Vier Kerzen im Advent
Kategorie: Adventsgedichte
Vier Kerzen im Advent
Die erste Kerze brennt für Stille,Autor: Horst Rehmann
für Ruhe und Gemütlichkeit,
für Herzlichkeit und für den Wille,
zu leben in Behaglichkeit.
Die zweite Kerze brennt für Hoffnung,
für die Kraft und für den Glauben,
für Vernunft und für die Achtung,
und für die weißen Friedenstauben.
Die dritte Kerze brennt für Anstand,
für Respekt und auch für Güte,
für Gerechtigkeit und für Verstand,
und für´s eigene Gemüte.
Die vierte Kerze brennt für Liebe,
für das Wichtigste auf dieser Welt,
es gäbe nichts das uns noch bliebe,
wär nicht sie, an Nummer Eins gestellt.
- Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung
- Ausführliche Interpretation des Gedichts
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?
- Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Vortrags- und Inszenierungstipps
- Abschließende Empfehlung
Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung
Das Gedicht "Vier Kerzen im Advent" von Horst Rehmann wirkt wie ein besinnlicher Leitfaden durch die Vorweihnachtszeit. Es strukturiert die oft hektischen Wochen vor dem Fest in vier klare, werteorientierte Themen, die jede einzelne Adventskerze symbolisiert. Durch seine einfache, eingängige Form und die positive, aufbauende Botschaft vermittelt es dem Leser oder Zuhörer ein Gefühl der Ordnung, inneren Einkehr und freudigen Erwartung. Es lenkt den Blick weg vom materiellen Trubel hin zu den immateriellen, aber wesentlichen Dingen des Lebens.
Ausführliche Interpretation des Gedichts
Horst Rehmanns Werk ist mehr als nur eine Aufzählung schöner Worte. Es stellt ein kleines philosophisches Programm dar, das die Adventszeit als eine schrittweise Vorbereitung auf das Weihnachtsfest und dessen tiefere Bedeutung begreift. Die erste Kerze steht für die notwendige Grundlage: Stille und Behaglichkeit. In einer lauten Welt ist dies die Voraussetzung, um überhaupt empfänglich für die folgenden Werte zu werden. Die zweite Kerze, die für Hoffnung und Glauben brennt, baut darauf auf und öffnet den Blick für das Transzendente und Zukunftsträchtige, symbolisiert durch die Friedenstauben.
Die dritte Kerze wendet sich dann der sozialen und persönlichen Ethik zu. Anstand, Respekt und Gerechtigkeit sind die Regeln für ein gutes Miteinander, während "das eigene Gemüte" – also die innere Haltung und Gesinnung – betont, dass diese Werte von innen heraus kommen müssen. Alles gipfelt schließlich in der vierten Kerze, der Liebe. Der Autor stellt sie bewusst an die Spitze und macht sie zur unverzichtbaren Grundlage von allem. Die Aussage "es gäbe nichts das uns noch bliebe" unterstreicht ihre absolute, existenzielle Bedeutung und verbindet das adventliche Gedicht mit dem Kern der christlichen Weihnachtsbotschaft.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Das Gedicht erzeugt eine warme, kontemplative und zugleich hoffnungsvolle Stimmung. Es ist frei von Weihnachtskitsch oder übertriebener Sentimentalität. Stattdessen strahlt es eine ruhige Gewissheit und Klarheit aus. Die wiederkehrende Struktur – jede Strophe beginnt mit "Die ... Kerze brennt für..." – wirkt beruhigend und einladend, ähnlich dem gleichmäßigen Scheinen der Kerzen am Adventskranz. Die gewählten Werte wie Gemütlichkeit, Frieden und Güte evozieren Bilder von Geborgenheit, familiärer Nähe und innerem Frieden. Insgesamt ist die Grundstimmung positiv, reflektierend und sinnstiftend.
Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?
- Adventsfeiern in der Familie: Ideal zum Vorlesen beim Entzünden der jeweiligen Adventskerze am Sonntag.
- Weihnachtsfeiern in Vereinen, Chören oder Gemeindegruppen: Als besinnlicher Programmpunkt vor oder zwischen musikalischen Darbietungen.
