Weihnachtszeit

Kategorie: Adventsgedichte

Weihnachtszeit

Advent, Advent,
bald die dritte Kerze brennt.

Alles ist geschmückt,
denn das Weihnachtsfest immer näher rückt.

Im Dezember- so ists der Brauch- machen die Kinder
am Adventskalender ihre Türchen auf
und freuen sich sehr darauf.

Der Nikolaus und auch das Christkind
schon fleißig am Vorbereiten sind.

Sie wünschen für die stille Zeit
viel Freude und Besinnlichkeit.
Autor: Verena Schäfer

Ausführliche Interpretation des Gedichts

Dieses charmante Adventsgedicht führt Sie Schritt für Schritt durch die vertrauten Rituale der Vorweihnachtszeit. Es beginnt mit einer präzisen zeitlichen Verortung - "Advent, Advent, bald die dritte Kerze brennt" - und schafft sofort eine Verbindung zur gemeinsamen Erlebniswelt. Nicht der erste, sondern der bereits fortgeschrittene Advent wird thematisiert, was das Gefühl der freudigen Erwartung und der fortschreitenden Zeit geschickt unterstreicht. Die Zeilen "Alles ist geschmückt, denn das Weihnachtsfest immer näher rückt" beschreiben eine aktive, abgeschlossene Handlung (das Schmücken) und verknüpfen sie direkt mit der dynamischen Bewegung des nahenden Festes.

Ein besonderes Augenmerk legt der Text auf die kindliche Perspektive. Die Erwähnung des Adventskalenders mit seinen "Türchen" ist ein konkretes, greifbares Symbol für die tägliche Vorfreude, das besonders für junge Menschen von großer Bedeutung ist. In der nächsten Strophe werden dann die mythischen Figuren Nikolaus und Christkind als handelnde Akteure eingeführt. Sie sind "fleißig am Vorbereiten", was ihnen eine fast handwerkliche, sympathische Nähe verleiht und sie aus einer rein distanzierten Symbolik herausholt. Der abschließende Wunsch für "die stille Zeit" mit "viel Freude und Besinnlichkeit" fasst die duale Sehnsucht der Adventszeit perfekt zusammen: das gesellige Glück und die innere Einkehr.

Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?

Das Gedicht erzeugt eine grundlegend erwartungsfrohe und herzliche Stimmung, die von einer sanften, besinnlichen Grundierung getragen wird. Es ist weniger ausgelassen oder laut, sondern vermittelt ein Gefühl des warmen, gemeinsamen Wartens und der vorfreudigen Vorbereitung. Die Nennung der konkreten Bräuche - Kerzen, Schmücken, Kalender - weckt positive Erinnerungen und ein Gefühl der Vertrautheit. Der abschließende Wunsch lenkt die Gedanken jedoch auch auf die ruhigeren, nachdenklichen Aspekte der Weihnachtszeit, wodurch eine angenehme Balance zwischen kindlicher Vorfreude und erwachsener Besinnlichkeit entsteht.

Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?

Dieses Gedicht ist vielseitig einsetzbar und passt ideal zu verschiedenen Gelegenheiten in der Vorweihnachtszeit. Besonders gut eignet es sich für:

  • Einen gemütlichen Adventskaffee oder ein Treffen im Freundeskreis in der dritten Adventswoche, da es thematisch genau passt.
  • Die Eröffnung einer Familienfeier im Dezember, um alle auf die gemeinsame Zeit einzustimmen.
  • Den Adventskreis in Kindergarten oder Grundschule, da es kindgerechte Elemente anspricht.
  • Als Text auf einer selbstgestalteten Weihnachtskarte, die früh im Dezember verschickt wird.
  • Als kurze Lesung oder Impuls zu Beginn einer advendlichen Gemeindeveranstaltung (nicht unbedingt des Hauptgottesdienstes).

Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?

Das Gedicht spricht mit seiner klaren Sprache und den konkreten Bildern vorrangig Kinder im Vor- und Grundschulalter an. Für sie sind die erwähnten Bräuche unmittelbar erlebbar. Ebenso eignet es sich jedoch hervorragend für Familien als Ganzes, da es Generationen verbindende Traditionen beschreibt. Auch Erwachsene, die eine schlichte, nostalgische Beschreibung der Adventszeit schätzen, können sich in dem Text wiederfinden. Die einfache Struktur und die positiven Wünsche machen es zudem zu einer geeigneten Wahl für Senioren, die vielleicht in geselliger Runde vorlesen oder sich an frühere Adventszeiten erinnern möchten.

Für wen eignet sich das Gedicht weniger?

Weniger geeignet ist dieses Gedicht für Leser oder Anlässe, die eine tiefgründig theologische oder literarisch anspruchsvolle Auseinandersetzung mit dem Advent suchen. Es verzichtet bewusst auf komplexe Metaphern oder die explizite christliche Heilsgeschichte. Daher passt es möglicherweise nicht optimal:

  • Für einen formellen, traditionellen Weihnachtsgottesdienst am Heiligabend, wo klassischere Hymnen oder Bibeltexte erwartet werden.
  • Für Menschen, die explizit humorvolle oder kritisch-modernere Weihnachtstexte bevorzugen.
  • Für eine rein erwachsene literarische Veranstaltung, bei der der Fokus auf poetischer Innovation oder sprachlicher Virtuosität liegt.

Wie lang dauert der Vortrag?

Bei einem ruhigen, betonten und genussvollen Vorlesen hat dieses Gedicht eine Vortragsdauer von etwa 30 bis 45 Sekunden. Diese kurze Dauer ist ein großer Vorteil für die Planung: Sie können den Text leicht in ein Programm einfügen, ohne den zeitlichen Ablauf einer Feier zu sprengen. Er eignet sich perfekt als stimmungsvoller Einstieg vor dem gemeinsamen Kaffeetrinken, als Überleitung zwischen zwei Programmpunkten oder als abschließender, besinnlicher Moment. Wenn Sie den Vortrag mit kleinen Pausen zwischen den Strophen gestalten, um die Bilder wirken zu lassen, können Sie die Dauer auf knapp eine Minute ausdehnen.

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