch zur Krippe lenken.
Wie`s früher so gemütlich war, so wird`s nie wieder sein.
Wir können Zeitenlauf und Jahrgang nicht erwählen -
wir leben heute nur und wandern immer weiter
wenn wir es recht gelebt, dann finden wir uns drein
und hören auf, die schönen Stunden nur zu zählen.
Die Tage sind mal trüb und grau, mal wunderschön und heiter.
Das Fest des Lichtes und der hellen Kerzen,
es soll uns immer sein ein guter Wegbereiter
es leuchtet uns am Wege und in unsere Herzen.
Wir wünschen euch von Herzen schöne Weihnachtstage
und eine gute Woche zwischen beiden Jahren!
Und dass im Neuen Jahr Fortuna zu euch sage:
Viel Glück und Freude soll euch immer widerfahren.
Weihnachtszeit
Weihnachtszeit erreicht das EndeAutor: Frank Wyzujak
Christus ist geboren.
Wir falten selig uns‘re Hände -
Niemand ist verloren.
Der Herr erfüllt mit Seligkeit,
diese uns‘re Erde.
Wir öffnen unsre Herzen weit –
auf dass es Frieden werde.
Wichtig in der Weihnachtszeit
ist - neben gutem Essen -
Trotz allergrößter Heiterkeit:
Den Ander‘n nicht vergessen!
Wer die große Not des Andern
deutlich zu erkennen mag
Dem werden eigne Sorgen dann,
viel viel kleiner Tag für Tag.
So kann man Frieden finden,
in sich und auch in Christ.
Kann Begrenztheit überwinden -
was dann wirklich selig ist.
Herzenszeit
Wie Lichter froh die Zeit doch ist.Autor: Marion L. Grusdat
Ein Zauber, der die Welt umschliesst.
Von Tannenduft und Gebäck erfüllt,
die Freude auf Weihnachten uns tief
in Stress oder Besinnlichkeit hüllt.
Liebe trägt ein jeder still,
man den Liebsten eine Freude machen will.
Geschenke sind ein leises Zeichen,
doch gemeinsame Zeit, die sollte niemals weichen.
Nichts bringt die schönen Momente zurück.
Lass uns geniessen die Stunden,
denn die sind unser Glück.
Die schönsten sind die, die wir teilen;
Drum halt sie tief im Herzen, fest bei dir,
denn wahre Liebe lebt im Hier.
Weihnachten
Weihnachten, die Zeit des Schenkens,Autor: Robert Zöberer
oder doch die des Bedenkens,
dass die Geburt Jesu der tiefere Sinn,
als Sohn Gottes in der kleinen Krippe drin?
Der, der der Welt das Licht hat gebracht
in jener finsteren, heiligen Nacht.
Der in die Welt kam, uns zu erlösen,
der uns lehrte: Lasst ab von dem Bösen!
Dass Friede herrsche in der Welt
und nicht regiere nur das Geld.
Kleine Geschenke mögen schon sein,
als Zeichen, dass wir uns über Ihn freu’n.
Viel wichtiger ist, dass wir uns Liebe schenken,
einander verzeihen, wenn wir uns kränken,
einander Trost geben, wenn wir mal traurig sind,
wie‘s Eltern machen bei ihrem Kind.
Lasst uns fröhlich sein und Freude geben,
das bereichert schließlich auch unser Leben.
So wünschen wir Euch zum Weihnachtsfeste
im richtigen Sinn das Allerbeste!
Bescherung
Bis zur Bescherung bleibt noch etwas Zeit,Autor: Ingrid Nolte
draußen fallen weiße Flocken – es schneit.
Im Kamin knistert ein Feuer und erwärmt den Raum,
sie lehnt sich im Sofa zurück und gleitet in einen Traum.
Ein himmlischer Weihnachtsmarkt lädt zum Verweilen ein,
fröhliche Menschen bitten sie friedlich, mit dabei zu sein.
Beim Blick in die vertrauten Gesichter wird ihr warm ums Herz,
ihr Innerstes ist erfüllt von einem wohligen Schmerz.
Langsam wird sie wach, ist noch im Traum gefangen,
waren nicht all diese Menschen für immer gegangen?
Augenblicklich werden zahlreiche Erinnerungen geweckt,
„kommt herein“, sagt sie: „der Tisch ist für uns alle gedeckt“.
