Weihnachtszeit Oh Weihnachtszeit

Kategorie: besinnliche Weihnachtsgedichte

Weihnachtszeit Oh Weihnachtszeit

Weihnachtszeit Oh Weihnachtszeit,
ach jetzt ist es schon soweit.
Die Flocken fallen,
der Chor der singt
und die Glocke ja die klingt

Ach du lieber Weihnachtsmann,
komm doch in mein Stübchen
Ich freu mich schon
und war bestimmt ein sehr artiges Bübchen.

Ach du lieber Weihnachtsmann,
weiß nicht was ich mir wünschen kann.
Hast du vielleicht etwas in deinem Sacke,
was ich kann mir packe?

Ho Ho Ho!
Ich bin Moritz der Weihnachtsmann
Und werde für dich tun was ich kann
Doch warst du auch ein guter Junge?

Gib gut Acht!
Süßigkeiten gibt es nur für die Guten
und für die Bösen nur die Ruten!

Ich war immer ein artiger Racker und vor den Mädchen nie ein cooler Macker.

Nun gut hier dein Geschenk was ich dir gebe
Ich hoffe du kannst damit lebe.

Ach du lieber Weihnachtsmann
Das ein Geschenk von großen Werte,
Ich mach auch keine Scherze.

Ach das macht mich wirklich froh,
Ho Ho Ho, Ho Ho, Ho Ho.
Doch jetzt muss ich rauf auf meinen Schlitten,
denn meine Rentiere wollen werden von mir geritten.

Weihnachtszeit Oh Weihnachtszeit,
Ach jetzt ist es schon so weit.
Das war eine Heiterkeit.
Papa Noel er kam er ging,
und nun kann ich weiter singen

Hallelujah
Autor: Die Brandiser Wichtel

Kurze einleitende Zusammenfassung

Das Gedicht "Weihnachtszeit Oh Weihnachtszeit" fängt den klassischen, herzerwärmenden Dialog zwischen einem Kind und dem Weihnachtsmann ein, bereichert ihn jedoch mit einer überraschenden Prise Humor und zeitgenössischer Sprache. Es verbindet traditionelle Bilder wie fallende Flocken und klingende Glocken mit einer charmant-naiven Perspektive eines Kindes, das sich als "artiger Racker" beschreibt. Die unerwartete Wendung, in der der Weihnachtsmann selbst auftritt und eine kleine moralische Prüfung abhält, verleiht dem Werk einen einzigartigen, lebendigen Charakter, der über reine Nostalgie hinausgeht.

Ausführliche Interpretation

Das Gedicht lässt sich in drei klar unterscheidbare Akte unterteilen, die eine kleine erzählerische Reise darstellen. Der erste Teil (Strophen 1-3) etabliert die Szenerie aus der Sicht des wartenden Kindes. Die wiederholte, sehnsuchtsvolle Anrufung "Weihnachtszeit Oh Weihnachtszeit" und "Ach du lieber Weihnachtsmann" unterstreicht die kindliche Vorfreude. Die Aufzählung "Die Flocken fallen, der Chor der singt und die Glocke ja die klingt" wirkt wie ein impressionistisches Gemälde der Festzeit. Besonders originell ist die kindlich-direkte Verhandlungsführung in "Hast du vielleicht etwas in deinem Sacke, was ich kann mir packe?", die Unschuld und pragmatische Erwartungshaltung gleichermazeigt.

Der zweite Akt (Strophen 4-7) bringt mit dem energischen "Ho Ho Ho!" die titelgebende Figur selbst auf die Bühne. Der Weihnachtsmann - hier mit dem individuellen Namen "Moritz" versehen - ist nicht nur Gabenbringer, sondern auch eine prüfende Instanz. Seine Frage "Doch warst du auch ein guter Junge?" und die anschließende Warnung vor den "Ruten" für die Bösen spielt mit dem traditionellen Erziehungsmythos. Die Antwort des Kindes "Ich war immer ein artiger Racker und vor den Mädchen nie ein cooler Macker" ist der Schlüsselsatz des Gedichts. Diese moderne, fast jugendsprachliche Formulierung ("cooler Macker") bricht bewusst mit dem altbackenen Ton und macht die Figur des Kindes sympathisch und authentisch.

Der dritte und letzte Akt (Strophen 8-11) zeigt die freudige Übergabe des Geschenks und den hastigen Abschied des Weihnachtsmanns, der zu seinen Rentieren muss. Der abschließende Refrain "Weihnachtszeit Oh Weihnachtszeit" rahmt das Geschehen ein. Die Zeile "Das war eine Heiterkeit" fasst den gesamten, freudig-aufgeregten Vorfall zusammen. Die finale Erwähnung "Papa Noel" neben "Weihnachtsmann" und der überraschende Ausruf "Hallelujah" verleihen dem Gedicht eine internationale und fast sakrale Note, die die universelle Freude des Festes unterstreicht.

Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?

