Das beste Weihnachtsgeschenk: das Jesuskind

Kategorie: Adventsgedichte

Das beste Weihnachtsgeschenk: das Jesuskind

In unsrem Herzen hat die Freude Platz genommen,
denn nun ist die Weihnacht nah herbeigekommen,
wo wir Kinder so viele wunderschöne Gaben
unter dem geschmückten Tannenbaume haben.

Besonders wird das Weihnachtsfest gelingen,
wenn wir auch andren Leuten Freude bringen
mit liebvollen Geschenken, an denen sie ermessen:
Sie sind ja gar nicht einsam, nicht vergessen.

Doch die beste aller Gaben, wie ich finde,
hat Gott geschenkt uns in dem Jesuskinde.
Drum werden wir auch singen und frohlocken
voll Dank beim Jubelklang der Weihnachtsglocken.
Autor: Dieter Faulseit

Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung

Das Gedicht "Das beste Weihnachtsgeschenk: das Jesuskind" von Dieter Faulseit entfaltet eine unmittelbar herzerwärmende Wirkung. Es lenkt den Blick des Lesers geschickt von der äußeren, materiellen Festfreude hin zur inneren, spirituellen Bedeutung des Weihnachtsfests. Die Verse wirken wie eine behutsame Einladung, in der Hektik der Vorbereitungen innezuhalten und sich auf das Wesentliche zu besinnen - die Freude des Gebens und die tiefste Gabe der christlichen Tradition. Diese doppelte Ausrichtung macht den Text zu einem zeitlosen Begleiter für die besinnlichen Stunden im Advent.

Ausführliche Interpretation des Gedichts

Das Gedicht ist klar in drei gedankliche Abschnitte gegliedert, die eine Steigerung vom Äußerlichen zum Innerlichen vollziehen. Die erste Strophe malt das klassische, kindliche Weihnachtsbild: Vorfreude, geschmückter Baum und "wunderschöne Gaben". Hier wird eine vertraute, gemütvolle Atmosphäre beschworen, die bei vielen Lesern Erinnerungen weckt.

Die zweite Strophe erweitert diesen Horizont entscheidend. Der Fokus verschiebt sich vom eigenen Erhalten zum aktiven Geben. Die "andren Leuten", insbesondere die Einsamen und Vergessenen, rücken in den Mittelpunkt. Das Geschenk wird hier nicht als materieller Wert, sondern als Zeichen der Verbundenheit und Anteilnahme interpretiert. Es ist eine Botschaft der Mitmenschlichkeit, die das Fest erst wahrhaft "gelingen" lässt.

Die dritte und letzte Strophe kulminiert in der theologischen Kernaussage. Alles Irdische - die eigenen Geschenke und die liebevollen Gaben für andere - wird von der "besten aller Gaben" überstrahlt: der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. Diese Gabe ist der Grund für den überschwänglichen Jubel, der im "frohlocken" und im "Jubelklang der Weihnachtsglocken" seinen Ausdruck findet. Der Aufbau folgt somit einer schlüssigen Linie: von der irdischen Freude über die tätige Nächstenliebe hin zur göttlichen Gnade als ultimativem Geschenk.

Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?

Das Gedicht erzeugt eine grundlegend positive, zuversichtliche und herzliche Stimmung. Es beginnt mit einer erwartungsvollen Freude ("Freude hat Platz genommen"), die sich durch die gesamten Zeilen zieht. Diese Freude ist jedoch nicht oberflächlich oder ausschweifend, sondern erhält durch den Hinweis auf die Einsamen eine nachdenkliche, mitfühlende Tiefe. Die finale Hinwendung zum religiösen Kern verwandelt die anfängliche Vorfreude in eine dankbare, feierliche und innig-frohe Grundstimmung. Es ist eine gelassene und besinnliche Festfreude, die der kommerziellen Hektik der Vorweihnachtszeit eine ruhige Gegenwelt entgegensetzt.

Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?

