Der Tannenbaum

Kategorie: schöne Weihnachtsgedichte

Der Tannenbaum

Die Tannenbäume stehen im Wald.
Draußen wird es langsam kalt.
Es ist nicht immer die Größe die zählt,
der persönlich schönste Baum wird auserwählt.
Und ist er erst einmal im Hause,
wird ihm gegönnt nicht eine Pause.
Der Weihnachtsbaum wird nun geschmückt
und Kinderaugen funkeln ganz verzückt.
Kugeln, Lametta und Lichterkette
leuchten am Baume um die Wette.
Und obendrauf da leuchtet der Stern,
wollen Euch sagen wir haben Euch gern.
Autor: Rebecca Ratajczak

Kurze einleitende Zusammenfassung

Das Gedicht "Der Tannenbaum" von Rebecca Ratajczak fängt den klassischen Zauber der Weihnachtsvorbereitung in einfachen, eingängigen Versen ein. Es begleitet den Baum auf seiner Reise vom winterlichen Wald bis hin zum strahlenden Mittelpunkt des festlichen Heims. Die Wirkung ist unmittelbar vertraut und herzerwärmend, denn es ruft jene besinnlichen Bilder und Gefühle wach, die für viele Menschen den Kern der Adventszeit ausmachen: Vorfreude, familiäre Geborgenheit und das strahlende Leuchten in den Augen der Kinder.

Ausführliche Gedichtinterpretation

Das Gedicht folgt einer klaren, erzählerischen Linie, die den Lebensweg des Weihnachtsbaumes nachzeichnet. Es beginnt mit einer naturalistischen Szenerie - "Die Tannenbäume stehen im Wald. Draußen wird es langsam kalt." - und etabliert so eine ruhige, winterliche Grundstimmung. Bereits in der dritten Zeile wird jedoch eine tiefere, metaphorische Ebene eingeführt: "Es ist nicht immer die Größe die zählt". Dieser Satz lässt sich nicht nur auf die Auswahl des Baumes beziehen, sondern kann als allgemeine Lebensweisheit verstanden werden, die Werte wie Individualität und persönliche Schönheit über äußere Maßstäbe stellt.

Der Akt des "Auserwählens" transformiert den Baum vom Waldbewohner zum persönlichen Symbol. Seine "Pause" ist vorbei, sobald er "im Hause" steht - eine humorvolle Untertreibung für die geschäftige Aktivität, die nun folgt. Der Fokus wechselt dann von der Handlung zur emotionalen Wirkung: "Kinderaugen funkeln ganz verzückt". Hier wird der Baum zum Katalysator für pure Freude. Die Aufzählung der Dekoration - "Kugeln, Lametta und Lichterkette" - ist bewusst traditionell gewählt und erzeugt ein auditives und visuelles Gedränge, das im "um die Wette" leuchten gipfelt. Der abschließende Vers verlagert die Botschaft vom Objekt auf die zwischenmenschliche Beziehung. Der Stern als krönendes Symbol sagt nun stellvertretend: "wir haben Euch gern". Damit schließt sich der Kreis von der äußeren Pracht zur inneren, mitmenschlichen Botschaft der Weihnachtszeit.

Stimmung des Gedichts

Die Stimmung ist durchweg positiv, behaglich und von kindlicher Vorfreude geprägt. Ein leiser Hauch von winterlicher Kälte und Waldruhe zu Beginn weicht schnell einer warmen, innenräumlichen Gemütlichkeit. Das Gedicht erzeugt ein Gefühl der freudigen Erwartung und der gemeinschaftlichen Verbundenheit. Es ist eine Feier der einfachen, traditionellen Rituale, die das Fest ausmachen, und transportiert eine unverkennbare Nostalgie sowie ein Gefühl von Sicherheit und heimischer Freude.

Geeignete Anlässe

  • Als festliche Eröffnung oder Begleitung beim gemeinsamen Schmücken des Weihnachtsbaumes in der Familie.
  • Als Beitrag in einer vorweihnachtlichen Schulfeier oder im Kindergarten, besonders im Rahmen einer kleinen Aufführung.
  • Zur Einstimmung auf das Fest während einer gemütlichen Adventsrunde bei Kerzenschein.
  • Als passender Textbaustein in selbst gestalteten Weihnachtskarten oder -briefen.
  • Als liebevolles Vorlesegedicht am Heiligen Abend, kurz bevor die Geschenke ausgepackt werden.

Zielgruppe und Alter

Das Gedicht eignet sich hervorragend für junge Kinder im Vorschul- und Grundschulalter (etwa 4 bis 10 Jahre), da seine Sprache einfach, die Bilder konkret und die Reime eingängig sind. Ebenso spricht es Erwachsene an, die diese Traditionen mit Kindern teilen oder selbst Freude an unkomplizierter, herzwärmender Weihnachtslyrik haben. Es ist somit ein generationenverbindendes Werk, das sowohl zum Vorlesen als auch zum gemeinsamen Aufsagen einlädt.

Weniger geeignete Zielgruppe

Leser, die nach komplexer, mehrdeutiger oder gesellschaftskritischer Lyrik suchen, werden in diesem Gedicht nicht fündig. Ebenso ist es für formelle oder sehr nüchterne Anlässe weniger geeignet. Menschen, die keinen Bezug zu christlich-abendländischen Weihnachtstraditionen haben oder diese bewusst ablehnen, dürfte der Inhalt nicht ansprechen. Der Fokus liegt eindeutig auf dem emotionalen und traditionellen Familienfest.

Vortrags- und Inszenierungstipps

  • Stimmlage und Tempo: Beginnen Sie mit einer ruhigen, etwas geheimnisvollen Stimme, die den kalten Wald beschwört. Steigern Sie das Tempo und die Lebhaftigkeit beim Schmücken ("Kugeln, Lametta..."), um die freudige Hektik widerzuspiegeln. Der letzte Vers sollte langsam, warm und mit betonter Zuneigung gesprochen werden.
  • Visuelle Unterstützung: Gestalten Sie ein kleines Bilderbuch mit selbst gemalten oder ausgeschnittenen Motiven zu jeder Zeile. Oder lassen Sie Kinder während des Vortrags die genannten Gegenstände (einen Stern, eine Kugel) hochhalten.
  • Auditive Untermalung: Leise, glockenähnliche Klänge oder ein sanftes Pianostück im Hintergrund können die Stimmung untermalen. Bei der Zeile "Kinderaugen funkeln" könnte ein Glockenspiel erklingen.
  • Interaktion: Lassen Sie das Publikum bei den Reimwörtern mitraten oder gemeinsam den letzten Satz "wir haben Euch gern" sprechen. Das schafft eine schöne, einbindende Atmosphäre.
  • Körperliche Darstellung: Ein Kind oder ein Vorleser könnte den Baum mimen - anfangs steif und kalt, dann nach und nach mit geschmückten Gesten (Arme ausbreiten für die Äste) und einem strahlenden Lächeln zum Schluss.

Abschließende Empfehlung

Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie den ursprünglichen, unverfälschten Zauber der Weihnachtsvorbereitung in den Mittelpunkt stellen möchten. Es ist die perfekte literarische Begleitung für den Moment, in dem die Lichterkette angelegt wird und der Raum in warmem Glanz erstrahlt. "Der Tannenbaum" von Rebecca Ratajczak ist mehr als nur ein Text - es ist eine Einladung, innezuhalten und die einfache Freude am gemeinsamen Ritual zu feiern. Ideal für den 24. Dezember, aber auch schon in den Tagen davor, um die Vorfreude zu nähren und das Herz auf das Fest einzustimmen.

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