Primär erzeugt das Werk eine Stimmung unbeschwerter, kindlicher Vorfreude und heiterer Aufregung. Der Leser wird unmittelbar in die glückliche Erwartungshaltung vor dem Heiligabend versetzt. Durch den eingebauten Dialog und die humorvollen Elemente - wie die selbstbewusste Rechtfertigung des Kindes oder die leicht schroffe Art des Weihnachtsmanns Moritz - entsteht zusätzlich eine lebendige, unterhaltsame und leicht augenzwinkernde Atmosphäre. Es ist keine tiefgründig besinnliche, sondern eine verspielte und direkt zugängliche Festtagsstimmung, die zum Schmunzeln einlädt.

Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht?

Dieses Gedicht ist ein vielseitig einsetzbarer Begleiter in der Advents- und Weihnachtszeit. Es eignet sich perfekt für gemütliche Familienvorleseabende in der Vorweihnachtszeit, um die Vorfreude der Kinder zu steigern. Auf kleineren, inoffiziellen Weihnachtsfeiern im Freundes- oder Vereinskreis kann es als humorvoller Programmpunkt vorgetragen werden. Für Krippenspiele oder kleine Schulaufführungen in der Grundschule bietet es dank der dialogischen Struktur und der zwei klar verteilten Rollen eine ideale Textgrundlage. Zudem ist es eine wunderbare Ergänzung für die persönliche Weihnachtskarte an Familie oder enge Freunde, die Kinder haben.

Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?

Die primäre Zielgruppe sind Kinder im Vor- und Grundschulalter (etwa 4 bis 10 Jahre). Die einfache Sprache, die eingängigen Reime und die Identifikationsfigur des "Bübchen" sprechen diese Altersgruppe direkt an. Darüber hinaus eignet sich das Gedicht aber auch für Erwachsene, die Kindern vorlesen oder es aufführen, da der subtile Humor in Zeilen wie "vor den Mädchen nie ein cooler Macker" auch bei den Vorlesenden für Erheiterung sorgt. Es ist somit ein generationenübergreifendes Werk, das sowohl die jungen Zuhörer als auch die vorlesenden Eltern oder Großeltern anspricht.

Für wen eignet sich das Gedicht weniger?

Für Leser oder Anlässe, die einen ausschließlich traditionellen, feierlich-ernsten oder tief religiösen Ton suchen, ist dieses Gedicht weniger passend. Der humorvolle und umgangssprachliche Einschlag könnte in einem sehr formellen Rahmen, wie einer festlichen Weihnachtsgala oder einem Gottesdienst, als zu leichtfüßig empfunden werden. Ebenso ist es für rein erwachsene Zirkel, die etwa literarisch anspruchsvolle oder philosophische Weihnachtstexte diskutieren möchten, nicht die erste Wahl. Der Charme des Gedichts entfaltet sich vollständig im Kontext von Familie und kindlicher Naivität.

Vortrags- und Inszenierungstipps

Um den besonderen Charakter des Gedichts voll zur Geltung zu bringen, empfehlen sich folgende Inszenierungsideen:

  • Rollenvortrag: Teilen Sie die Sprecherrollen klar auf. Eine Person (oder ein Kind) spricht die Teile des wartenden Kindes, eine andere, mit tieferer, jovialer Stimme, die Parts des Weihnachtsmanns Moritz. Der einrahmende Refrain kann gemeinsam gesprochen werden.
  • Stimmlage und Tempo: Die Kindes-Stimme sollte neugierig, hoffnungsvoll und etwas aufgeregt klingen. Beim Weihnachtsmann dürfen Sie mit einem kräftigen, herzlichen "Ho Ho Ho!" beginnen und seine Fragen mit einer schelmisch-prüfenden Betonung versehen. Das Tempo kann im Dialog ruhig lebhaft sein, während die einleitenden und abschließenden Strophen etwas getragener vorgetragen werden können.
  • Einfache Kostümierung: Schon eine Weihnachtsmannmütze für den einen und eine Schlafmütze für das "Bübchen" reichen aus, um die Rollen visuell zu unterscheiden und die Aufführung aufzulockern.
  • Geräuscheffekte: Untermalen Sie den Vortrag mit einfachen Klängen: Ein Glöckchen für "die Glocke ja die klingt", leises Rasseln mit in Folie eingewickelten Nüssen für den "Sacke" oder ein paar Stampfer für die davonfahrenden "Rentiere".
  • Interaktion: Beziehen Sie bei einer Familienaufführung das Publikum mit ein, etwa indem alle gemeinsam das "Hallelujah" am Ende rufen oder die letzten Zeilen singen.

Abschließende Empfehlung

Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie die Weihnachtszeit nicht nur besinnlich, sondern auch mit einem herzhaften Lachen und einer Portion kindlicher Unmittelbarkeit feiern möchten. Es ist der ideale Text für den Heiligen Abend, kurz bevor die Geschenke verteilt werden, um die Spannung und Vorfreude literarisch zu untermalen. Ebenso ist es ein wunderbarer Auftakt für das gemeinsame Plätzchenbacken am Nachmittag oder die perfekte Gutenachtgeschichte in den Nächten des Advents. "Weihnachtszeit Oh Weihnachtszeit" garantiert keine stille Andacht, sondern eine lebendige, gemeinsame Heiterkeit - genau das, was das Fest im Kreise der Liebsten so unvergesslich macht.

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