Oh jeee ein Baum
Kategorie: Weihnachtsgedichte für Kinder
Oh jeee ein Baum
Papa sag was machst Du da - mit dem großen BaumAutor: Frank Wyzujak
Schleppst in da von draußen rein -
Was soll der bloß bei uns im Raum?
Mensch der passt doch nicht hinein!
Sag Papa, ist der Baum nicht etwas krumm?
Nicht mal in die Ecke passt er!
Mensch das läuft jetzt grade dumm…
Der ist schief und damit Basta!
Warum hat der denn so viele Nadeln?
Blätter wären doch mal toll!
Wir woll‘n Dich auch nicht wirklich tadeln –
Doch der - der ist nicht wie er soll…
Tja dann müssen wir ihn schmücken
Damit man ihn nicht so doll sieht –
Und müssen wir uns dazu bücken…
Zur Ablenkung vielleicht ein Lied?
Von der Decke einen Faden
Damit er bloß nicht einfach fällt -
Egal welch Gäste wir auch laden -
Die Hauptsach` ist doch dass er hält!
Nächstes Jahr da gibt’s nen schönen
Einen mit `nem Gardemaß
Papa muss sich wohl daran gewöhnen
Jedes Jahr eine neuer Spaß!
- Ausführliche Interpretation des Gedichts
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
- Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Wie lang dauert der Vortrag?
Ausführliche Interpretation des Gedichts
Das Gedicht "Papa sag was machst Du da" bietet einen charmanten und unverblümten Blick auf die alljährliche Tradition des Christbaumschmückens aus der Perspektive eines neugierigen Kindes. Es erzählt keine perfekte Weihnachtsidylle, sondern eine humorvolle, realistische Familienszene. Der Dialog zwischen Kind und Vater beginnt mit purem Erstaunen über die schiere Größe und Unhandlichkeit des Baumes. Die kindliche Logik ("Blätter wären doch mal toll!") und der schonungslose Realismus ("Der ist schief und damit Basta!") dekonstruieren liebevoll den Anspruch auf perfekte Festtagsästhetik.
Die Lösung für die offensichtlichen Mängel des Baumes wird in den späteren Strophen gefunden: kreatives Improvisationstalent. Das Schmücken dient nicht primär der Verzierung, sondern der Tarnung ("Damit man ihn nicht so doll sieht"). Die Sicherungsmaßnahmen mit Faden von der Decke und der pragmatische Spruch "Die Hauptsach` ist doch dass er hält!" zeichnen das Bild einer Familie, die mit Witz und Gemeinschaftsgeist über kleine Katastrophen hinwegkommt. Die letzte Strophe mit dem Versprechen auf einen "Gardemaß"-Baum im nächsten Jahr und dem resigniert-humorvollen "Jedes Jahr eine neuer Spaß!" des Vaters rundet das Gedicht als eine Ode an die liebenswerten Unvollkommenheiten des Weihnachtsfests ab. Es feiert weniger das makellose Ergebnis, sondern vielmehr den gemeinsamen, oft chaotischen Prozess, der echte Erinnerungen schafft.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Das Gedicht erzeugt eine durchweg heitere, warmherzige und familiäre Stimmung. Es ist von einem unbeschwerten Humor und einer liebevollen Augenzwinkerei geprägt. Die Stimmung ist nicht feierlich-erhaben, sondern bodenständig und herzlich. Sie löst beim Leser oder Zuhörer ein Lächeln aus, weil sie so nah an der gelebten Realität vieler Haushalte ist. Es transportiert ein Gefühl der Geborgenheit und Zusammengehörigkeit, die nicht aus Perfektion, sondern aus dem gemeinsamen Meistern kleiner Pannen entsteht. Die Grundstimmung ist somit freudig-entspannt und authentisch.
Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
Dieses Gedicht eignet sich hervorragend für informelle, private Weihnachtsfeiern. Es ist ein idealer Beitrag für den Heiligabend im Kreis der Familie, vielleicht direkt vor oder während des Baumschmückens. Es passt perfekt zu einem gemütlichen Adventskaffee oder einem vorweihnachtlichen Treffen unter Freunden, bei dem man über eigene Weihnachts-Pannen lachen kann. Aufgrund seines humorvollen Charakters ist es auch eine ausgezeichnete, unkonventionelle Wahl für eine persönliche Weihnachtskarte oder einen geselligen Abend in der Vorweihnachtszeit. Für einen formellen Gottesdienst oder eine sehr traditionelle Feier ist der Tonfall hingegen möglicherweise zu locker.
Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Das Gedicht spricht eine breite Altersgruppe an und funktioniert auf mehreren Ebenen. Kinder im Grundschulalter verstehen die direkte, kindliche Perspektive und den einfachen Witz sofort. Jugendliche und Erwachsene schätzen die ironische Brechung der Weihnachtstradition und den humorvollen Blick auf elterliche Improvisationskünste. Für Senioren, die selbst oft genug in der Rolle des "Papa" oder der "Mama" waren, löst es sicherlich anekdotenhafte Erinnerungen und ein wissendes Schmunzeln aus. Es ist somit ein generationenübergreifendes Gedicht, das die ganze Familie gemeinsam genießen kann.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Personen, die ausschließlich tiefgründige oder spirituelle Weihnachtslyrik suchen: Das Gedicht ist bewusst leicht und unterhaltsam und verzichtet auf religiöse Symbolik oder nachdenklich-melancholische Töne.
- Sehr formelle oder protokollarische Weihnachtsveranstaltungen: Bei einem offiziellen Empfang, einer firmeninternen Weihnachtsfeier mit strengem Programm oder einer klassischen Literaturlesung könnte der lockere, familiäre Ton als zu unpassend empfunden werden.
- Zuhörer, die den perfekten, märchenhaften Zauber von Weihnachten ohne jeden Realismus erleben möchten: Wer sich ausschließlich an der ungetrübten, idealisierten Romantik des Festes erfreuen will, für den könnte die Thematisierung eines krummen Baumes und der Notlügen beim Schmücken störend wirken.
Wie lang dauert der Vortrag?
Bei einem Vortrag in gemächlichem, betontem Tempo, das Raum für die humorvollen Pointen lässt, beträgt die Dauer des Gedichts etwa 45 bis 60 Sekunden. Diese kurze Zeitspanne macht es zu einem perfekten, unaufdringlichen Programmpunkt innerhalb einer Weihnachtsfeier. Sie können es ohne Zeitdruck vorlesen, ohne den Ablauf einer Veranstaltung zu beeinträchtigen. Planen Sie für einen besonders lebendigen Vortrag, vielleicht mit kleinen Pausen oder einem Schmunzeln, ruhig eine gute Minute ein. Die Kürze ist ein großer Vorteil, denn sie erlaubt es, den Text auch spontan und ohne lange Vorbereitung vorzutragen.
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