Weihnachtsgedichte für Kinder

In der Adventszeit sind Weihnachtsgedichte für Kinder eine schöne Möglichkeit, um das Warten auf die Bescherung zu verkürzen. Außerdem können die Sprösslinge die Verse auswendig lernen und ihren Eltern am Heiligabend vortragen. Dies schult nicht nur die Merkfähigkeit, sondern stärkt auch das Selbstbewusstsein der Kleinen. Die Weihnachtsgedichte für Kinder sollten daher kurz sein und einfach zu verstehen. In ihnen werden die unterschiedlichsten Themen angesprochen, die nicht immer religiös sein müssen. So gibt es mit „Der Weihnachtsmaus“ von James Krüss beispielsweise ein Gedicht, welches auf humorvolle Weise auf die Festtage eingeht.

Sehr beliebt sind bei Kindern ferner "A, a, a, der Winter der ist da" von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, "Knecht Ruprecht" von Martin Boelitz und "Vom Christkind" von Anna Ritter. Eltern können sie dem Nachwuchs vorlesen und im Anschluss über das Weihnachtsfest, seinen Ursprung und seine Bräuche diskutieren. Einige der Weihnachtsgedichte für Kinder sind zudem mit Musik unterlegt worden, sodass sie sogar gesungen werden können.

Diese Sammlung bietet nicht nur eine sorgfältig kuratierte Auswahl an Weihnachtsgedichten für jedes Alter, sondern auch umfassende pädagogische Hinweise, praktische Lerntipps und Hintergrundinformationen. Ob Ihr Kind zum ersten Mal ein Gedicht lernt oder bereits ein kleiner Vortrags-Profi ist - hier finden Sie das perfekte Gedicht und die beste Methode, es gemeinsam zu entdecken. Frohe Weihnachten!

Inhaltsverzeichnis

  1. Liste: Weihnachtsgedicht für Kinder
  2. Was macht ein gutes Weihnachtsgedicht für Kinder aus?
  3. Weihnachtsgedichte nach Altersgruppen: Was passt zu welchem Kind?
  4. Pädagogischer Mehrwert: Was Kinder durch Weihnachtsgedichte lernen
  5. Praktische Anleitungen: So lernen Kinder Gedichte spielerisch
  6. Die perfekte Vortragssituation: So wird Heiligabend zum Erfolg
  7. Häufige Elternfragen: Expertenantworten
  8. Kreative Varianten: Gedichte einmal anders
  9. Weihnachtsgedichte in verschiedenen Familienkulturen
  10. Gedichte als Weihnachtstradition etablieren
Weihnachtsgedichte für Kinder

1. Liste: Weihnachtsgedichte für Kinder

Klicke Dich durch unsere Weihnachtsgedichte für Kinder. Los geht's!


Lieber, guter Weihnachtsmann

Lieber, guter Weihnachtsmann,
zieh die langen Stiefel an,
kämme deinen weißen Bart,
mach' dich auf die Weihnachtsfahrt.

Komm' doch auch in unser Haus,
packe die Geschenke aus.
Ach, erst das Sprüchlein wolltest du?
Ja, ich kann es, hör mal zu:

Lieber, guter Weihnachtsmann,
guck mich nicht so böse an.
Stecke deine Rute ein,
will auch immer artig sein!
Autor: unbekannt

Nikolausabend

Niklaus, Niklaus, lieber Mann,
Klopf an unsre Türe an!
Wir sind brav, drum bitte schön,
lass den Stecken draußen stehn!

Niklaus, Niklaus, huckepack,
Schenk uns was aus deinem Sack!
Schüttle deine Sachen aus,
Gute Kinder sind im Haus!
Autor: unbekannt

Weihnachtsschnee

Ihr Kinder, sperrt die Näschen auf,
Es riecht nach Weihnachtstorten;
Knecht Ruprecht steht am Himmelsherd
Und bäckt die feinsten Sorten.

Ihr Kinder, sperrt die Augen auf,
Sonst nehmt den Operngucker:
Die große Himmelsbüchse, seht,
Tut Ruprecht ganz voll Zucker.

Er streut - die Kuchen sind schon voll -
Er streut - na, das wird munter:
Er schüttelt die Büchse und streut und streut
Den ganzen Zucker runter.

Ihr Kinder sperrt die Mäulchen auf,
Schnell! Zucker schneit es heute;
Fangt auf, holt Schüsseln - ihr glaubt es nicht?
Ihr seid ungläubige Leute!
Autor: Paula Dehmel

Der Weihnachtsschnee

Ihr Kinder, sperrt die Näschen auf,
Es riecht nach Weihnachtstorten.
Knecht Ruprecht steht am Himmelsherd
Und bäckt die feinsten Sorten.

