Gedanken zur Weihnacht
Kategorie: besinnliche Weihnachtsgedichte
Gedanken zur Weihnacht
Was wär an unserm Weihnachten so wunderschön?Autor: Wilfried Grünewald
Wenn wir zusammen alte Weihnachtslieder sängen -
Gemeinsam durch den Schnee des Nachts spazierengehn -
Und alles Leid der Welt aus unserm Sinn verdrängen?
Eiskalte Winde lassen unsere Nasen laufen,
wenn wir noch letzte Weihnachtskäufe machen.
Als könnten Wärme und Geborgenheit wir kaufen.
Wir wollen Plätzchenduft und helles Kinderlachen
und uns nicht regennass zerzauste Haare raufen.
Wenn wir dann lächelnd in der warmen Stube sitzen,
bei trautem Kerzenlicht und viele Sterne blitzen
am Weihnachtsbaum - und wir die Stimme heben
und uns viel Segenswünsche und Geschenke geben.
Wenn wir uns liebevoll umarmen und dann daran denken,
wie wir als Kinder vor der Türe lang gewartet haben.
Bis endlich wir zu süßen Leckereien und Geschenken
hinein gedurft und konnten uns genüsslich laben -
und schließlich unsere Schritte noch zur Krippe lenken.
Wie`s früher so gemütlich war, so wird`s nie wieder sein.
Wir können Zeitenlauf und Jahrgang nicht erwählen -
wir leben heute nur und wandern immer weiter
wenn wir es recht gelebt, dann finden wir uns drein
und hören auf, die schönen Stunden nur zu zählen.
Die Tage sind mal trüb und grau, mal wunderschön und heiter.
Das Fest des Lichtes und der hellen Kerzen,
es soll uns immer sein ein guter Wegbereiter
es leuchtet uns am Wege und in unsere Herzen.
Wir wünschen euch von Herzen schöne Weihnachtstage
und eine gute Woche zwischen beiden Jahren!
Und dass im Neuen Jahr Fortuna zu euch sage:
Viel Glück und Freude soll euch immer widerfahren.
- Kurze einleitende Zusammenfassung
- Ausführliche Gedichtinterpretation
- Stimmung des Gedichts
- Geeignete Anlässe
- Zielgruppe
- Weniger geeignet für
- Vortrags- und Inszenierungstipps
- Abschließende Empfehlung
Kurze einleitende Zusammenfassung
Wilfried Grünewalds "Gedanken zur Weihnacht" wirkt wie ein warmes, nachdenkliches Gespräch bei Kerzenschein. Es fängt die Sehnsucht nach dem perfekten, gemütlichen Fest ein, stellt dieser aber die oft hektische Realität gegenüber und mündet in einer weisen, versöhnlichen Lebenshaltung. Das Gedicht besticht durch seine bildhafte Sprache und den sanften Übergang von nostalgischer Rückschau zu einem tröstlichen Blick in die Gegenwart und Zukunft.
Ausführliche Gedichtinterpretation
Das Werk gliedert sich in drei klar unterscheidbare Gedankengänge. Die erste Strophe beginnt mit einer rhetorischen Frage, die das Idealbild von Weihnachten beschwört: gemeinsames Singen, Spaziergänge im Schnee und die Ausblendung allen Leids. Schnell jedoch bricht die Alltagswirklichkeit ein – mit laufenden Nasen, stressigen Last-Minute-Einkäufen und der ironischen Erkenntnis, dass sich Geborgenheit nicht erkaufen lässt. Der Wunsch nach "Plätzchenduft und helles Kinderlachen" steht im Kontrast zur selbstironischen Befürchtung, sich "regnennass zerzauste Haare" raufen zu müssen.
Die zweite Strophe führt uns dann in die erhoffte Idylle der "warmen Stube". Bei Kerzenlicht und funkelndem Baum werden Geschenke und Wünsche getauscht. Diese Gegenwart löst Erinnerungen an die eigene Kindheit aus, an das glückliche Warten vor der Tür und das "sich genüsslich Laben". Bedeutsam ist der letzte Vers dieser Strophe: Der Gang "zur Krippe" lenkt den Blick auf den ursprünglichen, religiösen Kern des Festes und gibt den persönlichen Erinnerungen eine tiefere Dimension.
