Weihnachtsabend

Kategorie: kurze Weihnachtsgedichte

Weihnachtsabend

Kaum ist Heiligabend angebrochen,
Da kommt der Weihnachtsmann durch den Schornstein gekrochen.
Unterm Baum stehn jetzt Geschenke,
Da freut sich der Großvater Henke.
Die Kinder stürmen schnell herbei,
sogar ganz ohne Geschrei.
Nun sitzen wir vorˋm Weihnachtsbaum,
es ist so wie mein schönster Traum.
Autor: Lias Walter

Ausführliche Interpretation des Gedichts

Dieses charmante Weihnachtsgedicht erzählt in knappen, klaren Versen die klassische Abfolge des Heiligen Abends. Es beginnt mit dem magischen Moment des Einbruchs der Festzeit ("Kaum ist Heiligabend angebrochen") und setzt sofort mit der traditionellen Figur des Weihnachtsmannes ein, der durch den Schornstein kriecht - ein Bild, das sowohl auf den Nikolaus-Brauch als auch auf die angelsächsische Santa Claus-Legende anspielt. Die Zeilen "Unterm Baum stehn jetzt Geschenke, Da freut sich der Großvater Henke" personalisieren das Geschehen und schaffen eine familiäre Atmosphäre. Die Nennung eines konkreten Namens, "Großvater Henke", lässt das Gedicht authentisch und wie eine persönliche Anekdote wirken. Bemerkenswert ist die Betonung des friedlichen Beisammenseins: Die Kinder stürmen zwar herbei, aber "sogar ganz ohne Geschrei". Dies hebt die besinnliche und harmonische Komponente des Festes hervor, die oft in der allgemeinen Aufregung untergeht. Der abschließende Vers "es ist so wie mein schönster Traum" verankert das gesamte Erlebnis in einer tiefen, emotionalen Erfüllung und macht aus der Schilderung ein persönliches Bekenntnis zur perfekten Weihnachtsidylle.

Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?

Das Gedicht erzeugt eine durchweg fröhliche, herzerwärmende und nostalgische Stimmung. Es transportiert ein Gefühl von freudiger Erwartung, die sich erfüllt, und von harmonischem Familienfrieden. Die schnelle Abfolge der Ereignisse - vom Anbruch des Abends bis zum versammelten Sitzen unter dem Baum - vermittelt eine dynamische Vorfreude. Der Ton ist unmittelbar, positiv und von kindlicher Begeisterung geprägt, die jedoch auch Erwachsene anspricht. Die finale Zeile verleiht der beschriebenen Szene einen fast märchenhaften, traumverklärten Glanz, was die Stimmung zusätzlich ins Feierlich-Besinnliche hebt. Insgesamt ist die Atmosphäre von unbeschwerter Weihnachtsfreude und zufriedener Gemeinschaft dominiert.

Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?

Dieses Gedicht ist besonders passend für den Heiligen Abend selbst, und zwar genau in der Phase, wenn die Familie sich um den geschmückten Tannenbaum versammelt, kurz vor oder nach der Bescherung. Es eignet sich perfekt als kleine vorgetragene Einstimmung auf das Fest. Darüber hinaus kann es wunderbar in einem familiären Adventskreis, bei einem gemütlichen Adventskaffee mit der Verwandtschaft oder als liebevoller Text in einer persönlichen Weihnachtskarte an die Familie verwendet werden. Aufgrund seiner einfachen, herzlichen Botschaft könnte es auch in einem nicht-rituellen, eher familiär ausgerichteten Weihnachtsgottesdienst, beispielsweise einem Kinder- oder Familiengottesdienst, zum Einsatz kommen.

Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?

Das Gedicht spricht mit seinem klaren Rhythmus und den anschaulichen Bildern primär Kinder im Vor- und Grundschulalter an, die sich in der beschriebenen Aufregung und dem Wunder der Bescherung direkt wiederfinden. Gleichzeitig spricht es durch die Erwähnung des Großvaters und die Betonung des traumhaften Familienmoments auch Erwachsene und Senioren an, die diese Idylle schätzen und vielleicht selbst als Großeltern erleben. Es ist somit ein generationsübergreifendes Gedicht, das die gemeinsame Freude in den Mittelpunkt stellt.

Für wen eignet sich das Gedicht weniger?

  • Für literarisch anspruchsvolle Lesungen oder Zirkel, die nach metaphorischer Tiefe oder formaler Experimentierfreude suchen, ist der Text aufgrund seiner schlichten, erzählenden und rein beschreibenden Art weniger geeignet.
  • Für sehr formelle oder streng traditionell-religiöse Weihnachtsfeiern, bei denen die christliche Symbolik (Christkind, Geburt Jesu) im absoluten Vordergrund steht, passt das Gedicht nur bedingt, da es weltliche und folkloristische Elemente (Weihnachtsmann, Geschenke) betont.
  • Für Jugendliche in der Phase der Abgrenzung könnte das Gedicht als "zu kitschig" oder "zu kindlich" wahrgenommen werden, da es eine ungebrochene, konfliktfreie Weihnachtsidylle zeichnet.

Wie lang dauert der Vortrag?

Bei einem normalen, gemächlichen und betonten Vorlesetempo dauert der Vortrag des gesamten Gedichts etwa 20 bis 25 Sekunden. Wenn Sie es als festlichen Programmpunkt einplanen, sollten Sie daher ruhig etwas mehr Zeit, etwa eine halbe bis eine ganze Minute, einräumen. Dies ermöglicht es Ihnen, vor dem Vortrag eine kurze Einleitung zu geben oder nach dem letzten Vers einen Moment der Stille und des Nachklingenslassen einzuhalten, um die Wirkung zu verstärken. Für die präzise Zeitplanung einer Weihnachtsfeier ist es somit ein sehr kurzer und punktgenauer Beitrag.

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