Ihr Kinder, sperrt die Äuglein auf,
Sonst nehmt den Operngucker:
Die große Himmelsbüchse, seht,
Tut Ruprecht ganz voll Zucker.

Er streut - die Kuchen sind schon voll
Er streut - na, das wird munter!
Er schüttelt die Büchse und streut und streut
Den ganzen Zucker runter.

Ihr Kinder, sperrt die Mäulchen auf,
Schnell! Zucker schneit es heute!
Fangt auf, holt Schüsseln! - Ihr glaubt es nicht?
Ihr seid ungläubige Leute!
Autor: Richard Dehmel

Im Winter, wenn es stürmt und schneit

Im Winter, wenn es stürmt und schneit
Und's Weihnachtsfest ist nicht mehr weit.

Da kommt weit her aus dunklem Tann'
Der liebe, gute Weihnachtsmann.
Autor: unbekannt

Knecht Ruprecht

Draußen weht es bitterkalt,
wer kommt da durch den Winterwald?
Stipp - stapp, stipp - stapp und huckepack,
Knecht Ruprecht ist's mit seinem Sack.

Was ist denn in dem Sacke drin?
Äpfel, Mandeln und Rosin'
und schöne Zuckerrosen,
auch Pfeffernüss' fürs gute Kind
die andern, die nicht artig sind,
die klopft er auf die Hosen.
Autor: Martin Boelitz

Lieber, guter Weihnachtsmann

Lieber, guter Weihnachtsmann
Schau mich nicht so böse an.

Stecke deine Rute ein,
Ich will auch immer artig sein.
Autor: unbekannt

Schenk mir einen Schokoladenmann

Lieber, guter Weihnachtsmann
Schenk mir einen Schokoladenmann.

Nicht so groß und nicht so klein,
Aber niedlich soll er sein.
Autor: unbekannt

Bald ist Weihnacht

Bald ist Weihnacht, wie freu' ich mich drauf,
Da putzt uns die Mutter ein Bäumlein schön auf.

Es glänzen die Äpfel, es funkeln die Stern',
Wie haben wir doch alle das Weihnachtsfest gern.
Autor: unbekannt

Wenn die Honigkerze brennt

Wenn die Honigkerze brennt
Und ich rieche den Advent,
Öffne ich das erste Tor,
Hol' den Stern aus Stroh hervor.

Steche Butterplätzchen aus,
Freu mich auf den Nikolaus,
Such mein graues Kuscheltier,
Pack es ein in Glanzpapier.

Finde Warten schrecklich schwer,
Staun ins Weihnachtslichtermeer.
Autor: unbekannt

Christkindchen, komm

Christkindchen, ich will artig sein,
bescher mir was in mein Schüsselein,
Äpfel, Nüsse, eins, zwei, drei,
und ein Püppchen auch dabei.

Christkindchen, komm in unser Haus
Leer deine große Tasche aus,
Stell dein´ Schimmel untern Tisch,
Dass er Heu und Hafer frisst.

Heu und Hafer frisst er nicht,
Zuckerbrezel kriegt er nicht.
Autor: unbekannt

Lieber heil'ger Nikolaus

Lieber heil'ger Nikolaus,
komm doch auch in unser Haus!
Bring uns, was wir hätten gern;
Äpfel, Nüss' und Mandelkern.
Leg in Schuh und Teller ein
Lauter Dinge, die uns freun.

Lieber heil'ger Nikolaus,
komm doch heut in unser Haus.
Lehr uns an die Armen denken,
laß uns teilen und verschenken.
Zeig uns, wie man fröhlich gibt,
wie man hilft und wie man liebt.

Lieber heil'ger Nikolaus,
komm doch heut in jedes Haus.
Alle Kinder, groß und klein,
stimmen dann voll Freude ein:
Gott sei Dank für alle Gaben,
die wir heut empfangen haben.
Autor: unbekannt

Wenn's schneit

Wenn's schneit, wenn's schneit,
ist Weihnacht nicht mehr weit.
Dann geht der alte Nikolaus
mit seinem Sack von Haus zu Haus.

Wenn's schneit, wenn's schneit,
ist Weihnacht nicht mehr weit.
Dann kann man durch die Straßen gehn
und all die schönen Sachen sehn.

Wenn's schneit, wenn's schneit,
ist Weihnacht nicht mehr weit.
Dann riecht es, ach, so wundersam,
nach Äpfeln und nach Marzipan.
Autor: unbekannt

Wann ist Weihnachtszeit?

