Die Engelstrompete
Kategorie: Adventsgedichte
Die Engelstrompete
Vom Himmel hoch, da komm ich her.Autor: Barbara Gottschalt
Ich will euch sagen, es schneit schon sehr.
Den Schnee, den trägt die Columbin'
auf ihren Flügeln bis nach Wien.
- 1. Ausführliche Interpretation des Gedichts
- 2. Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- 3. Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
- 4. Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- 5. Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- 6. Wie lang dauert der Vortrag?
1. Ausführliche Interpretation des Gedichts
Das Gedicht "Vom Himmel hoch, da komm ich her" ist ein faszinierendes Beispiel für die volkstümliche Verarbeitung klassischer Weihnachtssymbolik. Der erste Vers zitiert bewusst den berühmten Anfang von Martin Luthers Weihnachtslied, um sofort eine vertraute, festliche Erwartungshaltung zu erzeugen. Statt der biblischen Botschaft folgt jedoch eine überraschende, meteorologische Mitteilung: "es schneit schon sehr". Diese Wendung vom Himmlischen zum Irdischen, vom Erhabenen zum Beobachtbaren, verleiht dem Text einen charmant-menschlichen Charakter.
Die eigentliche Pointe und einzigartige Bildschöpfung liegt in den letzten beiden Zeilen. Hier wird der Schnee nicht von anonymen Wolken, sondern personifiziert von der "Columbin'" transportiert. Dieser Name kann als Anspielung auf eine Taube (lat. Columba) gedeutet werden, ein Symbol des Friedens und des Heiligen Geistes, das somit eine subtile geistliche Verbindung zum Weihnachtsfest hält. Die konkrete Route "auf ihren Flügeln bis nach Wien" verankert das Gedicht zudem in einem spezifisch mitteleuropäischen, vielleicht sogar österreichischen Kontext. Es verbindet so die universelle Weihnachtsfreude mit einer lokalen, fast nachbarschaftlichen Note und verwandelt das winterliche Naturschauspiel in eine poetische Botenreise.
2. Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Das Werk erzeugt eine heiter-erwartungsvolle und leicht verspielte Stimmung. Durch den klaren Bezug zum bekannten Kirchenlied weckt es zunächst ein Gefühl der festlichen Andacht, das jedoch sogleich in eine freudige, kindliche Begeisterung für den Schnee übergeht. Die Stimmung ist nicht tiefgründig nachdenklich oder feierlich ernst, sondern eher beschwingt und voller staunender Beobachtung. Es vermittelt das Vergnügen an der winterlichen Pracht und die Vorfreude auf das Fest in einer leichtfüßigen, erzählerischen Form. Die Nennung Wiens kann bei entsprechendem Publikum zusätzlich ein Gefühl der regionalen Verbundenheit oder heimatlichen Gemütlichkeit hervorrufen.
3. Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
Dieses Gedicht passt hervorragend zu geselligen und familiären Anlässen in der Vorweihnachtszeit, bei denen der Fokus auf Gemütlichkeit und weniger auf strengem Ritual liegt. Ideal ist es für:
- Einen gemütlichen Adventskaffee oder Weihnachtsbasar, wo es als launige Eröffnung oder Auflockerung dient.
- Die Gestaltung einer persönlichen Weihnachtskarte, besonders an Freunde oder Familie in oder aus Österreich.
- Ein familiäres Vorlesen am ersten Schneetag oder im Advent, um die Vorfreude zu steigern.
- Einen nicht-kirchlichen Weihnachtskreis oder eine Feier in der Schule (Grundschule), die nach abwechslungsreichen, leicht verständlichen Texten sucht.
4. Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Die primäre Zielgruppe sind Kinder im Vor- und Grundschulalter (ca. 4-10 Jahre). Die einfache Sprache, der klare Rhythmus, das konkrete Bild vom Schnee und der geheimnisvollen Taube Columbin' sprechen diese Altersgruppe unmittelbar an. Ebenso eignet es sich für Familien als gemeinsamer Lese- oder Vortragstext, der Generationen verbindet. Auch Erwachsene mit einem Sinn für humorvolle, traditionell angehauchte Lyrik oder mit einer Verbindung zu Wien können ihren Reiz daran finden. Für Senioren kann es eine freudige Erinnerung an Kindheitsweihnachten und winterliche Stimmungen wecken.
5. Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Für ein rein theologisches oder liturgisches Umfeld (z.B. klassischer Christvesper oder Gottesdienst), da der humorvolle und irdische Einschlag die traditionelle, sakrale Weihnachtsbotschaft verdrängt.
- Für Personen, die nach hochkomplexer, anspruchsvoller Lyrik suchen. Das Gedicht ist bewusst simpel und volkstümlich gehalten.
- Für Feiern, bei denen ausschließlich ernste und besinnliche Töne erwünscht sind. Der Text ist zu verspielt und leicht.
- In Regionen, in denen Schnee zur Weihnachtszeit kein vertrautes Phänomen ist, könnte der zentrale Bildgehalt an Unmittelbarkeit verlieren.
6. Wie lang dauert der Vortrag?
Die reine Vortragszeit des vierzeiligen Gedichts beträgt, je nach gewähltem Tempo und Betonung, zwischen 15 und 25 Sekunden. Für eine effektvolle Darbietung empfiehlt es sich, eine kleine Pause nach der überraschenden zweiten Zeile ("es schneit schon sehr") zu machen und den Namen "Columbin'" sowie das Ziel "Wien" besonders liebevoll oder geheimnisvoll auszusprechen. Wenn Sie den Vortrag in einen größeren Rahmen einbetten - beispielsweise mit einer kurzen Einleitung zur Herkunft oder Interpretation - können Sie leicht eine Gesamtdauer von 1 bis 2 Minuten erreichen, was es perfekt für die Integration in ein Programm mit mehreren Beiträgen macht.
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