Gleich naht die Familie und wenn Ihr wollt, bleibt über Nacht,
Habt alle zusammen eine frohe Weihnacht!
2. Was macht ein Weihnachtsgedicht wirklich besinnlich?
Nicht jedes Gedicht über Weihnachten ist automatisch besinnlich. Echte besinnliche Weihnachtsgedichte zeichnen sich durch bestimmte Merkmale aus:
- Entschleunigung statt Action: Besinnliche Gedichte verzichten auf hektische Szenen der Geschenkejagd oder turbulente Familientreffen. Sie laden zum Innehalten ein, schaffen Momente der Stille.
- Tiefe statt Oberfläche: Während fröhliche Weihnachtsgedichte oft den äußeren Glanz feiern (Lichter, Geschenke, Festmahl), blicken besinnliche Gedichte nach innen - auf Dankbarkeit, Vergänglichkeit, Hoffnung und Spiritualität.
- Universelle Gefühle: Die besten besinnlichen Weihnachtsgedichte berühren zeitlose menschliche Erfahrungen: Sehnsucht nach Frieden, Erinnerung an Verstorbene, die Suche nach Sinn, die heilende Kraft der Stille.
- Sprachliche Ruhe: Auch der Rhythmus und die Wortwahl tragen zur Besinnlichkeit bei. Sanfte Klänge, lange Vokale und ein meditativer Sprachfluss prägen diese Gedichte.
3. Die drei Strömungen besinnlicher Weihnachtslyrik
1. Religiös-spirituelle Besinnlichkeit
Gedichte wie Matthias Claudius' „Die Engel" oder Eduard Mörikes weihnachtliche Verse knüpfen an die christliche Weihnachtsbotschaft an. Sie reflektieren über die Menschwerdung Gottes, über Demut und göttliche Gnade. Diese Texte eignen sich besonders für Christmetten, Andachten und religiöse Feiern.
- Typische Motive: Krippe, Sterne, Engel, Erlösung, Licht in der Dunkelheit
- Sprachliche Besonderheiten: Oft gehobene, ehrfurchtsvolle Sprache, biblische Anklänge
- Für wen geeignet: Gläubige Christen, kirchliche Veranstaltungen, Menschen mit religiöser Praxis
- Historischer Kontext: Diese Tradition reicht bis ins Mittelalter zurück, als Weihnachtslyrik ausschließlich geistlich war. Die großen religiösen Weihnachtsgedichte des 19. Jahrhunderts (Romantik) verbanden christliche Inhalte mit poetischer Kunstfertigkeit.
2. Philosophisch-existenzielle Besinnlichkeit
Dichter wie Rainer Maria Rilke oder Hermann Hesse nutzen die Weihnachtszeit, um größere Lebensfragen zu stellen: Was bleibt am Ende des Jahres? Wie finden wir Frieden in uns selbst? Wo ist unser Platz im Universum? Diese Gedichte sprechen auch Menschen an, die nicht religiös sind, aber nach Sinn suchen.
- Typische Motive: Jahreswende, Vergänglichkeit, innerer Frieden, Selbsterkenntnis, Kosmos und Mensch
- Sprachliche Besonderheiten: Metaphorisch, symbolreich, oft abstrakt, aber poetisch greifbar
- Für wen geeignet: Nachdenkliche Menschen, Philosophie-Interessierte, spirituell Suchende ohne kirchliche Bindung
- Besonderheit: Diese Gedichte funktionieren oft auch außerhalb der Weihnachtszeit - sie nutzen Weihnachten als Anlass für zeitlose Reflexionen.
3. Emotional-nostalgische Besinnlichkeit
Theodor Fontane, Joseph von Eichendorff und andere romantische Dichter besingen die Weihnacht der Kindheit, die verlorene Heimat, verstorbene Angehörige. Diese Gedichte wecken sanfte Wehmut und erinnern uns daran, was wirklich zählt.
- Typische Motive: Kindheitserinnerungen, Heimweh, Familie, verlorene Liebe, Schneelandschaften, alte Bräuche
- Sprachliche Besonderheiten: Warmherzig, bildreich, oft in der Erinnerungsform ("Weißt du noch...?", "Damals, als...")
