Bald ist Weihnacht

Kategorie: Weihnachtsgedichte für Kinder

Bald ist Weihnacht

Bald ist Weihnacht, wie freu' ich mich drauf,
Da putzt uns die Mutter ein Bäumlein schön auf.

Es glänzen die Äpfel, es funkeln die Stern',
Wie haben wir doch alle das Weihnachtsfest gern.
Autor: unbekannt

Ausführliche Interpretation des Gedichts

Dieses kurze, aber prägnante Gedicht fängt den kindlich-unverstellten Vorfreude-Zauber der Weihnachtszeit in einer fast schon klassischen Form ein. Die erste Zeile - "Bald ist Weihnacht, wie freu' ich mich drauf" - stellt unmittelbar eine persönliche und direkte Verbindung zum Leser her. Es ist ein Ausruf der Erwartung, der die universelle Emotion der Vorfreude in einfachen Worten bündelt. Die Verwendung des Wortes "drauf" verleiht dem Vers eine umgangssprachliche, herzliche Note, die Distanz abbaut.

Im zweiten Vers rückt die Mutter als zentrale, fürsorgliche Figur ins Blickfeld. Sie ist es, die das "Bäumlein schön auf" putzt, eine Tätigkeit, die hier weniger als Arbeit, sondern vielmehr als liebevolles Ritual geschildert wird. Dies spiegelt traditionelle Familienstrukturen wider und betont das Gemeinschaftserlebnis der Vorbereitung. Der dritte Vers malt dann das Ergebnis dieses Rituals aus: "Es glänzen die Äpfel, es funkeln die Stern'". Die Wahl der Verben "glänzen" und "funkeln" aktiviert die Sinne und schafft ein lebendiges Bild des geschmückten Baumes, wobei mit Äpfeln und Sternen zwei sehr traditionelle, vielleicht sogar historische Christbaumschmuckelemente genannt werden. Der abschließende Vers - "Wie haben wir doch alle das Weihnachtsfest gern" - weitet die Perspektive vom individuellen "Ich" auf ein inklusives "wir alle". Dies unterstreicht den verbindenden, gemeinschaftsstiftenden Charakter des Festes und schließt den Gedankenkreis von der persönlichen Freude zur geteilten Festlichkeit.

Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?

Das Gedicht erzeugt eine durchweg fröhliche, heimelige und erwartungsvolle Stimmung. Es ist getragen von ungetrübter Vorfreude und einem Gefeil der Geborgenheit. Die Schilderung der mütterlichen Fürsorge und des gemeinsam geschätzten Festes vermittelt Wärme und Sicherheit. Es handelt sich nicht um eine nachdenkliche oder besinnliche Stimmung, sondern um eine unmittelbare, fast überschäumende Freude auf das unmittelbar bevorstehende Fest. Die Stimmung ist klar positiv, festlich und von kindlicher Begeisterung geprägt, die jedoch auch bei erwachsenen Lesern nostalgische Gefühle wecken kann.

Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?

Dieses Gedicht ist vielseitig einsetzbar und passt hervorragend zu verschiedenen Gelegenheiten in der Advents- und Weihnachtszeit. Besonders geeignet ist es für:

  • Den Heiligabend im familiären Kreis, etwa als kleine Eröffnung der Bescherung oder als Beitrag eines Kindes im Familienprogramm.
  • Adventskaffees oder vorweihnachtliche Treffen, bei denen eine lockere, freudige Atmosphäre im Vordergrund steht.
  • Weihnachtskarten, insbesondere an Familie und enge Freunde, da es eine persönliche und herzliche Note transportiert.
  • Kinderweihnachtsfeiern im Kindergarten oder in der Grundschule, da es leicht verständlich und gut vorzutragen ist.
  • Als Einstieg oder Beitrag in einem nicht-klassischen, familiären Gottesdienst (z.B. Krippenspiel), der den Fokus auf die Vorfreude der Kinder legt.

Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?

Primär spricht das Gedicht Kinder im Vor- und Grundschulalter (ca. 4-10 Jahre) an. Die einfache Sprache, der kurze Umfang und die Darstellung der Welt aus der Perspektive eines sich freuenden Kindes machen es für diese Gruppe perfekt zugänglich. Sekundär eignet es sich jedoch auch ausgezeichnet für Erwachsene und Senioren, die es vorlesen oder die in ihm ein Stück nostalgischer Erinnerung an die eigene Kindheit und traditionelle Weihnachten finden. Die universelle Thematik der Vorfreude ist altersunabhängig.

Für wen eignet sich das Gedicht weniger?

  • Für formelle oder sehr theologische Weihnachtsfeiern, da jeglicher religiöser Bezug (Christkind, Jesus, Bethlehem) fehlt und der Ton sehr weltlich-familiär ist.
  • Für Veranstaltungen, die eine besinnliche oder reflexive Atmosphäre suchen. Das Gedicht ist rein freudig-ausschweifend und bietet keine Tiefe für stille Kontemplation.
  • Für moderne oder alternative Weihnachtsfeiern, die bewusst mit traditionellen Bildern brechen möchten, da es ein sehr konventionelles, fast historisches Familienbild (die Mutter schmückt den Baum) zeichnet.
  • Für reine Erwachsenenveranstaltungen ohne nostalgischen oder kindlichen Bezug, da der Inhalt dort möglicherweise als zu simpel empfunden wird.

Wie lang dauert der Vortrag?

Die Vortragsdauer dieses kurzen Vierzeilers beträgt bei einem entspannten, betonten Vorlesen etwa 15 bis 20 Sekunden. Bei einem sehr langsamen, feierlichen Vortrag mit kleinen Pausen zwischen den Versen kann die Dauer auch bis zu 25-30 Sekunden betragen. Für die Zeitplanung bei Feiern oder Lesungen sollten Sie daher mit einer halben Minute rechnen. Diese Kürze macht es ideal als pointierter Einstieg, als Auflockerung zwischen längeren Beiträgen oder für junge Kinder, deren Aufmerksamkeitsspanne begrenzt ist. Sie können es problemlos mehrfach wiederholen oder von einer Gruppe im Chor sprechen lassen, ohne den zeitlichen Rahmen eines Programms zu sprengen.

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