Wann ist wohl Weihnachtszeit?
Wenn es draußen tüchtig schneit,
wenn wir Nüsse knacken,
wenn wir Plätzchen backen,
wenn wir mit der Mutter singen,
wenn alle Glocken klingen,
wenn alle Welt sich freut,
ja dann ist Weihnachtszeit!
Autor: unbekannt

Holler boller Rumpelsack

Holler boller Rumpelsack,
Niklaus trug sie huckepack,
Weihnachtsnüsse gelb und braun,
runzlig punzlig anzuschaun.
Knackt die Schale springt der Kern,
Weihnachtsnüsse eß ich gern.
Komm bald wieder in dies Haus,
guter alter Nikolaus.
Autor: Albert Sergel

Lieber Weihnachtsmann

Lieber guter Weihnachtsmann, schau mich nicht so böse an.
Gib mir lieber ein Geschenk, dass ich gern an dich denk'.
Äpfel oder Nüsse hätte ich gern oder einen Zimtstern.
Autor: Coppenrath

Lieber Weihnachtsmann

Ich sag dir lieber Weihnachtsmann,
was ich schon alles machen kann.
Denn dafür rücke ganz schnell raus,
meine tollen Geschenke, mit Saus und Braus!
Autor: Unbekannt

Der Weihnachtsmann streikt

Still ruht der Schlitten auf seinen Kufen,
Rentier Rudi scharrt ungeduldig mit den Hufen,
es wartet lang schon auf den Weihnachtsmann
und schaut seinen Freund Uhu fragend an:
"Wo steckt er nur, es ist doch soweit,
es naht die herrliche Weihnachtszeit."

Der Uhu, dieser schlaue Vogel
schaut gleich mal nach im Märchen-Googel.
"Uhuu", schnarrt er nickend und weiß sofort
wo er den Weihnachtsmann findet am verborgenen Ort.
Der hat sich schlafend ausgestreckt
und will nicht, dass man ihn jetzt weckt.

Im Sturzflug landet der Uhu, dass es kracht
und erreicht so, dass der Alte erwacht.
"Was ist los?", fragt polternd der Weihnachtsmann
und sieht den Uhu mürrisch an.
"Uhuu, ja weißt du es nicht und willst du nicht starten?
Es weihnachtet schon und die Kinder warten.

Sie warten sehnsüchtig auf deinen Besuch."
"Ach", spricht der Alte. "Was für ein Fluch!
Es ist nicht mehr so, wie es einst war,
als mich freudig erwartet die Kinderschar.
Kein Spielzeug kann sie recht lange erfreuen
und wo soll'n sie noch hin, die Geschenke, die neuen?"

"Rappel voll sind inzwischen die Kinderzimmer,
mit neuen Geschenken wird das Chaos noch schlimmer.
Das Aufräumen wird so eine große Last
in der heutigen Zeit mit Eile und Hast.
Nein, ich mag nicht mehr den Schlitten beladen
mit all den vielen schönen Gaben."

So sprach er und legte sich wieder auf sein Fell.
Er schloss die Augen. Die Sterne über ihn leuchten hell.
Eilig flog der Uhu nun das Stück
zu seinem treuen Freund zurück
und überbrachte zu später Stunde
vom Weihnachtsmann die traurige Kunde.

"Ja, wollen wir zulassen, dass in diesem Jahr
die Kinder vergebens hoffen und warten gar
auf den Weihnachtsmann, den ein jeder kennt
und der nun streikt und das Fest verpennt?"
Sie schütteln die Köpfe und starr'n in den Schnee,
da hat der Uhu eine glanzvolle Idee.

"Wie wär's", sagt der Uhu und schaut das Rentier an,
"es könnte doch der Weihnachtsmann
die Tour einmal ganz anders machen.
Er soll nicht verteilen Geschenke und Sachen,
sondern holen von den Kindern am Weihnachtstag
je ein Spielzeug, das es am liebsten mag."

"Mit diesen Spielsachen im Gepäck
soll der Weihnachtsmann erfüllen einen guten Zweck,
indem sie verteilt werden in fernen Kreisen
an arme Kinder, an Kranke und Waisen."
Rudi nickt, es ward' schnell eine beschlossene Sach',
und sie machten gemeinsam den Weihnachtsmann wach.

So kam's, dass in der heiligen Nacht
gesammelt wurde die teure Fracht.
An jeder Tür hielt der Rudi an:
"Habt ihr was für den Weihnachtsmann?
Er sammelt dies Jahr für die Kinder in Not,
egal ob Puppe, ob Handy oder Boot."

Schnell hatte der Schlitten ein großes Gewicht.
Der Weihnachtsmann machte ein frohes Gesicht
und hatte sogar eine Träne in den Augen!
"Ich dank euch, ihr Kinder, ich kann es kaum glauben,
dass ihr nicht nur an euch selber denkt
sondern auch anderen Freude schenkt."
Autor: Regina Weber

Weihnachten ist einfach wunderbar

Weinachten ist einfach wunderbar,
und der Weihnachtsmann ist dann der Star.
Fröhlich zieht er von Haus zu Haus,
und zieht aus seinem Sack die Geschenke hinaus.