- Für wen geeignet: Alle Altersgruppen, besonders Menschen mittleren und höheren Alters mit eigener Kindheitserinnerung
- Psychologischer Effekt: Diese Gedichte lösen oft eine sanfte Melancholie aus - keine Depression, sondern die "süße Traurigkeit" der Nostalgie, die paradoxerweise Trost spendet.
4. Praktischer Ratgeber: Wann welches besinnliche Gedicht?
Für die Weihnachtsfeier im Familienkreis
- Situation: Heiligabend nach dem Essen, vor oder nach der Bescherung, alle versammelt
- Ideale Gedichte: Emotional-nostalgische Gedichte über Familie, Zusammenhalt, Erinnerungen
- Länge: Mittel (12-24 Zeilen) - nicht zu kurz (wirkt beliebig), nicht zu lang (Aufmerksamkeit lässt nach)
- Vortrag: Von einem Familienmitglied laut vorgelesen, eventuell bei Kerzenschein
- Beispielthemen: "Weihnachten wie früher", "Familie versammelt sich", "Erinnerungen an verstorbene Großeltern"
- Zu vermeiden: Zu philosophisch-abstrakte Gedichte (Kinder verstehen sie nicht), zu traurige Gedichte (können die Feststimmung drücken)
Für Heiligabend-Gottesdienste und Andachten
- Situation: Christmette, Weihnachtsgottesdienst, kirchliche Feier
- Ideale Gedichte: Religiös-spirituelle Gedichte, die die Weihnachtsbotschaft vertiefen
- Länge: Variable - in der Liturgie meist kürzer (8-12 Zeilen), bei spezieller Lesung auch länger
- Vortrag: Vom Pfarrer, Lektor oder Gemeindemitglied, oft nach der Schriftlesung
- Beispielthemen: Geburt Christi, Engel verkünden die Botschaft, Licht kommt in die Welt, Erlösung
- Zu vermeiden: Rein weltliche oder gar konsumkritische Gedichte, humorvolle Verse
- Tipp: Sprechen Sie die Gedichtauswahl mit dem Pfarrer ab - manche liturgischen Zeiten haben spezifische thematische Vorgaben.
Für stille Momente allein
- Situation: Persönliche Meditation, Jahresrückblick, bewusste Auszeit vom Trubel
- Ideale Gedichte: Philosophisch-existenzielle oder tiefgründige religiöse Gedichte
- Länge: Beliebig - beim stillen Lesen kann man sich Zeit nehmen, auch für längere Gedichte
- Verwendung: Langsam lesen, Zeile für Zeile wirken lassen, eventuell mehrmals lesen
- Beispielthemen: Selbstreflexion, Sinn des Lebens, innerer Frieden, Dankbarkeit
- Zu vermeiden: Zu oberflächlich-fröhliche Gedichte, die nicht zur Reflexion einladen
- Tipp: Führen Sie ein Weihnachtstagebuch, in dem Sie jedes Jahr ein besinnliches Gedicht notieren, das Sie in diesem Jahr besonders berührt hat, mit einem persönlichen Kommentar dazu.
Für Trauernde oder in schwierigen Zeiten
- Situation: Erstes Weihnachten nach einem Todesfall, Krankheit, Trennung, Verlust
- Ideale Gedichte: Gedichte über Licht in der Dunkelheit, Hoffnung ohne falschen Trost, Erinnerung
- Länge: Eher kurz (8-12 Zeilen) - in emotionalen Situationen sind kürzere Texte besser verarbeitbar
- Ton: Sanft, tröstend, aber nicht beschönigend. Gute Gedichte für Trauernde erkennen den Schmerz an
- Beispielthemen: Sterne als Symbol für Verstorbene, Kerzen für Erinnerung, Hoffnung trotz Dunkelheit
- Zu vermeiden: Übertrieben fröhliche Gedichte, Verse die suggerieren "alles ist gut", religiöse Gedichte bei Nicht-Gläubigen (können als aufdringlich empfunden werden)
- Besonderer Tipp: Rilkes "Advent" oder ähnliche Gedichte, die Dunkelheit und Licht zusammendenken, wirken oft sehr tröstlich. Auch Gedichte, die Erinnerung als Form des Weiterlebens thematisieren.
