Es weinachtet sehr
Kategorie: Adventsgedichte
Es weinachtet sehr
Der erste Sonntag im AdventAutor: Susanna Metkarn
am Kranz heut' eine Kerze brennt.
Bald leuchten zwei, bald drei, bald vier
und bei dem Lichtschein singen wir schon jetzt die ersten Weihnachtslieder,
denn bald kommt ja das Chriskind wieder.
- Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung
- Ausführliche Interpretation des Gedichts
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?
- Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Vortrags- und Inszenierungstipps
- Abschließende Empfehlung
Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung
Das Gedicht "Es weinachtet sehr" von Susanna Metkarn fängt mit unmittelbarer Anschaulichkeit den Zauber der Adventszeit ein. Es wirkt wie ein kleines, festliches Ritual in Versform, das den langsamen, freudigen Countdown bis zum Heiligen Abend begleitet. Durch die einfache, aber bildhafte Sprache und den vertrauten Rhythmus entsteht eine warme, einladende Atmosphäre, die direkt in weihnachtliche Gefühls- und Erinnerungswelten eintauchen lässt. Der Text fungiert weniger als komplexes Kunstwerk, sondern vielmehr als lyrischer Adventskalender, der die Vorfreude Tag für Tag - oder besser: Kerze für Kerze - wachsen lässt.
Ausführliche Interpretation des Gedichts
Schon der ungewöhnliche, aber charmante Titel "Es weinachtet sehr" setzt einen klaren Ton. Es ist eine kreative Neuschöpfung, die das Nahen der Weihnachtszeit als aktiven, fast spürbaren Vorgang beschreibt - ähnlich wie "es wintert" oder "es regnet". Das Gedicht strukturiert sich streng entlang des Ablaufs der vier Adventssonntage. Die erste Zeile benennt präzise den Startpunkt: "Der erste Sonntag im Advent". Unmittelbar wird dieses abstrakte Datum mit einem konkreten, sinnlichen Bild verknüpft: "am Kranz heut' eine Kerze brennt". Der Adventskranz wird so zum zentralen Symbol und zum visuellen Ankerpunkt des Gedichts.
Die folgende Zeile "Bald leuchten zwei, bald drei, bald vier" ist von kindlicher Erwartung und der Freude am Fortschritt geprägt. Die Wiederholung des Wortes "bald" unterstreicht die Ungeduld und Vorfreude, während die Aufzählung den linearen, unaufhaltsamen Lauf der Zeit bis zum Fest markiert. Interessant ist der zeitliche Sprung in der nächsten Zeile: "und bei dem Lichtschein singen wir schon jetzt die ersten Weihnachtslieder". Hier wird deutlich, dass das Warten nicht passiv, sondern aktiv gestaltet wird. Das gemeinsame Singen im warmen Schein der Kerzen ist ein Ritual der Gemeinschaft und der Vorwegnahme der Freude. Das "schon jetzt" zeigt, dass die Weihnachtsstimmung nicht erst am 24. Dezember beginnt, sondern sich über den gesamten Advent entfaltet. Die letzte Zeile "denn bald kommt ja das Chriskind wieder" gibt schließlich den Grund für all diese Vorbereitungen an und schließt den Kreis zur anfänglichen Vorfreude. Die Verwendung des traditionellen "Chriskind" anstelle des neutralen "Weihnachtsfest" verleiht dem Gedicht einen zusätzlich nostalgischen und persönlichen Charakter.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Das Gedicht erzeugt eine durchweg positive, geborgene und erwartungsvolle Stimmung. Es ist die Atmosphäre eines geschmückten Wohnzimmers am frühen Abend, der Duft von Tannengrün und der sanfte Schimmer von Kerzenlicht. Es transportiert ein Gefühl der behaglichen Ruhe und der freudigen Vorbereitung, fernab von hektischem Geschenkekauf oder Stress. Die Stimmung ist weniger feierlich-ernst als vielmehr liebevoll-besinnlich und von einer unschuldigen, fast kindlichen Freude auf das kommende Fest geprägt. Ein leiser Unterton von Nostalgie und Tradition schwingt stets mit.
Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?