Das Rentier wartet schon ganz gespannt,
"Wann fliegen wir wieder ins Weihnachtsland?"
"Sei doch nicht so ein miese Peter,
zurück wir fliegen erst später."

Ganz erschöpft kommt der Weihnachtsmann,
früh am Morgen am letzten Haus noch an,
er muss sich beeilen aber es ist schon zu spät,
denn er sieht wie jemand die Treppe herunter geht.

Der Weihnachtsmann verschwindet im nu,
und das Kind mit keinem Geschenken,
bist vielleicht du!
Autor: Julia

Weihnachten

Wenn der Weihnachtsmann kommt zur Tür herein.
Dann ist die Weihnachtszeit auch bei euch daheim.
Wenn die Kerzen lodern und die Lichter brennen.
Dann braucht der Weihnachtsmann auch nicht mehr wegzurennen.
Dann gleitet er mit seinem Schlitten von Haus zu Haus -
und teilt all die vielen Geschenke aus.
Autor: T.Stein

weihnacht

Lieber guter Weihnachtsmann,
zieh die warmen Stiefel an
und dein großen und.warmen Mantel.
Lieber guter Weihnachtsmann,
setz dich in dein Schlitten rein,
Rudolf und die andern bringen dich zu uns daheim.
Autor: Sam Maurer

Schwäbisches Weihnachtsgedicht, das man als Kind dem Christkind oder Nikolaus vortrug

Wie lacht mir doch mei Herzele,
wie frehlich ben i heit,
dass i no derf erleba
dia schene Weihnachtszeit.
Scho lang han i drauf gwartet,
han gmoint s'wird nemme wohr
ond jetzt isch chrischtag worde
no vor em neia Johr.
Autor: unbekannt

Weihnachtsgedicht für Kinder

Lieber guter Weihnachtsmann, kommst du auch zu mir?
Klopfe dann recht kräftig nur an die Stubentür.
Ich weiß, du bist den Kindern gut. Bange hab ich nicht.
Mach nur bitte, sei so gut, kein so bös Gesicht.
Stecke deine Rute ein, ich will auch fleißig lern',
auch brav sein, das berhezige ich und versprech' es gern.
Aber brav sein ist auch schwer, lieber Weihnachtsmann.
Darum bitte, sei nicht bös, wenn ich’s nicht immer kann.
Wenn ich groß bin, werde ich ganz vernünftig sein,
Aber jetzt, ich bitte dich, bin ich doch noch recht klein.
Bringst du mir ein Märchenbuch, in dem viele Bilder sind
und ein schönes Wickeltuch für mein Puppenkind?
Weißt du, auch ein richtiges Rad möchte ich von dir.
So eins, wie's der Peter hat, ja, das wünsche ich mir.
Wenn es schneit, bist du dann da, lieber Weihnachtsmann?
Komm nur bald, du weißt es ja, wie schwer ich warten kann.
Autor: Unbekannt

Der Weihnachtswichtel Schuh Biduu

Der Weihnachtswichtel Schuh Biduu
wohnt seit kurzem hier im Haus.
Er lässt mich einfach nicht in Ruh
treibt Schabernack tagein – tagaus.

Gestern kam ich in die Küche
weil ich etwas hungrig war.
Doch außer edelster Gerüche,
war vom Essen nichts mehr da.

Alles hat er aufgegessen
meinen Käse und die Wurst
da ich hätte ich mich fast vergessen -
fand auch nichts gegen den Durst.

Des Nachts da poltert‘s fürchterlich,
doch trotz lautestem Getöse -
Sehen tut man ihn doch nicht.
Langsam werde ich ihm böse!

Doch was glaubt Ihr ist darauf gescheh‘n?
Ich fand heut‘ einen kurzen Brief
Er wird nun zu den Nachbarn geh‘n –
Da gäb‘s mehr Essen – sicherlich…

Da steh‘ ich nun und bin Allein
Leise ist‘s – der Kühlschrank voll.
Ich wollte uns doch nicht entzwei‘n –
Alleine ist es gar nicht toll!
Autor: Frank Wyzujak

Oh jeee ein Baum

Papa sag was machst Du da - mit dem großen Baum
Schleppst in da von draußen rein -
Was soll der bloß bei uns im Raum?
Mensch der passt doch nicht hinein!

Sag Papa, ist der Baum nicht etwas krumm?
Nicht mal in die Ecke passt er!
Mensch das läuft jetzt grade dumm…
Der ist schief und damit Basta!

