Weihnachtswunsch
Kategorie: besinnliche Weihnachtsgedichte
Weihnachtswunsch
Ein jeder nur an sich denkt:Autor: Frauke Bärenfänger
Was bekomme ich geschenkt?
Gestresst, genervt eilt durch den Tag
ob er heut noch Freude bringen mag?
Sich wünscht es wäre bald vorbei
Mit dieser dunklen Jahreszeit.
Wo bleibt die Freud, die Bescheidenheit,
besonders in der Weihnachtszeit.
Sich einfach zu freuen, zusammen zu sein
mit seinen Lieben, - und nicht allein.
Ein Lächeln, ein Küsschen,
und nicht nur ein bisschen.
Die Zeit zu genießen, am kleinen zu Freun
Ach wär das schön.
- Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung
- Ausführliche Interpretation des Gedichts
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?
- Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Vortrags- und Inszenierungstipps
- Abschließende Empfehlung
Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung
Das Gedicht "Weihnachtswunsch" von Frauke Bärenfänger wirkt wie ein besinnlicher Gegenpol zum alljährlichen Weihnachtsrummel. Es hält uns einen Spiegel vor und erinnert mit sanftem, aber deutlichem Nachdruck an die eigentlichen Werte des Festes. Statt in hektische Vorbereitungen zu verfallen, lenkt es den Blick auf zwischenmenschliche Nähe und einfache Freuden. Die Wirkung ist daher zweigeteilt: Zunächst konfrontiert es den Leser mit einer kritischen Bestandsaufnahme moderner Weihnachtshektik, um ihn dann einfühlsam in die Richtung echter Erfüllung zu führen.
Ausführliche Interpretation des Gedichts
Das Werk lässt sich klar in zwei gedankliche Abschnitte unterteilen. Die ersten sechs Zeilen zeichnen ein düsteres Bild der Vorweihnachtszeit. Der Fokus liegt auf dem Egoismus ("Ein jeder nur an sich denkt"), der materialistischen Erwartungshaltung ("Was bekomme ich geschenkt?") und dem daraus resultierenden Stress. Die rhetorische Frage "ob er heut noch Freude bringen mag?" unterstreift die empfundene Sinnentleerung. Der Wunsch, die "dunkle Jahreszeit" möge schnell vergehen, offenbart eine tiefe Erschöpfung, die nichts mehr mit Vorfreude zu tun hat.
Mit der Zeile "Wo bleibt die Freud, die Bescheidenheit" setzt die Wende ein. Der zweite Teil formuliert den eigentlichen Wunsch, der im Titel anklingt. Hier werden keine materiellen Güter beschrieben, sondern immaterielle Werte: Gemeinschaft ("zusammen zu sein / mit seinen Lieben"), Zärtlichkeit ("Ein Lächeln, ein Küsschen") und Achtsamkeit ("Die Zeit zu genießen, am kleinen zu Freun"). Die bewusst einfache, fast umgangssprachliche Diktion ("und nicht nur ein bisschen", "Ach wär das schön") verstärkt den Eindruck von Aufrichtigkeit und Sehnsucht nach unkomplizierter Menschlichkeit. Das Gedicht ist somit eine poetische Aufforderung zur inneren Einkehr und Neuausrichtung.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Zu Beginn erzeugt der Text eine Stimmung der Unruhe, der Getriebenheit und einer leichten Resignation. Man fühlt sich in die Hektik der Innenstädte und überfüllten To-Do-Listen versetzt. Diese dichte, beklemmende Atmosphäre löst sich jedoch im Verlauf auf und weicht einer warmen, sehnsuchtsvollen und zutiefst menschlichen Stimmung. Die finale Empfindung ist eine Mischung aus Wehmut über das, was oft verloren geht, und einer hoffnungsvollen Zuversicht, dass die besinnliche Seite des Festes doch noch zu finden ist. Es hinterlässt ein nachdenkliches, aber letztlich herzerwärmendes Gefühl.
Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?
Dieses Gedicht ist ein vielseitiger Begleiter in der Advents- und Weihnachtszeit. Besonders passend ist es für:
- Besinnliche Adventsfeiern in Familie oder Freundeskreis, um einen Moment der Ruhe zu schaffen.
