Weihnachtsgedicht für Kinder
Kategorie: Weihnachtsgedichte für Kinder
Weihnachtsgedicht für Kinder
Lieber guter Weihnachtsmann, kommst du auch zu mir?Autor: Unbekannt
Klopfe dann recht kräftig nur an die Stubentür.
Ich weiß, du bist den Kindern gut. Bange hab ich nicht.
Mach nur bitte, sei so gut, kein so bös Gesicht.
Stecke deine Rute ein, ich will auch fleißig lern',
auch brav sein, das berhezige ich und versprech' es gern.
Aber brav sein ist auch schwer, lieber Weihnachtsmann.
Darum bitte, sei nicht bös, wenn ich’s nicht immer kann.
Wenn ich groß bin, werde ich ganz vernünftig sein,
Aber jetzt, ich bitte dich, bin ich doch noch recht klein.
Bringst du mir ein Märchenbuch, in dem viele Bilder sind
und ein schönes Wickeltuch für mein Puppenkind?
Weißt du, auch ein richtiges Rad möchte ich von dir.
So eins, wie's der Peter hat, ja, das wünsche ich mir.
Wenn es schneit, bist du dann da, lieber Weihnachtsmann?
Komm nur bald, du weißt es ja, wie schwer ich warten kann.
- Ausführliche Interpretation des Gedichts
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
- Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Wie lang dauert der Vortrag?
Ausführliche Interpretation des Gedichts
Das Gedicht "Lieber guter Weihnachtsmann" bietet einen unmittelbaren und authentischen Einblick in die Gedankenwelt eines Kindes in der Adventszeit. Es ist weniger ein kunstvoll gereimtes Werk als vielmehr ein direktes, herzliches Gebet oder ein inniges Gespräch mit der mythischen Figur. Die Interpretation offenbart mehrere Schichten: Zunächst die kindliche Vorfreude und das unerschütterliche Vertrauen ("Ich weiß, du bist den Kindern gut. Bange hab ich nicht."). Dann folgt die für das Alter typische, charmant verhandelnde Moral. Das Kind verspricht Bravheit, gesteht aber gleichzeitig mit erfrischender Ehrlichkeit die Schwierigkeit ein, dieses Versprechen immer einzuhalten ("Aber brav sein ist auch schwer... wenn ich’s nicht immer kann."). Dieses Zugeständnis macht das Gedicht besonders liebenswert und realistisch.
Ein zentrales Motiv ist die kindliche Selbstreflexion über das eigene noch kleine Dasein ("...bin ich doch noch recht klein."), was fast wie eine Rechtfertigung klingt, aber auch ein tiefes Verständnis für die eigene Entwicklungsstufe zeigt. Die konkreten Wünsche – Märchenbuch, Wickeltuch, ein Rad wie der Peter – sind zeitlos und verankern das Gedicht in der realen Erfahrungswelt. Die finale Strophe mit der Frage nach dem Schnee und der Ungeduld ("...wie schwer ich warten kann.") rundet das Bild perfekt ab und fasst die quälend-schöne Spannung der Vorweihnachtszeit zusammen. Insgesamt zeichnet das Gedicht das Porträt eines Kindes, das zwischen Pflichtgefühl, Wünschen und der puren Freude auf das Fest hin- und hergerissen ist.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Die vorherrschende Stimmung ist eine warme, vertrauensvolle und herzergreifend naive Vorfreude. Durch die direkte Ansprache und die einfache Sprache entsteht eine große Nähe und Intimität. Der Leser fühlt sich unmittelbar in die Perspektive des sprechenden Kindes versetzt. Gleichzeitig schwingt eine zarte Note der Besorgnis mit (die Bitte um kein "bös Gesicht", das Einstecken der Rute), die jedoch stets vom grundlegenden Optimismus und Vertrauen in den Weihnachtsmann überwogen wird. Es ist keine ausgelassene Feierstimmung, sondern eine besinnliche, innere und persönliche Erwartungshaltung, die von kindlicher Ungeduld und herzlicher Bitte geprägt ist. Die Stimmung wirkt tröstend und bestätigend für jedes Kind (und den inneren Kindanteil im Erwachsenen), das ähnliche Gefühle kennt.
Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
Dieses Gedicht ist vielseitig einsetzbar, passt aber besonders gut zu intimen, familiären Anlässen. Ideal ist der Vortrag durch ein Kind am Heiligabend, kurz bevor die Geschenke verteilt werden, oder während eines gemütlichen Adventsnachmittags im Kreise der Familie. Es eignet sich ausgezeichnet zum Einfügen in eine persönliche Weihnachtskarte von Eltern oder Großeltern, vielleicht begleitet von einem Foto des Kindes. In einem kindgerechten Gottesdienst oder einer Kindergarten-Weihnachtsfeier kann es als Beitrag vorgetragen werden, um die Gefühle der Kleinen in den Mittelpunkt zu stellen. Für einen literarischen Adventskaffee bietet es einen einfühlsamen und niedlichen Kontrast zu klassischerer Weihnachtslyrik.
Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Primär spricht das Gedicht Kinder im Vorschul- und frühen Grundschulalter (ca. 4 bis 8 Jahre) an, da es exakt ihre Sprache, ihre Sorgen und ihre Wunschwelt trifft. Kinder dieser Altersgruppe können sich vollständig mit dem Sprecher identifizieren. Sekundär ist es ein wunderbares Gedicht für Eltern, Großeltern und Erwachsene allgemein, die sich an die Magie der eigenen Kindheit erinnern oder die unverstellte Perspektive eines Kindes auf Weihnachten genießen und schätzen möchten. Es berührt die emotionale Seite des Festes jenseits von Kommerz und Hektik.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Für formelle oder sehr traditionelle Weihnachtsfeiern: Der Fokus auf den Weihnachtsmann statt auf die christliche Weihnachtsgeschichte könnte in einem streng religiösen Kontext als nicht passend empfunden werden.
- Für rein erwachsene, literarisch anspruchsvolle Zirkel: Wer nach metaphorischer Tiefe, komplexen Reimschemata oder philosophischer Reflexion sucht, wird hier nicht fündig. Der Charme liegt gerade in der schlichten Direktheit.
- Für Jugendliche in der Pubertät: Diese Altersgruppe könnte das Gedicht möglicherweise als "zu kindlich" oder "kitschig" ablehnen, da es nicht ihrer aktuellen Entwicklung und ihrem Ablösungsbedürfnis entspricht.
Wie lang dauert der Vortrag?
Bei einem ruhigen, betonten und einfühlsamen Vorlesetempo beträgt die Vortragsdauer dieses Gedichts etwa 45 bis 60 Sekunden. Ein etwas zögerlicherer, kindlicher Vortrag kann auch bis zu 75 Sekunden dauern. Diese kurze Dauer macht es perfekt für die Integration in vollgepackte Weihnachtsfeiern, als ergänzendes Element im Gottesdienst oder als persönlichen Beitrag eines Kindes, ohne dass die Aufmerksamkeitsspanne der Zuhörer überstrapaziert wird. Sie erlaubt es, das Gedicht auch mehrmals vorzutragen oder in eine szenische Darstellung einzubetten, ohne den zeitlichen Rahmen zu sprengen.
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