Für Kinder und Jugendliche (ab 12 Jahren)
- Situation: Ältere Kinder und Teenager, die für einfache Kinderverse zu alt sind
- Ideale Gedichte: Besinnliche Gedichte mit klarer Bildsprache, nicht zu abstrakt
- Länge: Kurz bis mittel (8-16 Zeilen)
- Themen: Natur, Sterne, Schnee, Stille - konkrete Bilder, die nachvollziehbar sind
- Vortrag: Kann auch von den Jugendlichen selbst vorgelesen werden
- Zu vermeiden: Zu altertümliche Sprache (wirkt fremd), zu philosophische Abstraktionen
- Tipp: Moderne besinnliche Gedichte in zeitgenössischer Sprache werden von Jugendlichen oft besser angenommen als klassische Werke. Lassen Sie sie selbst wählen.
5. Vortragstipps: So lesen Sie besinnliche Gedichte wirkungsvoll vor
Die Vorbereitung
- Gedicht mehrmals für sich selbst lesen: Bevor Sie ein besinnliches Gedicht anderen vortragen, lesen Sie es mindestens fünfmal für sich allein. Verstehen Sie jede Zeile? Spüren Sie die Stimmung?
- Schwierige Wörter klären Besinnliche Gedichte, besonders klassische, enthalten manchmal altertümliche oder ungewohnte Wörter. Klären Sie deren Bedeutung und Aussprache.
- Pausen markieren Markieren Sie im Text (mit Bleistift oder mental), wo Sie Pausen machen wollen. Nach jeder Strophe sollte grundsätzlich eine Pause sein. Aber auch innerhalb von Strophen können bedeutsame Pausen wichtig sein.
- Emotionale Höhepunkte identifizieren Welche Zeile ist die wichtigste? Wo liegt die Pointe oder der emotionale Kern? Diese Stelle sollte besonders betont werden.
Die Atmosphäre
- Licht: Dimmen Sie das Licht. Besinnliche Gedichte vertragen kein grelles Deckenlicht. Ideal sind Kerzenschein oder indirektes Licht.
- Ruhe: Bitten Sie vorher um Stille. Schalten Sie Fernseher, Radio und Handys aus. Ein besinnliches Gedicht braucht ungeteilte Aufmerksamkeit.
- Sitzordnung: Am besten sitzen alle im Kreis oder Halbkreis. Vermeiden Sie Reihensitzordnung - sie wirkt zu formell.
- Ankündigung: Kündigen Sie das Gedicht kurz an: "Ich möchte euch ein Gedicht von Rilke vorlesen, das mich sehr berührt hat." Aber bauen Sie keine zu große Erwartung auf.
Der Vortrag
- Langsam sprechen: Dies ist die wichtigste Regel. Besinnliche Gedichte brauchen Zeit. Sprechen Sie deutlich langsamer als in normaler Konversation.
- Pausen machen: Nach jeder Strophe: mindestens 2-3 Sekunden Pause. Nach dem gesamten Gedicht: 5 Sekunden Stille, bevor Sie weitersprechen.
- Nicht theatralisch übertreiben: Besinnliche Gedichte brauchen keine dramatischen Gesten oder übertriebene Stimmmodulation. Authentizität ist wichtiger als Performance.
- Blickkontakt (aber nicht durchgehend): Schauen Sie gelegentlich zu den Zuhörern, aber lesen Sie primär vom Blatt. Auswendig vortragen ist schön, aber nicht notwendig - und kann bei Unsicherheit verkrampft wirken.
- Bei Emotion in der Stimme: Wenn Ihnen selbst die Stimme bricht oder Sie emotional werden - das ist völlig in Ordnung. Atmen Sie kurz durch und machen Sie weiter. Echte Emotion berührt die Zuhörer.
Nach dem Vortrag
- Nachklingen lassen: Sprechen Sie nach dem Gedicht nicht sofort über Alltägliches. Lassen Sie einige Augenblicke Stille.
- Kein Zwang zur Interpretation: Sie müssen das Gedicht nicht erklären oder analysieren. Wenn jemand Fragen hat, beantworten Sie sie. Aber erzwingen Sie keine Diskussion.
- Persönliche Note (optional): Sie können kurz sagen, warum Sie gerade dieses Gedicht gewählt haben: "Dieser Vers über Stille hat mich in diesem hektischen Jahr besonders angesprochen."
