Lieber, guter Weihnachtsmann
Kategorie: Weihnachtsgedichte für Kinder
Lieber, guter Weihnachtsmann
Lieber, guter Weihnachtsmann,Autor: unbekannt
zieh die langen Stiefel an,
kämme deinen weißen Bart,
mach' dich auf die Weihnachtsfahrt.
Komm' doch auch in unser Haus,
packe die Geschenke aus.
Ach, erst das Sprüchlein wolltest du?
Ja, ich kann es, hör mal zu:
Lieber, guter Weihnachtsmann,
guck mich nicht so böse an.
Stecke deine Rute ein,
will auch immer artig sein!
- Ausführliche Interpretation des Gedichts
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
- Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Wie lang dauert der Vortrag?
Ausführliche Interpretation des Gedichts
Das Gedicht "Lieber, guter Weihnachtsmann" entfaltet seinen Charme durch einen klugen dialogischen Aufbau, der weit über einen simplen Kinderreim hinausgeht. Es gliedert sich in zwei deutlich voneinander abgegrenzte Teile, die verschiedene Perspektiven auf die Weihnachtsfigur beleuchten. Die erste Strophe fungiert als freudige Aufforderung: Das lyrische Ich bittet den Nikolaus, sich für seine Reise zu rüsten. Die Verben "zieh an", "kämme" und "mach dich auf" verleihen dem Text eine dynamische, erwartungsvolle Energie und malen ein vertrautes, fast familiäres Bild des Mannes mit dem weißen Bart.
Die zweite Strophe leitet geschickt zur Kernbitte über - dem Besuch im eigenen Heim - und enthüllt dann die eigentliche Pointe. Die Zeile "Ach, erst das Sprüchlein wolltest du?" bricht die vierte Wand und verwandelt das Gedicht in ein interaktives Ritual. Es wird klar, dass das folgende "Sprüchlein" die eigentliche Leistung des Kindes ist, der Preis für die Geschenke. Der dritte Teil ist dann dieses Versprechen in Reimform, eine kunstvolle Wiederaufnahme der Anfangszeile mit einer entscheidenden Wendung: Aus der äußeren Beschreibung ("zieh die langen Stiefel an") wird nun eine innere Bitte ("guck mich nicht so böse an"). Die "Rute" als Symbol für Ermahnung soll eingesteckt werden, während das Kind im Gegenzug sein "artig sein" zusichert. Diese Struktur spiegelt perfekt das weihnachtliche Tauschgeschäft zwischen bravem Verhalten und Bescherung wider und zeigt ein kindliches Bewusstsein für Regeln und Verhandlung.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Das Werk erzeugt eine vorherrschend fröhlich-aufgeregte und zugleich herzlich-vertraute Stimmung. Die direkte Ansprache "Lieber, guter Weihnachtsmann" und die bildhaften, vorbereitenden Tätigkeiten wecken unmittelbar Vorfreude und kindliche Spannung auf das Fest. Ein untergründiges, sanftes Element der Besorgnis schwingt jedoch im letzten Abschnitt mit, wenn das Kind darum bittet, nicht "böse" angeschaut zu werden und die Rute zu verstecken. Diese leichte Nervosität wird jedoch sofort durch den versöhnlichen Vers "will auch immer artig sein" aufgelöst, was eine Stimmung der Versöhnung und der guten Vorsätze entstehen lässt. Insgesamt ist die Atmosphäre verspielt, optimistisch und von einem gegenseitigen Einvernehmen zwischen Kind und mythischer Figur geprägt.
Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
Dieses Gedicht ist äußerst vielseitig einsetzbar und bereichert diverse weihnachtliche Zusammenkünfte. Es eignet sich hervorragend für den Heiligabend in der Familie, wo es von einem Kind vor dem Öffnen der Geschenke vorgetragen werden kann, um die Tradition des "Gedichtsagens" zu pflegen. Bei einem Adventskaffee oder einem weihnachtlichen Kinder-Nachmittag im Kindergarten oder der Grundschule bietet es einen perfekten Programmpunkt. Zudem ist der Text eine entzückende und persönliche Ergänzung für eine handgeschriebene Weihnachtskarte, besonders von Kindern an die Großeltern. In einem eher lockeren Gottesdienst für Familien oder einer Krippenfeier könnte es als literarischer Beitrag die Weihnachtsbotschaft aus kindlicher Sicht ergänzen.
Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Primär wurde das Gedicht für Kinder im Vorschul- und frühen Grundschulalter (ca. 4 bis 8 Jahre) verfasst. Der einfache, eingängige Rhythmus, die klaren Reime und die vertraute Thematik sprechen diese Gruppe direkt an. Kinder in diesem Alter können den Text leicht erlernen und voller Stolz vortragen. Sekundär eignet es sich aber auch für Erwachsene und Senioren, die es vorlesen oder rezitieren, um Nostalgie und weihnachtliche Gemütlichkeit zu verbreiten. Für sie wirkt es als charmantes Relikt aus der eigenen Kindheit und transportiert ein Gefühl von Tradition und unverfälschter Weihnachtsfreude.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Jugendliche und ältere Kinder, die sich bereits von der Figur des Weihnachtsmanns distanzieren oder komplexere, modernere Texte bevorzugen, könnten es als zu kindlich und simpel empfinden.
- Für einen formellen, rein theologisch ausgerichteten Weihnachtsgottesdienst mit Fokus auf die christliche Weihnachtsgeschichte ist der Text weniger passend, da er die weltliche Symbolik des Weihnachtsmanns in den Vordergrund stellt und keine direkten religiösen Bezüge enthält.
- Bei einer literarischen Lesung mit anspruchsvoller Lyrik für Erwachsene würde dieses schlichte, volkstümliche Gedicht wahrscheinlich thematisch und stilistisch aus dem Rahmen fallen.
Wie lang dauert der Vortrag?
Die Dauer des Vortrags ist für die Planung von Feiern ein entscheidender praktischer Faktor. Bei einem gemächlichen, deutlichen und betonten Vorlesen oder Rezitieren, das die kleinen Spannungsbögen und die dialogische Struktur des Textes ausspielt, benötigen Sie etwa 30 bis 45 Sekunden. Sollte ein sehr junges Kind den Text vortragen, das vielleicht noch etwas unsicher ist oder kleine Pausen macht, kann die Dauer auch bis zu einer Minute betragen. Für eine besonders theatralische oder musikalisch untermalte Darbietung können Sie entsprechend mehr Zeit einplanen. In jedem Fall handelt es sich um einen kurzen, prägnanten Beitrag, der problemlos in jedes Programm integriert werden kann, ohne den zeitlichen Ablauf zu strapazieren.
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