Lieber, guter Weihnachtsmann
Kategorie: Weihnachtsgedichte für Kinder
Lieber, guter Weihnachtsmann
Lieber, guter WeihnachtsmannAutor: unbekannt
Schau mich nicht so böse an.
Stecke deine Rute ein,
Ich will auch immer artig sein.
- Ausführliche Interpretation des Gedichts
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
- Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Wie lang dauert der Vortrag?
Ausführliche Interpretation des Gedichts
Das kurze Gedicht "Lieber, guter Weihnachtsmann" ist ein faszinierendes Zeitdokument, das die traditionelle Nikolaus- und Weihnachtsmann-Figur in den Mittelpunkt stellt. Auf den ersten Blick wirkt es wie eine einfache Bitte eines Kindes, doch bei genauerer Betrachtung offenbart es psychologische und erzieherische Tiefe. Die direkte Ansprache "Lieber, guter Weihnachtsmann" zeigt ein vertrautes, aber auch respektvolles Verhältnis zu dieser mythischen Gestalt. Die zweite Zeile "Schau mich nicht so böse an." verrät jedoch sofort eine kindliche Unsicherheit oder ein schlechtes Gewissen. Hier wird die archetypische Rolle des Weihnachtsmannes als Richter über artiges und unartiges Verhalten deutlich angesprochen.
In der dritten und vierten Zeile folgt dann das eigentliche Versprechen und der Deal: "Stecke deine Rute ein, / Ich will auch immer artig sein." Die Rute, ein Symbol für Strafe und Züchtigung, soll verschwinden, und im Gegenzug bietet das sprechende Kind eine Verhaltensänderung für die Zukunft an. Interessant ist die Formulierung "auch immer", die impliziert, dass das Kind vielleicht nicht durchgehend brav war, sich nun aber zu Besserung verpflichtet. Das Gedicht fungiert somit weniger als reines Festtagsgedicht, sondern vielmehr als eine Art mündlicher Vertrag oder ein frommer Vorsatz, der in der magischen Atmosphäre der Weihnachtszeit geschlossen wird. Es spiegelt die pädagogische Funktion der Weihnachtsmann-Figur im 19. und frühen 20. Jahrhundert wider, die weit über die reine Geschenkebene hinausging.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Das Gedicht erzeugt eine sehr spezifische, gemischte Stimmung. Es beginnt mit einer leichten Anspannung und einem Unterton der Besorgnis, ausgelöst durch den "bösen" Blick des Weihnachtsmannes und die Erwähnung der Rute. Diese leicht bedrohliche Atmosphäre wandelt sich jedoch schnell in einen versöhnlichen und hoffnungsvollen Ton. Die Stimmung ist nicht durchweg fröhlich oder ausgelassen feierlich, sondern eher nachdenklich-bittend und mündet in einen versöhnlichen Optimismus. Es ist die Stimmung eines kleinen Geständnisses, gefolgt von der festen Absicht, es in Zukunft besser zu machen. Dadurch besitzt das Werk einen tröstenden Charakter, da die Möglichkeit der Vergebung und ein Neuanfang im Zentrum stehen. Die einfache, gereimte Form verleiht dem Ganzen jedoch eine kindliche Leichtigkeit, die die ursprüngliche Beklommenheit auflockert.
Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
Dieses Gedicht eignet sich hervorragend für verschiedene Anlässe im Dezember, die mit der Nikolaus- oder Weihnachtsmann-Tradition verbunden sind. Ideal ist der Vortrag am Nikolaustag (6. Dezember), wenn der Nikolaus oder sein modernes Pendant, der Weihnachtsmann, persönlich zu Besuch kommt und die Kinder beschenkt. Es kann als kleines, vorgetragenes Versprechen vor der Geschenkeübergabe dienen. Ebenso passt es in die Adventszeit, beispielsweise bei einem gemütlichen Adventskaffee in der Familie, wo Kinder ihren Eltern oder Großeltern ein eingeübtes Gedicht präsentieren. Für eine Weihnachtskarte ist es ein origineller und persönlicher Text, besonders von Kindern an ihre Paten oder Großeltern. In einem nicht zu formellen Gottesdienst oder einer Kinder-Christvesper kann es als Beitrag die Themen Reue, Versprechen und die freudige Erwartung der Weihnachtsbotschaft illustrieren.
Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Primär eignet sich dieses Gedicht für Kinder im Kindergarten- und frühen Grundschulalter (ca. 3 bis 8 Jahre). Die einfache Sprache, der klare Reim und die kurze, einprägsame Länge sind perfekt für diese Altersstufe. Die Thematik - das Verhältnis zum Weihnachtsmann und das Versprechen, brav zu sein - spricht genau die Lebenswelt und die moralischen Lernschritte dieser Kinder an. Ältere Kinder, die bereits nicht mehr an den Weihnachtsmann glauben, könnten den Text als zu infantil empfinden. Für Erwachsene und Senioren wirkt das Gedicht hingegen als niedlicher, nostalgischer Rückblick auf die eigene Kindheit und die Weihnachtstraditionen von früher. Es kann bei ihnen sentimentale Erinnerungen und ein Schmunzeln hervorrufen.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Für rein theologische oder besinnliche Weihnachtsfeiern: In einem Kontext, der ausschließlich die christliche Bedeutung der Geburt Jesu in den Mittelpunkt stellt, passt die Figur des pädagogischen Weihnachtsmannes mit seiner Rute thematisch oft nicht hinein.
- Für sehr moderne oder säkulare Feiern: Bei einer Feier, die bewusst auf traditionelle Symbole wie den Weihnachtsmann verzichtet und stattdessen einen winterlich-geselligen oder rein kulturellen Charakter hat, könnte das Gedicht als antiquiert wirken.
- Für Jugendliche und Teenager: Diese Altersgruppe befindet sich in einer Ablösungsphase von kindlichen Glaubensvorstellungen. Das Gedicht mit seiner direkten Ansprache an den Weihnachtsmann und dem "Artig sein"-Versprechen würde von ihnen sehr wahrscheinlich als uncool oder kindisch abgetan werden.
Wie lang dauert der Vortrag?
Die reine Vortragszeit des Gedichtes beträgt, wenn Sie es in einem gemäßigten Tempo und mit deutlicher Artikulation sprechen, etwa 10 bis 15 Sekunden. Diese Kürze macht es perfekt für junge Kinder, die sich Texte noch nicht lange merken können, und für spontane Einlagen. Bei einer geplanten Lesung oder einem kleinen Programm sollten Sie jedoch unbedingt mehr Zeit einplanen. Ein einführender Satz zur Erklärung oder eine kleine, spielerische Darstellung (ein böser Blick, eine versteckte Rute) kann den Auftritt auf 30 bis 60 Sekunden ausdehnen und ihm mehr Charme verleihen. Für die Zeitplanung bei einer Feier ist somit eine Gesamtblockzeit von etwa einer Minute realistisch und empfehlenswert, um dem Vortrag den nötigen Raum zu geben, ohne dass er hetzig wirkt.
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