6. Besinnliche Gedichte in verschiedenen Lebensaltern
Kindheit und Jugend (bis 20 Jahre)
In jungen Jahren wirken besinnliche Gedichte oft anders als im Erwachsenenalter:
- Kinder (6-12): Verstehen Besinnlichkeit als "Ruhe" und "schöne Atmosphäre", weniger als tiefe Reflexion
- Teenager (13-19): Können bereits philosophische Gedichte erfassen, suchen oft nach Orientierung und Sinn
Empfehlung: Besinnliche Gedichte mit konkreten Bildern (Sterne, Schnee, Kerzen) funktionieren besser als abstrakte Reflexionen.
Frühes Erwachsenenalter (20-40 Jahre)
In dieser Lebensphase sind Menschen oft in Karriere, Familiengründung, Zukunftsplanung involviert:
- Besinnliche Gedichte wirken als Gegengewicht zur Hektik
- Themen wie Balance finden, Prioritäten setzen oder Dankbarkeit trotz Stress sind passend.
Empfehlung: Gedichte, die Entschleunigung thematisieren, ohne Leistungsdruck zu erzeugen ("Du musst jetzt besinnlich sein!").
Mittleres Alter (40-65 Jahre)
Die Lebensreflexion beginnt intensiver:
- Besinnliche Gedichte über Vergänglichkeit und Lebensbilanz treffen einen Nerv
- Erinnerungen an eigene Kindheit werden wichtiger
- Eventuell erste Verlusterfahrungen (Eltern sterben)
Empfehlung: Nostalgische und philosophische Gedichte wirken in diesem Alter besonders intensiv.
Seniorenalter (ab 65 Jahre)
Besinnlichkeit gewinnt an Bedeutung:
- Mehr Zeit für Kontemplation
- Erinnerungen dominieren
- Spiritualität (religiös oder philosophisch) wird oft wichtiger
- Gedichte können Trost spenden angesichts eigener Endlichkeit
Empfehlung: Klassische, traditionelle besinnliche Gedichte, die an frühere Zeiten erinnern. Auch religiöse Gedichte, selbst wenn früher nicht praktizierend.
7. Die heilende Kraft besinnlicher Weihnachtsgedichte
Besinnliche Gedichte sind mehr als literarische Texte - sie können therapeutische Wirkung haben:
- Bei Stress und Überforderung: Das Lesen oder Hören eines besinnlichen Gedichts zwingt zur Entschleunigung. Der Rhythmus wirkt beruhigend auf das Nervensystem, ähnlich wie Meditation.
- Bei Trauer und Verlust: Gedichte, die Verlust und Erinnerung thematisieren, helfen Trauernden, ihre Gefühle zu erkennen und anzunehmen. "Jemand anders hat das auch gefühlt - ich bin nicht allein."
- Bei Sinnkrisen: Philosophische besinnliche Gedichte bieten Denkimpulse. Sie lösen keine Probleme, aber öffnen neue Perspektiven.
- Bei Einsamkeit: Auch allein gelesen, schaffen besinnliche Gedichte ein Gefühl von Verbundenheit - mit dem Dichter, mit allen Menschen, die ähnlich empfinden, mit etwas Größerem.
- Bei Schlafstörungen: Ein ruhiges besinnliches Gedicht vor dem Schlafengehen wirkt beruhigender als Fernsehen oder Social Media. Der poetische Rhythmus bereitet auf Ruhe vor.
- Wissenschaftlicher Hintergrund: >tudien zeigen, dass Poesie ähnliche Gehirnareale aktiviert wie Musik. Der Rhythmus, die Klangmuster und die emotionale Tiefe von Gedichten können messbare positive Effekte auf Stimmung und Stresslevel haben.
8. Besinnliche Gedichte im digitalen Zeitalter
Wie passen jahrhundertealte besinnliche Gedichte in unsere schnelllebige, digitale Welt?
Die Paradoxie
Gerade weil unsere Welt so schnell und laut geworden ist, sehnen sich Menschen nach Besinnlichkeit. Besinnliche Gedichte erleben eine Renaissance - nicht trotz, sondern wegen der Digitalisierung.
