Das Kerzenkind

Das Kerzenkind
So hat ein Maler die Weihnacht gemalt,
im tiefen Schnee, eine Wiese am Wald.

Die Tannen düstern im Hintergrund und Sterne
funkeln zur Mitternachts Stund.

Kein Laut - kein Leben weit und breit,
nur schwere schweigende Einsamkeit.
Doch sieh, da schwankt ein Kerzenlicht,

Wer ist denn heute noch zu Hause nicht?
und stapft allein und ohn´ Bedacht,
auf Weg und Steg durch die Winternacht?
Quer über die Wiese naht der Schein..
es wird wohl ein Mann aus dem
Dorfe sein, der sich beim Weihnachtskauf
in der Stadt zu lange verweilt
und verspätet hat...
Doch nein, Erbarmen.. ein Kind, ein Kind,
trägt schwer seine Kerze durch Schnee und Wind.

Stapft ernst seine kleine kindliche Spur.
Oh armes frierendes Kindelein,
wohin magst du wandern und wer magst du sein ?

So hat ein Maler die Weihnacht gemalt,
für Dich – dem prächtig ein Christbaum strahlt.

Für Dich – damit Du es nimmer vergisst,
wer all dieser Freude Bringer ist !
 
Das Kind ist´s , dass mit der Kerze sein,
bloßfüßig wandelt im Hemdelein,
Das wandert aus ewiger Herrlichkeit
in unsere armselige Erdenzeit.
Dort frierend wandert – und suchend spät,
wo immer ein Erdenhüttlein steht.

Da will es klopfen und kehren ein,
die Herzen sollen ihm Herberge sein.
Oh – öffnet doch alle –
geschwind, geschwind -
die Weihnacht kommt mit dem Kerzenkind.

Ein alte Weihnachtsgeschichte unserer Familie Rachui, Becker-Lackmann,Mielke

Autor: Gisela E. Mielke

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