Weihnachten ist es

Kategorie: schöne Weihnachtsgedichte

Weihnachten ist es

Weihnachten ist es, es schneit es schneit
Der Weihnachtsmann macht seinen Schlitten bereit
Kinder die nun an ihn denken
will er Lecker und Spielsachen schenken
damit er sie auch bringen kann
spannt er am Schlitten die Rentiere an
Warum nimmt er eigentlich keine Pferde
für die weite Reise hin zur Erde
Er wohnt ja im Himmel am nördlichem Pool
Da fühlen sich Pferde nicht so wohl
da können in diesen Wintertagen
Rentiere die Kälte besser ertragen
und darum bleibt es ich glaube schon
besser bei der sehr sehr alten Tradition
Autor: Leo Houben Nohra

Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung

Das Gedicht "Weihnachten ist es" von Leo Houben Nohra entfaltet eine unmittelbar einladende und nostalgische Wirkung. Es fängt den klassischen Zauber der Vorweihnachtszeit ein, indem es mit einfachen, eingängigen Reimen die Vorbereitungen des Weihnachtsmanns schildert. Die besondere Stärke des Textes liegt in seiner kindlichen Neugier, die eine scheinbar logische Frage stellt - warum Rentiere und nicht Pferde? - und diese auf charmant erklärende Weise beantwortet. Dadurch wirkt es vertraut und beruhigend, bestätigt es doch liebgewonnene Traditionen und weckt gleichzeitig ein schmunzelndes Verständnis für die praktischen Notwendigkeiten am Nordpol.

Ausführliche Interpretation des Gedichts

Das Gedicht beginnt mit einer atmosphärischen Doppelung ("es schneit es schneit"), die sofort ein winterliches Setting etabliert und an ein freudiges Wiedererkennen denken lässt. Der Fokus liegt dann ganz auf der Tätigkeit des Weihnachtsmanns, der seinen Schlitten bereitmacht. Dies wird nicht als magischer Akt, sondern als handwerkliche Vorbereitung dargestellt, was eine sympathische Bodenständigkeit erzeugt. Die Motivation des Weihnachtsmanns wird direkt mit den Erwartungen der Kinder verknüpft: Weil sie an ihn denken, will er schenken. Hier zeigt sich eine wechselseitige Beziehung zwischen Glauben und Belohnung.

Der zentrale und originellste Teil der Dichtung folgt mit der naiven Frage nach dem Warum. Warum spannt der Weihnachtsmann Rentiere und nicht die vertrauteren Pferde vor seinen Schlitten? Die Antwort des lyrischen Ichs ist eine Mischung aus Geografie und Biologie: Der Wohnsitz am "nördlichem Pool" (eine volkstümliche, kindgerechte Bezeichnung für den Pol) ist für Pferde ungeeignet. Rentiere hingegen sind an die Kälte angepasst und daher die pragmatische Wahl. Diese Erklärung mündet in eine Bekräftigung der Tradition. Der abschließende Vers - "besser bei der sehr sehr alten Tradition" - unterstreicht, dass sich diese pragmatische Lösung über die Zeit bewährt hat und deshalb ihren festen Platz im Weihnachtsmythos verdient. Das Gedicht interpretiert Tradition somit nicht als blindes Übernehmen, sondern als ein sinnvolles, erprobtes Verfahren.

Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?

Das Werk erzeugt eine durchweg warme, heimelige und leicht verspielte Stimmung. Es ist von einer unbeschwerten Vorfreude und einem vertrauensvollen Glauben an die Weihnachtsfigur geprägt. Die einfache, direkte Sprache und der gleichmäßige Rhythmus vermitteln ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Die eingewobene Frage nach den Rentieren bringt eine Note von kindlicher Entdeckungslust und humorvoller Überlegung hinein, ohne die grundlegende festliche Atmosphäre zu stören. Insgesamt strahlt das Gedicht eine behagliche Gewissheit aus, dass alles seine richtige Ordnung hat und das Wunder der Weihnacht wie jedes Jahr seinen Lauf nehmen wird.

Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?