Dieses Gedicht ist ein wahrer Allrounder für die gesamte Adventszeit. Besonders passend ist es:
- Zur Einstimmung am ersten Adventssonntag, wenn der Kranz das erste Mal angezündet wird.
- Als festliches Element im Rahmen einer kleinen Adventsfeier im Familien- oder Freundeskreis.
- Als Begleitung oder Einstieg für ein gemeinsames Advents- oder Weihnachtsliedersingen.
- In der Vorweihnachtszeit in Kindergärten, Grundschulen oder Seniorenkreisen zur Gestaltung einer besinnlichen Runde.
- Als schriftlicher Gruß in selbstgestalteten Adventskarten oder Kalendern.
- Als Dekorationselement, handlettert auf einem Tafel- oder Leinwandschild neben dem Adventskranz.
Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Die klare Sprache und das einprägsame Reimschema machen das Gedicht ideal für junge Kinder im Kindergarten- und frühen Grundschulalter (ca. 3-8 Jahre). Sie können den Ablauf der Adventssonntage gut nachvollziehen. Ebenso spricht es aber auch Erwachsene an, die den traditionellen, gemütlichen Charme der Adventszeit schätzen. Es eignet sich hervorragend für generationenübergreifende Anlässe, da es eine gemeinsame, unkomplizierte Basis schafft. Auch für Menschen, die Deutsch als Zweitsprache lernen und ihren Wortschatz rund um Weihnachten erweitern möchten, ist der Text aufgrund seiner Einfachheit und Bildhaftigkeit sehr zugänglich.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
Leser, die nach tiefgründiger, metaphorischer oder kritischer Weihnachtslyrik suchen, werden hier nicht fündig. Das Gedicht verzichtet bewusst auf komplexe Aussagen, gesellschaftliche Reflexion oder religiöse Tiefe. Für einen sehr formellen oder theologisch geprägten Adventsgottesdienst könnte es zu leicht und spielerisch wirken. Ebenso ist es weniger für Jugendliche geeignet, die vielleicht nach moderneren, cooleren oder auch ironischen Auseinandersetzungen mit dem Weihnachtsthema suchen.
Vortrags- und Inszenierungstipps
Um die Wirkung des Gedichts voll zu entfalten, bieten sich verschiedene Inszenierungsmöglichkeiten an:
- Vortrag mit Kerzenlicht: Tragen Sie das Gedicht vor, während Sie nacheinander die Kerzen eines Adventskranzes entzünden. Bei den Zeilen "Bald leuchten zwei..." können Sie eine kleine Pause machen und die entsprechende Kerze anzünden - idealerweise über vier Wochen verteilt.
- Gemeinschaftliches Sprechen: Lassen Sie die letzte Zeile "denn bald kommt ja das Chriskind wieder" von allen Anwesenden gemeinsam sprechen. Das schafft einen schönen, verbindenden Abschluss.
- Begleitung mit Musik: Ein leises Glockenspiel oder ein paar Akkorde auf der Gitarre vor und nach dem Vortrag rahmen das Gedicht perfekt ein.
- Visuelle Unterstützung: Für Kinder können Sie einfache Bilder malen oder zeigen: einen Adventskranz, der sich von Woche zu Woche füllt.
- Tempo und Betonung: Sprechen Sie langsam und mit warmer, freudiger Stimme. Betonen Sie die Wörter "heut'", "bald" und "schon jetzt", um die Vorfreude und den zeitlichen Fortschritt hervorzuheben.
Abschließende Empfehlung
Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie den ursprünglichen, unverfälschten Zauber der Adventszeit in den Mittelpunkt stellen möchten. Es ist die perfekte literarische Begleitung für den Moment, in dem das elektrische Licht gelöscht wird und nur noch der Schein der ersten, zweiten, dritten oder vierten Kerze den Raum erhellt. Nutzen Sie es als festliches Ritual, um gemeinsam innehalten und die stille Freude des Wartens zelebrieren zu können. "Es weinachtet sehr" ist weniger ein Gedicht zum Analysieren, sondern vielmehr eines zum Erleben und Mitfühlen - ein kleines Sprachkunstwerk, das Jahr für Jahr seine besinnliche Wirkung entfalten kann.
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