Warum hat der denn so viele Nadeln?
Blätter wären doch mal toll!
Wir woll‘n Dich auch nicht wirklich tadeln –
Doch der - der ist nicht wie er soll…

Tja dann müssen wir ihn schmücken
Damit man ihn nicht so doll sieht –
Und müssen wir uns dazu bücken…
Zur Ablenkung vielleicht ein Lied?

Von der Decke einen Faden
Damit er bloß nicht einfach fällt -
Egal welch Gäste wir auch laden -
Die Hauptsach` ist doch dass er hält!

Nächstes Jahr da gibt’s nen schönen
Einen mit `nem Gardemaß
Papa muss sich wohl daran gewöhnen
Jedes Jahr eine neuer Spaß!
Autor: Frank Wyzujak

Der alte Bär

Mit leisem Knarren öffnet sich der Deckel der Truhe,
ein alter Teddybär fand dort vor Jahren seine Ruhe.

Hände fassen nach ihm, der Schreck fährt in seine Glieder,
doch da ist diese Stimme – er erkennt sie wieder!

Als kleines Mädchen hat sie ihm alles anvertraut,
mit ihm gekuschelt und sein weiches Fell gekrault.

Sanft striegelt sie ihn mit herrlich duftender Seife,
um seinen Hals bekommt er eine schöne neue Schleife.

„Du wirst jetzt ein Freund für mein kleines Kind,
das Dich liebt und so wie ich damals Deine Liebe gewinnt“.

Der alte Bär ist aufgeregt, seine Gedanken ganz wild,
er schaut zur Seite und blickt in sein eigenes Spiegelbild.

Glücklich hat er soeben begriffen, es bleibt kein Traum,
als Geschenk für ein Kind sitzt er unterm Weihnachtsbaum.
Autor: Ingrid Nolte

2. Was macht ein gutes Weihnachtsgedicht für Kinder aus?

Nicht jedes Weihnachtsgedicht eignet sich für Kinder. Die besten Kindergedichte zeichnen sich durch spezielle Merkmale aus, die dem Entwicklungsstand und den Interessen junger Zuhörer entsprechen:

  • Einfache, konkrete Sprache: Kinder denken in Bildern. Abstrakte Begriffe wie "Besinnlichkeit" oder "Andacht" verstehen sie nicht. Stattdessen brauchen sie konkrete Bilder: Schnee, der vom Himmel fällt, Kerzen, die leuchten, der Weihnachtsmann mit seinem Sack.
  • Klarer Rhythmus und eingängige Reime: Kinder lieben es, wenn sich Wörter reimen. Ein regelmäßiger Rhythmus hilft ihnen, das Gedicht zu erfassen und sich zu merken. Paarreime (AABB) sind am leichtesten verständlich.
  • Kurze Verse: Die Aufmerksamkeitsspanne von Kindern ist begrenzt. Für Kindergartenkinder sollte ein Gedicht maximal 8-12 Zeilen haben, für Grundschulkinder bis zu 20 Zeilen.
  • Handlung oder erkennbare Situation: Die besten Kindergedichte erzählen eine kleine Geschichte oder beschreiben eine Situation, die Kinder nachvollziehen können: der Weihnachtsmann bringt Geschenke, Kinder backen Plätzchen, Tiere bereiten sich auf Weihnachten vor.
  • Emotionale Zugänglichkeit: Das Gedicht sollte Gefühle ansprechen, die Kinder kennen: Vorfreude, Aufregung, Neugier, Freude - aber auch ein bisschen Spannung oder Überraschung.
  • Möglichkeit zum Mitmachen: Besonders wirkungsvoll sind Gedichte, die Bewegungen, Geräusche oder Wiederholungen einbeziehen, sodass Kinder aktiv teilnehmen können.

3. Weihnachtsgedichte nach Altersgruppen: Was passt zu welchem Kind?

Kleinkinder (2-3 Jahre)

  • Entwicklungsstand: Beginnen gerade erst, Sprache zu verstehen und nachzusprechen. Kurze Aufmerksamkeitsspanne.
  • Ideale Gedichtlänge: 4-6 Zeilen
  • Merkmale: Viele Wiederholungen, einfachste Wörter, Bezug zu unmittelbarer Erfahrung (Schnee, Licht, Baum)
  • Vortragsweise: Mit Gesten begleiten, langsam sprechen, Wörter wiederholen lassen
  • Beispielthema: "Schnee, Schnee, weißer Schnee", "Kerze brennt so hell"
  • Tipp für Eltern: In diesem Alter geht es weniger ums Auswendiglernen als ums gemeinsame Erleben. Sprechen Sie Verse mehrmals zusammen, während Sie z.B. aus dem Fenster auf den Schnee schauen.

