Die Weihnachtszeit
Kategorie: schöne Weihnachtsgedichte
Die Weihnachtszeit
Wenn der Weihnachtskranz geschmückt wird rundAutor: Unbekannt
und die Blätter nicht mehr bunt
dann ist die heilge Zeit nicht mehr weit
denn bald ist's überall stille Zeit.
Wenn die Straßen leer erscheinen
und auf'm Weihnachtsmarkt Menschen treiben
dann ist die heilge Zeit nicht mehr weit
denn bald ist's überall stille Zeit.
Wenn morgen schon 'ne Krippe steht
und ein kalter Wind rum weht
mehr Schnee fällt auf das weiße Feld
und der Mensch Hände in die Taschen hält
dann ist die heilge Zeit nicht mehr weit
denn bald ist's stille Zeit
denn im Winter beginnt die Weihnachtszeit
- Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung
- Ausführliche Interpretation des Gedichts
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?
- Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Vortrags- und Inszenierungstipps
- Abschließende Empfehlung
Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung
Das Gedicht "Die Weihnachtszeit" entfaltet seine Wirkung durch einen einfachen, aber eindringlichen Reim und die Beschwörung vertrauter Sinnbilder. Es führt Sie als Leser auf einen ruhigen Spaziergang durch die letzten Tage vor dem Fest. Die wiederkehrende Zeile "dann ist die heilge Zeit nicht mehr weit" wirkt wie ein beruhigendes Mantra, das die Vorfreude langsam und stetig steigert. Die finale Erkenntnis, dass im Winter die Weihnachtszeit beginnt, rundet das Werk mit einem Gefühl der natürlichen Ordnung und erwartungsvollen Ruhe ab.
Ausführliche Interpretation des Gedichts
Das Gedicht strukturiert sich in drei klar erkennbare Strophen, die jeweils mit dem gleichen, tröstlichen Refrain enden. Jede Strophe benennt konkrete Zeichen der nahenden Festlichkeit. Zunächst ist der Blick nach innen gerichtet: Der geschmückte Kranz und die kahlen Bäume symbolisieren die häusliche Vorbereitung und den vollendeten Herbst. Die zweite Strophe weitet den Blick auf das gesellschaftliche Umfeld. Die scheinbare Leere der Straßen kontrastiert hier bewusst mit dem geschäftigen Treiben auf dem Markt - ein Bild für den Rückzug ins Private bei gleichzeitiger suchender Gemeinschaft. Die dritte und detailreichste Strophe führt uns schließlich in die Natur: Krippe, kalter Wind, Schnee und die Geste, die Hände in die Taschen zu halten, evozieren unmittelbar jene körperlich spürbare, stille Winteratmosphäre, die untrennbar mit Weihnachten verbunden ist. Der Autor verzichtet bewusst auf das direkte Benennen des Festtages selbst. Stattdessen beschwört er die "heilge" und "stille Zeit" als einen seelischen Zustand, der durch äußere Beobachtungen eingeläutet wird. Dies macht den Charme des Gedichts aus: Es feiert nicht das Ereignis, sondern die stille, freudige Erwartungshaltung davor.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Vorherrschend ist eine Stimmung der besinnlichen Vorfreude und der friedvollen Erwartung. Durch die Betonung von Stille, Leere und Kälte wird keine Melancholie, sondern vielmehr eine wohlige Geborgenheit erzeugt. Das Gedicht malt das Bild einer Welt, die zur Ruhe kommt und sich auf das Wesentliche besinnt. Es ist eine leicht nostaligisch gefärbte, warme Stimmung, die ein Gefühl der Vertrautheit und des Angekommenseins vermittelt. Die wiederholte Versicherung, dass die "heilge Zeit" nahe ist, wirkt tröstend und zuversichtlich.
Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?
Dieses Gedicht ist ein perfekter Begleiter für die Adventszeit, lange bevor der Heilige Abend anbricht. Es eignet sich ausgezeichnet zum Vorlesen bei gemütlichen Familientreffen im Dezember, etwa beim gemeinsamen Plätzchenbacken oder beim Anzünden der Kerzen am Adventskranz. Auf Weihnachtsfeiern in kleinerem, intimem Rahmen kann es als stimmungsvolle Eröffnung dienen. Für Schulklassen oder Kindergruppen bietet es einen wunderbaren Einstieg, um über die eigenen Wahrnehmungen der vorweihnachtlichen Zeit zu sprechen. Auch für eine persönliche Meditation in der stillen Zeit ist es bestens geeignet.
Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Die einfache Sprache und die klaren Bilder machen das Gedicht bereits für Kinder im Grundschulalter gut zugänglich. Sie können die beschriebenen Szenen leicht erkennen und nachvollziehen. Jugendliche und Erwachsene schätzen hingegen die subtilere, unaufdringliche Art, in der das Werk die besondere Atmosphäre der Adventswochen einfängt. Es spricht somit eine breite Altersgruppe an, von etwa sechs Jahren an aufwärts. Besonders Menschen, die die ruhigen, besinnlichen Aspekte der Weihnachtszeit schätzen, werden einen tiefen Zugang zu diesem Text finden.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
Für Leser, die actionreiche, humorvolle oder explizit christlich-dogmatische Weihnachtslyrik suchen, könnte dieses Gedicht zu zurückhaltend wirken. Es erzählt keine Geschichte, besingt nicht das Christkind oder den Weihnachtsmann direkt und enthält keinen witzigen Pointen. Wer nach einem lauten, festlichen oder rein religiösen Gedicht für den Heiligen Abend selbst sucht, wird hier möglicherweise nicht fündig. Ebenso ist es für sehr kleine Kinder, die noch kein Verständnis für abstraktere Begriffe wie "heilge Zeit" haben, vielleicht weniger geeignet.
Vortrags- und Inszenierungstipps
Beim Vortragen sollten Sie einen ruhigen, bedächtigen Rhythmus wählen. Sprechen Sie langsam und lassen Sie die Bilder wirken. Eine leichte Pause vor dem Refrain "dann ist die heilge Zeit nicht mehr weit" kann die erwartungsvolle Spannung erhöhen. Die letzte Zeile "denn im Winter beginnt die Weihnachtszeit" sollte mit einer warmen, abschließenden Gewissheit gesprochen werden. Für eine Inszenierung in der Gruppe können Sie die drei Strophen auf verschiedene Sprecher verteilen, während der Refrain von allen gemeinsam gesprochen wird. Eine musikalische Untermalung mit leisen Glockenklängen oder einem ruhigen Klavierstück im Hintergrund kann die Stimmung unterstreichen. Eine stimmungsvolle Alternative ist es, das Gedicht als Begleitung zu einer Diashow mit winterlichen und vorweihnachtlichen Motiven vorzutragen, die genau die beschriebenen Szenen zeigen.
Abschließende Empfehlung
Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie die besondere Magie der Adventszeit in Worte fassen möchten, nicht den Glanz des Festtages selbst. Es ist der ideale Text für einen ruhigen Dezemberabend, an dem der erste Schnee fällt oder der Duft von Tannenzweigen in der Luft liegt. Nutzen Sie es, um in einer hektischen Zeit eine Pause der Besinnung einzulegen und die Vorfreude in Ihrer Familie oder Gemeinschaft langsam wachsen zu lassen. Es ist weniger das Gedicht für die große Bescherung, sondern vielmehr das Gedicht für den Moment, in dem Sie sich mit einer Tasse Tee ans Fenster setzen, in die dunkle, stille Welt hinausschauen und denken: "Ja, jetzt spüre ich es – Weihnachten kommt."
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