Die dritte und weiseste Strophe vollzieht eine versöhnliche Wendung. Der Dichter akzeptiert, dass die gemütliche Vergangenheit nicht wiederholbar ist ("so wird's nie wieder sein"). Statt in Nostalgie zu verharren, plädiert er dafür, die Gegenwart "recht" zu leben und "aufzuhören, die schönen Stunden nur zu zählen". Die Metapher des Festes als "guter Wegbereiter", der "am Wege und in unsere Herzen" leuchtet, transformiert Weihnachten von einem kurzlebigen Ereignis zu einem inneren Leitstern. Der abschließende Gruß für die Festtage und das neue Jahr rundet das Gedicht herzlich und zuversichtlich ab.
Stimmung des Gedichts
Das Gedicht erzeugt eine vielschichtige, warme und nachdenkliche Stimmung. Es beginnt mit einer sehnsuchtsvollen, fast träumerischen Atmosphäre, die jedoch von der leicht komischen Hektik des Vorweihnachtsalltags durchbrochen wird. Darauf folgt ein Gefühl der behaglichen Geborgenheit und freudiger Nostalgie. Den stärksten Eindruck hinterlässt schließlich der ruhige, gelassene und weise Ton der letzten Strophe, der Trost und Zuversicht spendet. Insgesamt ist die Grundstimmung positiv, reflektiert und zutiefst menschlich.
Geeignete Anlässe
Dieses Gedicht eignet sich hervorragend für besinnliche Momente in der Advents- und Weihnachtszeit. Es passt perfekt zu Familienfeiern am Heiligabend oder an den Weihnachtstagen, insbesondere vor oder nach dem gemeinsamen Essen. Auch für Adventskränzchen in geselliger Runde oder für die Gestaltung eines weihnachtlichen Gemeindebriefs oder einer Firmenkarte ist es eine ausgezeichnete Wahl. Darüber hinaus bietet es sich als nachdenklicher Beitrag für Weihnachtsfeiern von Vereinen oder Chören an.
Zielgruppe
"Gedanken zur Weihnacht" spricht insbesondere Erwachsene und ältere Jugendliche an, die bereits über einen gewissen Erfahrungsschatz verfügen. Menschen in der Lebensmitte, die selbst Kindheitserinnerungen an das Fest haben und nun das Feiern mit der eigenen Familie oder im Freundeskreis gestalten, werden die beschriebenen Kontraste und die versöhnliche Botschaft unmittelbar nachvollziehen können. Auch für Senioren, die in der Rückschau auf viele Weihnachten blicken, ist der Text sehr passend.
Weniger geeignet für
Weniger geeignet ist das Gedicht für sehr junge Kinder, da seine reflektierende und manchmal leicht melancholische Tonalität sowie seine Länge ihre Aufmerksamkeit möglicherweise überfordern. Ebenso könnte es für eine ausschließlich fröhlich-ausgelassene Weihnachtsfeier, bei der es vor allem um Party-Stimmung geht, einen zu nachdenklichen Akzent setzen. Wer ein kurzes, knappes Gedicht sucht oder rein religiöse Texte bevorzugt, wird hier nicht vollständig fündig.
Vortrags- und Inszenierungstipps
Tragen Sie das Gedicht langsam und mit Bedacht vor. Variieren Sie Ihre Stimme: Die anfängliche Frage leicht träumerisch, die Schilderung der Hektik mit einem Hauch von Ironie in der Stimme, die Schilderung der warmen Stube weich und verträumt. Bei der weisen dritten Strophe sollte die Stimme ruhiger und gefestigter werden. Eine effektvolle Inszenierung könnte ein kleines Schauspiel sein: Eine Person liest, während andere pantomimisch die Szenen (Einkaufen, Stube, Krippe) darstellen. Besonders schön ist ein musikalischer Rahmen – beginnen und enden Sie mit einer Strophe eines passenden Weihnachtsliedes wie "O du fröhliche". Für einen visuellen Vortrag (etwa online) kombinieren Sie die Lesung mit wechselnden Bildern, die die beschriebenen Szenen aufgreifen.
Abschließende Empfehlung
Wählen Sie Wilfried Grünewalds "Gedanken zur Weihnacht" genau dann, wenn Sie in Ihrer Weihnachtsfeier oder persönlichen Vorbereitung eine Tiefe jenseits von reinem Glitzer und Konsum erreichen möchten. Es ist das ideale Gedicht für den späten Advent oder den Heiligabend, wenn die Hektik nachlässt und der Raum für Besinnung entsteht. Besonders empfehlen wir es, wenn Sie einer gemischten Gruppe von Menschen, die alle ihre eigenen Weihnachtsgeschichten mitbringen, einen gemeinsamen, versöhnlichen Gedanken schenken wollen, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einfühlsam verbindet.
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