Dieses Gedicht ist ein vielseitiger Begleiter in der Advents- und Weihnachtszeit. Besonders passend ist es für folgende Gelegenheiten:

  • Familienadventskreise am ersten Advent, wenn die Weihnachtszeit offiziell beginnt und die Vorfreude geweckt wird.
  • Als kleine Eröffnung oder Einleitung beim Schmücken des Weihnachtsbaumes, um die gemeinsame Aktivität feierlich einzuläuten.
  • In der Vorweihnachtszeit im Kindergarten oder in der Grundschule, um spielerisch über den Weihnachtsmann und seine Bräuche zu sprechen.
  • Als entspannter Programmpunkt auf einer gemütlichen Weihnachtsfeier mit Kindern.
  • Zum Vortragen am Heiligabend, kurz bevor die Geschenke gebracht werden, um die Spannung zu steigern.

Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?

Die primäre Zielgruppe sind Kinder im Vorschul- und frühen Grundschulalter (ca. 4 bis 8 Jahre). Die klaren Bilder, der einfache Reim und die kindliche Fragestellung sprechen diese Altersgruppe direkt an. Darüber hinaus eignet sich der Text aber auch wunderbar für Eltern, Großeltern und Erziehende, die ihren Kindern oder Enkeln einen traditionellen, unkomplizierten Weihnachtszauber vermitteln möchten. Auch für Erwachsene, die eine einfache, nostalgische Freude an Weihnachtsgedichten haben, bietet es einen kurzen Moment der besinnlichen Heiterkeit.

Für wen eignet sich das Gedicht weniger?

Für Leser oder Zuhörer, die eine tiefgründige, metaphorisch komplexe oder religiös geprägte Weihnachtslyrik suchen, ist dieses Gedicht weniger geeignet. Es verzichtet bewusst auf theologische Bezüge zur Christnacht und behandelt auch keine ernsteren oder melancholischen Aspekte der Festzeit. Wer nach moderner, kritischer oder abstrakter Poesie sucht, wird hier nicht fündig. Ebenso könnte es für ältere Kinder oder Jugendliche, die sich bereits vom klassischen Weihnachtsmann-Mythos distanzieren, als zu kindlich und simpel erscheinen.

Vortrags- und Inszenierungstipps

Um den Charme des Gedichts voll zur Geltung zu bringen, empfehlen sich folgende Vortragsweisen:

  • Erzählender, ruhiger Ton: Beginnen Sie mit einem geheimnisvollen, leisen Ton bei "es schneit es schneit", um die winterliche Stille einzufangen.
  • Betonung der Frage: Heben Sie die Zeile "Warum nimmt er eigentlich keine Pferde" deutlich hervor, mit einer echten, nachdenklichen Fragestimmung in der Stimme.
  • Praktische Erklärung: Sprechen Sie die folgenden Zeilen sachlich-erklärend, fast wie eine gutmütige Belehrung.
  • Feierlicher Abschluss: Das letzte Verspaar, besonders "sehr sehr alte Tradition", sollte langsam, betont und mit einem zufriedenen, abschließenden Lächeln vorgetragen werden.
  • Visuelle Unterstützung: Beim Vortrag vor Kindern können Sie einfache Handpuppen (Weihnachtsmann, Rentier) oder Illustrationen zeigen. Ein kleines Glöckchen zu Beginn oder Ende kann den magischen Effekt verstärken.
  • Gemeinsames Sprechen: Da der Reim sehr eingängig ist, können Kinder bei wiederholtem Vortrag schnell die letzten Worte einer Zeile mitsprechen oder bestimmte Reime gemeinsam aufsagen.

Abschließende Empfehlung

Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie einen unverfälschten, herzerwärmenden Moment klassischer Weihnachtsvorfreude schaffen möchten. Es ist die perfekte literarische Zugabe für den frühen Dezember, wenn die Vorfreude gerade erwacht und die ersten Schneeflocken (zumindest in der Vorstellung) fallen. Ideal ist es auch als kleines Ritual am Nikolaustag oder in den Tagen direkt vor Heiligabend, um die Ankunft des Weihnachtsmanns bildhaft vorzubereiten. Sein größter Wert liegt darin, komplizierte Gefühle auf eine einfache, ehrliche und tröstliche Formel zu bringen: Alles ist, wie es sein soll, die Tradition hat ihren guten Grund, und die Magie ist unterwegs.

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