Kindergartenkinder (3-5 Jahre)

  • Entwicklungsstand: Erweiternder Wortschatz, beginnen Geschichten zu folgen, lieben Reime und Rhythmen.
  • Ideale Gedichtlänge: 8-12 Zeilen
  • Merkmale: Klare Reimstruktur, Tierfiguren, einfache Handlung, wiederholende Elemente
  • Vortragsweise: Mit wechselnder Stimme vortragen (z.B. hohe Stimme für Mäuschen), zum Mitklatschen animieren
  • Beispielthema: "Der kleine Hase wartet auf den Weihnachtsmann", "Schneeflocken tanzen"
  • Tipp für Eltern: Lassen Sie Ihr Kind bestimmte Zeilen wiederholen oder ergänzen. "Der Weihnachtsmann kommt heut..." - Kind: "...mit seinem Schlitten!" Das gibt Erfolgserlebnisse.

Vorschulkinder (5-6 Jahre)

  • Entwicklungsstand: Können längeren Geschichten folgen, verstehen einfache Zusammenhänge, wollen "große" Aufgaben.
  • Ideale Gedichtlänge: 12-16 Zeilen
  • Merkmale: Kleine Abenteuer, erste moralische Botschaften (Teilen, Helfen), etwas komplexere Sprache
  • Vortragsweise: Können bereits kurze Gedichte auswendig lernen und vortragen
  • Beispielthema: "Knecht Ruprecht kommt", "Das Christkind verteilt Geschenke", "Tiere im Winterwald"
  • Tipp für Eltern: Üben Sie das Gedicht spielerisch, z.B. beim Spazierengehen Zeile für Zeile. Loben Sie jeden Fortschritt. Ein erfolgreich vorgetragenes Gedicht an Heiligabend stärkt das Selbstbewusstsein enorm.

Grundschulkinder (6-10 Jahre)

  • Entwicklungsstand: Können lesen und schreiben, verstehen komplexere Zusammenhänge, entwickeln eigenen Geschmack.
  • Ideale Gedichtlänge: 16-24 Zeilen (in Grundschulklasse 1-2 kürzer, in 3-4 länger)
  • Merkmale: Spannendere Geschichten, humorvolle Wendungen, auch mal etwas nachdenklichere Themen
  • Vortragsweise: Können Gedichte mit Betonung und Ausdruck vortragen, eventuell sogar in Gruppen aufteilen (ein Kind Erzähler, andere sprechen Figuren)
  • Beispielthema: "Die Weihnachtsmaus", "Der Weihnachtsmann hat Stress", "Wie Tiere Weihnachten feiern"
  • Tipp für Eltern: Lassen Sie ältere Grundschulkinder selbst wählen, welches Gedicht sie lernen möchten. Eigenmotivation führt zu besseren Ergebnissen. Erlauben Sie auch, dass sie das Gedicht mit Gesten oder kleinen Requisiten vortragen.

4. Pädagogischer Mehrwert: Was Kinder durch Weihnachtsgedichte lernen

Weihnachtsgedichte sind weit mehr als nette Unterhaltung. Sie fördern die kindliche Entwicklung auf mehreren Ebenen:

Sprachentwicklung:

  • Erweiterung des Wortschatzes (neue Begriffe wie "Christkind", "Schlitten", "Tannenzweig")
  • Rhythmusgefühl und Sprachmelodie
  • Artikulation und deutliches Sprechen

Kognitive Fähigkeiten:

  • Merkfähigkeit und Gedächtnistraining
  • Konzentrationsvermögen (beim Zuhören und Lernen)
  • Verständnis von Zusammenhängen und Abläufen

Emotionale Intelligenz:

  • Ausdruck von Gefühlen (Freude, Vorfreude, Dankbarkeit)
  • Empathie (wenn Gedichte von Teilen oder Helfen handeln)
  • Umgang mit Aufregung und Erwartung

Soziale Kompetenzen:

  • Selbstbewusstsein durch Vortrag vor Familie
  • Umgang mit Aufmerksamkeit und Lob
  • Gemeinsames Erleben von Traditionen

Kulturelles Verständnis:

  • Kennenlernen von Weihnachtsbräuchen
  • Verständnis für religiöse und weltliche Traditionen
  • Verbindung zur eigenen Familiengeschichte

5. Praktische Anleitungen: So lernen Kinder Gedichte spielerisch

Methode 1: Die Bilder-Methode (für visuelle Lerner, 4-8 Jahre)

Malen Sie zu jeder Zeile oder Strophe ein kleines Symbol auf Karteikarten. Das Kind lernt das Gedicht anhand der Bildabfolge.

Beispiel: "Morgen kommt der Weihnachtsmann" → Karte 1: Weihnachtsmann, Karte 2: Schlitten, Karte 3: Geschenke, Karte 4: Kind mit strahlendem Gesicht

Methode 2: Die Bewegungs-Methode (für aktive Kinder, 3-7 Jahre)

Erfinden Sie zu jeder Zeile eine Bewegung. Kinder lernen kinästhetisch oft am besten.