Die Vielseitigkeit des Textes macht ihn für unterschiedlichste Gelegenheiten passend. Besonders gut eignet er sich für:

  • Den familiären Weihnachtsabend, etwa als besinnlicher Programmpunkt vor oder nach der Bescherung, um den Sinn des Festes in den Mittelpunkt zu rücken.
  • Christliche Advents- und Weihnachtsfeiern in Gemeinden, Kindergärten oder Schulen, da es die biblische Botschaft kindgerecht und eingängig vermittelt.
  • Die Gestaltung von Weihnachtskarten oder -briefen, insbesondere an Menschen, die man lange nicht gesehen hat oder die alleinstehend sind, um die Botschaft der Verbundenheit zu transportieren.
  • Als Einstieg oder Reflexion bei Weihnachtsfeiern von sozialen Einrichtungen oder Vereinen, um das Thema "Schenken" über den materiellen Wert hinaus zu thematisieren.

Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?

Primär spricht das Gedicht mit seinem einfachen Reimschema und der klaren Sprache Familien mit Kindern im Vor- und Grundschulalter an. Die Bilder sind für Kinder leicht vorstellbar. Darüber hinaus ist es ein idealer Text für alle, die ein traditionelles, christlich geprägtes Weihnachtsfest feiern und schätzen - unabhängig vom genauen Alter. Auch für ältere Menschen, die den spirituellen Gehalt des Fests betonen möchten, bietet der Text einen ansprechenden Rahmen. Seine universelle Botschaft von Freude, Nächstenliebe und Glauben macht ihn generationenübergreifend verständlich und wertvoll.

Für wen eignet sich das Gedicht weniger?

Der Text ist weniger passend für rein säkulare oder ausschließlich gesellige Weihnachtsfeiern, bei denen der religiöse Aspekt keine Rolle spielt. Die explizit christliche Aussage der dritten Strophe könnte in einem solchen Umfeld als unpassend empfunden werden. Ebenso eignet es sich weniger für Leser, die nach moderner, experimenteller oder kritisch-reflektierender Weihnachtslyrik suchen. Das Gedicht vertritt einen konservativen, ungebrochen freudigen und gläubigen Standpunkt, ohne Zweifel oder Ambivalenzen auszuloten.

Detaillierte Vortrags- und Inszenierungstipps

Um die Wirkung des Gedichts voll zu entfalten, können Sie folgende Ideen umsetzen:

  • Vortragsweise: Lesen Sie die erste Strophe mit warmer, erwartungsvoller Stimme. Bei der zweiten Strophe sollten Sie die Zeilen über die Einsamen besonders einfühlsam und mit einer leichten Verlangsamung betonen. Die letzte Strophe darf dann mit überzeugter, dankbarer und etwas gesteigerter Stimme vorgetragen werden, die im "frohlocken" einen Höhepunkt findet.
  • Inszenierung mit Kindern: Lassen Sie Kinder die Szenen der ersten Strophe (Baum schmücken, Geschenke) pantomimisch darstellen. Beim Vortrag der zweiten Strophe können sie kleine, selbstgebastelte Herzen oder Sterne an die Zuhörer verteilen. Zum Schluss könnte ein Glockenspiel oder das leise Läuten einer einzelnen Glocke den "Jubelklang" akustisch untermalen.
  • Visuelle Unterstützung: Projizieren Sie während des Vortrags passende Bilder: einen geschmückten Tannenbaum, Menschen, die sich beschenken, und schließlich eine stille Krippenszene. Dies vertieft die gedankliche Reise des Gedichts.
  • Gemeinsames Sprechen: Die letzten beiden Zeilen ("Drum werden wir auch singen...") eignen sich hervorragend dafür, vom Publikum gemeinsam gesprochen zu werden. Das schafft einen feierlichen, inklusiven Abschluss.

Abschließende Empfehlung: Wann genau sollte man dieses Gedicht wählen?

Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie der Weihnachtsfeier eine besinnliche und sinnstiftende Note verleihen möchten. Es ist der perfekte Text für den Moment, in dem die Geschenke ausgepackt sind und eine ruhigere Minute einkehrt, um gemeinsam auf das Erlebte zu schauen und ihm Tiefe zu geben. Ebenso ist es eine ausgezeichnete Wahl für den Beginn eines Weihnachtsgottesdienstes oder einer Familienandacht am Heiligen Abend, um alle Anwesenden gedanklich auf das Kernereignis von Weihnachten einzustimmen. Wenn Sie nach einem lyrischen Werk suchen, das die Herzen öffnet, ohne zu überfordern, und das die ganze Bandbreite des Festes von der irdischen Vorfreude bis zur himmlischen Gnade einfängt, dann ist "Das beste Weihnachtsgeschenk: das Jesuskind" eine überaus treffsichere und bereichernde Wahl.

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