- Eröffnungen oder Abschlüsse von Weihnachtsfeiern in Vereinen oder am Arbeitsplatz, um den Sinn des Zusammenseins zu betonen.
- Weihnachtsgottesdienste oder spirituelle Zusammenkünfte, die den Kontrast zwischen Kommerz und Nächstenliebe thematisieren.
- Persönliche Reflexion: Als Eintrag im Adventskalender oder zum Lesen bei einer Tasse Tee, um sich selbst zu erden.
- Als einführender oder abschließender Text für eine Weihnachtskarte an Menschen, denen man besonders nahesteht.
Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Die Botschaft spricht vor allem Erwachsene an, die die Weihnachtszeit aktiv gestalten und erleben - also in erster Linie Personen ab etwa 25 Jahren. Gerade Menschen in der Lebensmitte, die selbst Familie haben und den Stress der Festvorbereitungen aus erster Hand kennen, werden die beschriebene Situation unmittelbar nachvollziehen können. Ebenso eignet es sich für ältere Semester, die vielleicht den Wandel der Weihnachtstradition hin zum Konsumrausch kritisch betrachten und sich nach der beschaulichen Weihnacht ihrer Jugend sehnen. Die klare Sprache macht es aber auch für Jugendliche verständlich, die beginnen, die Feiertage jenseits des Geschenkebekommens zu reflektieren.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
Für kleine Kinder ist der Text aufgrund seiner kritischen und reflektierenden Natur weniger geeignet, da er ihre ungetrübte Vorfreude auf den Weihnachtsmann und die Geschenke möglicherweise unnötig kompliziert. Auch für rein festliche, ausschließlich fröhliche und ausgelassene Feiern, bei denen der Fokus auf unbeschwerter Unterhaltung liegt, könnte der nachdenkliche Tonfall einen unpassenden Kontrast bilden. Menschen, die gerade selbst in einer sehr stressigen Phase stecken und Weihnachten lediglich als weiteren Pflichttermin abhaken möchten, fühlen sich von der impliziten Aufforderung zur Besinnung eventuell ungewollt ermahnt.
Vortrags- und Inszenierungstipps
Ein gelungener Vortrag lebt vom Kontrast zwischen den beiden Teilen des Gedichts. Beginnen Sie mit einer etwas schnelleren, fast gehetzt wirkenden Sprechweise, die die Nervosität der ersten Strophen unterstreicht. Eine leicht gepresste oder ungeduldige Stimme kann hier helfen. Bei der Frage "ob er heut noch Freude bringen mag?" sollten Sie eine deutliche Pause einlegen und nachdenklich wirken.
Ab der Zeile "Wo bleibt die Freud..." ändert sich alles. Verlangsamen Sie Ihr Tempo deutlich. Sprechen Sie weicher, warmer und mit mehr Melodie in der Stimme. Bei "zusammen zu sein" und "mit seinen Lieben" können Sie ein inniges Lächeln andeuten. Die letzten beiden Zeilen - "Die Zeit zu genießen... Ach wär das schön." - sollten fast wie ein seufzender, glücklicher Wunsch klingen, mit einer langen, entspannten Pause am Ende. Für eine Inszenierung in der Gruppe bietet sich an, den ersten Teil chorisch und etwas mechanisch vorzutragen, während der zweite Teil von einer einzelnen, warmen Stimme übernommen wird, begleitet von sanftem Kerzenlicht.
Abschließende Empfehlung
Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie spüren, dass der Zauber der Weihnachtszeit unter der Last der Erwartungen und Verpflichtungen zu ersticken droht. Es ist der ideale Text für den Abend des Heiligen Abends, wenn die Geschenke endlich eingepackt sind und ein Moment der Stunde einkehrt, bevor die Familie zusammenkommt. Nutzen Sie es, um sich und anderen ins Gedächtnis zu rufen, worauf es wirklich ankommt. Es ist weniger ein Gedicht für den lauten, festlichen Höhepunkt, sondern vielmehr für die stillen, kostbaren Minuten dazwischen, in denen die wahre Weihnachtsfreude geboren wird. Es verwandelt den allgegenwärtigen Weihnachtswunsch nach mehr Besinnlichkeit in berührende Worte.
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