Beispiel: "Schnee fällt leise nieder" → Hände flattern nach unten wie Schneeflocken, "Der Weihnachtsmann kommt angeritten" → Auf der Stelle galoppieren

Methode 3: Die Melodie-Methode (für musikalische Kinder, 4-10 Jahre)

Sprechen oder singen Sie das Gedicht zu einer einfachen, bekannten Melodie. Viele Weihnachtsgedichte passen zu Melodien wie "Alle meine Entchen" oder "Bruder Jakob".

Methode 4: Die Wiederholungs-Methode (für alle Altersgruppen)

Integrieren Sie das Gedicht in den Alltag: beim Frühstück eine Zeile, beim Zähneputzen die nächste, vor dem Schlafengehen das ganze Gedicht. Wichtig: Niemals Druck ausüben! Wenn ein Kind an einem Tag keine Lust hat, üben Sie am nächsten Tag weiter. Zwang verdirbt die Freude.

Methode 5: Die Rollen-Methode (für Geschwister, 5-10 Jahre)

Teilen Sie Gedichte mit mehreren Figuren oder Sprechern auf verschiedene Kinder auf. Jedes lernt nur seinen Part - zusammen ergibt es das ganze Gedicht.

6. Die perfekte Vortragssituation: So wird Heiligabend zum Erfolg

Sie haben wochenlang geübt, nun kommt der große Moment. So gestalten Sie die Vortragssituation kinderfreundlich:

Vor dem Vortrag:

  • Kündigen Sie den Vortrag vorher an, damit sich das Kind mental vorbereiten kann
  • Geben Sie dem Kind die Wahl: "Möchtest du dein Gedicht nach dem Essen oder vor der Bescherung vortragen?"
  • Reduzieren Sie die Nervosität: "Du musst nicht perfekt sein, wir freuen uns einfach, dass du es für uns aufsagst"

Während des Vortrags:

  • Schaffen Sie eine ruhige Atmosphäre: Fernseher aus, Handy weg, alle Augen auf das Kind
  • Setzen oder stellen Sie sich in einem Halbkreis, nicht in einer Reihe (weniger einschüchternd)
  • Lächeln Sie ermunternd, auch wenn das Kind stockt
  • Helfen Sie diskret, wenn das Kind hängenbleibt (leise das nächste Wort vorsagen)

Nach dem Vortrag:

  • Applaudieren Sie herzlich
  • Loben Sie konkret: "Du hast so schön laut gesprochen" oder "Die Zeile mit dem Schnee fand ich besonders toll"
  • Übertreiben Sie das Lob nicht künstlich - Kinder merken das
  • Machen Sie ein Foto oder Video zur Erinnerung (aber nur mit Zustimmung des Kindes)
  • Geben Sie eine kleine Belohnung (eine Extra-Süßigkeit, ein besonderes Lob, aber kein großes Geschenk - das lenkt vom eigentlichen Wert ab)

Wenn es schiefgeht:

  • Kein Drama machen! "Kein Problem, Aufregung kann passieren"
  • Anbieten: "Möchtest du es später nochmal probieren oder sollen wir es zusammen aufsagen?"
  • Nicht vor der Familie kommentieren: "Dabei haben wir doch so viel geübt!" Das beschämt das Kind

7. Häufige Elternfragen: Expertenantworten

"Mein Kind will kein Gedicht lernen. Soll ich es zwingen?"

Nein. Zwang erzeugt Abneigung. Versuchen Sie es spielerisch zu integrieren, aber akzeptieren Sie auch ein Nein. Manche Kinder sind schüchtern oder haben andere Stärken. Ein Weihnachtslied singen oder eine Geschichte vorlesen kann eine Alternative sein.

"Wie lange vorher sollten wir anfangen zu üben?"

Für Kindergartenkinder: 1-2 Wochen für ein kurzes Gedicht (8 Zeilen). Für Grundschulkinder: 2-3 Wochen für ein mittleres Gedicht (16 Zeilen). Täglich 5-10 Minuten sind besser als einmal 30 Minuten am Stück.

"Mein Kind spricht sehr undeutlich. Wird das peinlich?"

Überhaupt nicht. Familie und Freunde freuen sich über den guten Willen, nicht über perfekte Artikulation. Nutzen Sie das Gedicht-Lernen sogar, um spielerisch an der Aussprache zu arbeiten: "Kannst du 'Weihnachtsmann' ganz deutlich sagen? Super!"

"Sollte ich ein religiöses oder ein weltliches Gedicht wählen?"