- Religionsunterricht oder Ethikstunden in der Vorweihnachtszeit: Perfekt, um mit Schülern über die symbolische Bedeutung des Adventskranzes und christlich-humanistische Werte zu sprechen.
- Seniorennachmittage und Weihnachtsfeiern in Pflegeheimen: Die klare Sprache und vertrauten Themen sprechen viele Generationen an und regen zum Erzählen an.
- Persönliche Meditation: Für die individuelle Einstimmung auf die Adventswochen, um sich auf den eigentlichen Sinn zu besinnen.
Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Das Gedicht eignet sich hervorragend für ein breites Publikum ab dem Grundschulalter. Kinder verstehen die klaren Begriffe wie Liebe, Frieden und Hoffnung und können sie mit den Kerzen in Verbindung bringen. Jugendliche und Erwachsene schätzen die tiefergehende, interpretative Ebene und die Werteorientierung. Besonders ansprechend ist es für Menschen, die die Adventszeit als Phase der inneren Einkehr und Vorbereitung schätzen, unabhängig davon, ob sie streng gläubig sind oder einfach nach Ruhe und Sinnhaftigkeit in der kalten Jahreszeit suchen. Es ist ein generationenübergreifendes Werk.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
Weniger geeignet ist das Gedicht für Leser oder Zuhörer, die explizit nach humorvollen, kritischen oder modern-ironischen Weihnachtstexten suchen. Wer eine actionreiche, spannende oder rein unterhaltende Darbietung erwartet, könnte die ruhige, reflexive Art des Gedichts als zu ruhig empfinden. Ebenso könnte es für sehr kleine Kinder, die noch kein Verständnis für abstrakte Werte wie "Anstand" oder "Vernunft" haben, in seiner Gesamtheit weniger fesselnd sein, auch wenn die Kerzen als Bild an sich faszinieren.
Vortrags- und Inszenierungstipps
Um die Wirkung des Gedichts voll zu entfalten, empfehlen sich folgende Inszenierungsideen:
- Lichtdramaturgie: Vortrag bei gedämpftem Licht. Zu Beginn jeder Strophe wird symbolisch eine (echte oder elektrische) Kerze entzündet. Das schafft eine starke visuelle und atmosphärische Verbindung.
- Chorisches Sprechen: Besonders in Gruppen. Eine Person spricht die erste Zeile jeder Strophe ("Die erste Kerze brennt für..."), der Rest der Gruppe antwortet mit den folgenden drei Zeilen. Das schafft Gemeinschaftsgefühl.
- Musikalische Untermalung: Leise, instrumentale Advents- oder Weihnachtsmusik im Hintergrund (z.B. Harfe, Klavier, Flöte) kann die Stimmung untermalen. Wichtig: Die Musik muss sehr dezent sein, um den Text nicht zu übertönen.
- Pantomimische Darstellung: Zu jeder Strophe können kurze, einfache pantomimische Gesten ausgeführt werden (z.B. Hände falten für Stille, Taube mit den Händen formen für Frieden, Hand aufs Herz legen für Liebe). Ideal für Kindergruppen.
- Betontes, ruhiges Sprechen: Der Vortragende sollte langsam, klar und mit kleinen Pausen zwischen den Strophen sprechen. So hat jedes genannte Wort Raum zum Nachklingen.
Abschließende Empfehlung
Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie der Adventszeit mehr Tiefe und Besinnlichkeit verleihen möchten. Es ist der ideale Text für den ersten Adventssonntag, um die gesamte kommende Zeit thematisch zu eröffnen, oder als wiederkehrendes Ritual an allen vier Sonntagen. Nutzen Sie es, um in der Familie, im Freundeskreis oder in der Gemeinde ein Gespräch über die Werte anzuregen, die einem persönlich in dieser Zeit wichtig sind. Horst Rehmanns "Vier Kerzen im Advent" ist weniger ein Spektakel, sondern vielmehr ein stiller, kraftvoller Anker – eine Erinnerung daran, dass das wahre Licht der Weihnacht in Herzensqualitäten wie Güte, Hoffnung und Liebe zu finden ist.
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