Neue Formen:
- Instagram-Poetry: Kurze besinnliche Verse, ästhetisch präsentiert, erreichen Millionen
- Podcast-Lesungen: Menschen hören besinnliche Gedichte beim Pendeln oder vor dem Schlafengehen
- Meditations-Apps: Integrieren zunehmend Lyrik als Teil der Achtsamkeitspraxis
- E-Cards: Digitale Weihnachtskarten mit besinnlichen Gedichten
Der Balance-Akt:
Besinnliche Gedichte funktionieren digital, aber: Sie brauchen Zeit und Aufmerksamkeit. Ein besinnliches Gedicht zwischen zwei TikTok-Videos zu scrollen, verfehlt den Zweck.
Empfehlung für digitale Nutzung:
- Gedicht als PDF herunterladen und in Ruhe lesen, nicht am Smartphone scrollen
- Bildschirmzeit reduzieren, dann Gedicht lesen
- Digitale Gedicht-Lesungen mit geschlossenen Augen hören (nur Audio, nicht Video)
9. Besinnliche Weihnachtsgedichte selbst verfassen
Viele Menschen möchten eigene besinnliche Verse schreiben. Hier eine Anleitung:
Schritt 1: Innere Sammlung
Besinnliche Gedichte entstehen nicht in Hektik. Setzen Sie sich in Ruhe hin, zünden Sie eine Kerze an, schaffen Sie Stille.
Schritt 2: Fragen Sie sich
- Was bedeutet Weihnachten für mich wirklich?
- Wofür bin ich dankbar?
- Was vermisse ich?
- Wonach sehne ich mich?
Schritt 3: Bilder sammeln
Notieren Sie Bilder, die Ihre Gefühle ausdrücken. Nicht Begriffe wie "Besinnlichkeit" (zu abstrakt), sondern Bilder: Kerzenflamme, Sternenhimmel, stiller Schneefall, geschlossene Augen.
Schritt 4: Rhythmus wählen
Besinnliche Gedichte funktionieren besonders gut mit ruhigen, fließenden Rhythmen. Vermeiden Sie zu hektische, kurze Verse.
Schritt 5: Erste Fassung
Schreiben Sie, ohne zu zensieren. Perfektion kommt später.
Schritt 6: Überarbeiten mit diesen Fragen:
- Ist das Gedicht wirklich besinnlich oder nur sentimental?
- Habe ich Klischees vermieden? ("Engelchen", "Weihnachtszauber")
- Ist die Sprache authentisch oder wirkt sie aufgesetzt?
- Würde ich dieses Gedicht selbst gerne hören?
Beispiel:
Erste Fassung:
Weihnachten ist eine schöne Zeit,
voller Zauber und Besinnlichkeit.
Kerzen brennen hell und klar,
wie es früher immer war."
Problem: Zu viele Klischees, keine Tiefe, "Besinnlichkeit" wird benannt statt erzeugt.
Überarbeitete Fassung:
"Die vierte Kerze flackert sacht,
ich sitze still in dieser Nacht.
Was bleibt vom Jahr? Was nehm ich mit?
Die Stille antwortet - Schritt für Schritt."
Besser: Konkretes Bild (vierte Kerze), echte Reflexion, Stille wird gezeigt statt benannt.
10. Historischer Hintergrund: Warum gerade Weihnachten zur Besinnlichkeit einlädt
Die Verbindung von Weihnachten und Besinnlichkeit ist kein Zufall. Bereits die germanischen Völker feierten zur Wintersonnenwende das Julfest - eine Zeit, in der die Arbeit ruhte und man sich um das Feuer versammelte. Die christliche Tradition der Adventszeit als Fastenzeit verstärkte den Charakter der inneren Einkehr.
Im 19. Jahrhundert, dem goldenen Zeitalter der deutschen Weihnachtslyrik, wurde Besinnlichkeit geradezu zum Markenzeichen des bürgerlichen Weihnachtsfests. Dichter der Romantik wie Eichendorff und Novalis prägten das Bild der „stillen, heiligen Nacht", das bis heute nachwirkt.
Auch in Zeiten zunehmender Kommerzialisierung bleibt die Sehnsucht nach besinnlichen Momenten stark. Besinnliche Weihnachtsgedichte sind ein kulturelles Erbe, das uns hilft, inmitten des Trubels zur Ruhe zu kommen.