Das hängt von Ihrer Familie ab. Wenn Sie nicht religiös sind, wirkt ein Gedicht über das Christkind oder die Geburt Jesu möglicherweise aufgesetzt. Andererseits kann es eine Gelegenheit sein, kulturelle Traditionen zu vermitteln. Fragen Sie Ihr Kind, was es interessiert.

"Mein Kind kann schon lesen. Darf es das Gedicht ablesen statt auswendig?"

Für sehr junge Leseanfänger (6-7 Jahre) kann Ablesen eine Option sein, wenn Auswendiglernen zu schwer ist. Aber der pädagogische Wert liegt gerade im Memorieren. Kompromiss: Das Kind lernt die ersten Zeilen auswendig und liest den Rest ab.

"Was, wenn mein Kind mitten im Gedicht anfängt zu weinen oder wegläuft?"

Lampenfieber ist real. Gehen Sie mit, trösten Sie, nehmen Sie den Druck raus. Sagen Sie der Familie: "Danke für eure Geduld, wir versuchen es später nochmal - oder auch nicht, das ist okay." Kein Kind sollte gezwungen werden zu performen.

8. Kreative Varianten: Gedichte einmal anders

  • Gedicht mit Requisiten: Lassen Sie das Kind passende Gegenstände zeigen. Bei einer "Kerze" eine echte Kerze hochhalten, bei einem "Stern" einen Papierstern. Das hilft dem Gedächtnis und macht den Vortrag lebendiger.
  • Gedicht mit Musikbegleitung: Jemand spielt leise auf einem Instrument (Gitarre, Keyboard, Glockenspiel) während das Kind spricht. Das schafft eine festliche Atmosphäre.
  • Gedicht als Dialog: Elternteil und Kind sprechen abwechselnd Zeilen. Oder Geschwister teilen sich das Gedicht auf. Das nimmt Druck und fördert Zusammenarbeit.
  • Gedicht mit Zeichnungen: Das Kind malt zu jeder Strophe ein Bild und zeigt es beim Vortragen. Besonders schön bei Gedichten mit mehreren Szenen.
  • Gedicht auf Video: Schüchterne Kinder können das Gedicht vorher auf Video aufnehmen. An Heiligabend wird das Video abgespielt. So haben sie den Stolz des Vortrags ohne die Nervosität.

9. Weihnachtsgedichte in verschiedenen Familienkulturen

  • Multikulturelle Familien: Weihnachtsgedichte können eine Brücke zwischen Kulturen sein. Wählen Sie weltliche Gedichte über Winter, Schnee und Zusammensein, die keine spezifisch christlichen Inhalte haben. Oder kombinieren Sie: ein deutsches Weihnachtsgedicht und ein Gedicht aus der Herkunftskultur eines Elternteils.
  • Nicht-religiöse Familien: Es gibt viele Weihnachtsgedichte, die sich auf die winterliche Atmosphäre, Familie und Freude konzentrieren, ohne religiöse Elemente. "Die Weihnachtsmaus" ist ein perfektes Beispiel.
  • Patchwork-Familien: Weihnachtsgedichte können ein verbindendes Element sein. Ein Kind trägt ein Gedicht für alle vor - das schafft gemeinsame Erinnerungen.
  • Alleinerziehende: Auch wenn es "nur" ein Elternteil und ein Kind sind - der Vortrag ist genauso wertvoll. Oder laden Sie Großeltern, Freunde per Videoanruf ein, damit das Kind ein größeres Publikum hat.

10. Gedichte als Weihnachtstradition etablieren

Jahr für Jahr ein neues Gedicht

Machen Sie es zur Tradition, dass jedes Kind jedes Jahr ein neues Gedicht lernt. Dokumentieren Sie die Vorträge in einem Weihnachtstagebuch oder per Video. Später werden diese Aufnahmen zu wertvollen Erinnerungen.

Familien-Gedichtbuch

Legen Sie ein schönes Buch an, in dem jedes Jahr das gelernte Gedicht handschriftlich vom Kind eingetragen wird (sobald es schreiben kann). Mit Datum, Alter und vielleicht einem Foto. Dieses Buch wird ein Schatz.

Generationen verbinden

Fragen Sie Großeltern, welche Gedichte sie als Kinder gelernt haben. Lassen Sie Ihr Kind eines dieser Gedichte lernen - so entsteht eine lebendige Verbindung über Generationen hinweg.

Lieber, guter Weihnachtsmann

Hinweis:

Eventuell kennen Sie Weihnachtsgedichte für Kinder, die in unserem bunten Gedichte-Sammelsurium noch fehlen? Das wäre prima! Wir freuen uns nämlich über jedes neue Gedicht, das unsere Gedichtesammlung bereichert. Worauf warten Sie also? Klicken Sie einfach auf den folgenden Button und lassen Sie alle Besucher daran teilhaben. Vielen Dank! Gedicht eintragen

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