Advent
Kategorie: Adventsgedichte
Advent
Die Ankunft des Herrn,Autor: Alfred Plischka
sie ist nicht mehr fern.
Der Stern weist den Weg,
als Zeichen ihn pfleg.
Besinn stets dich neu
und hab keine Scheu.
Vertraue dem Stern,
dem Zeichen des Herrn.
Auf, folge dem Licht,
verzag bitte nicht:!
Ein Kind wird geboren,
wir sind nicht verloren.
Der Friedensfürst lebt,
die Hände euch gebt!
- 1. Ausführliche Interpretation des Gedichts
- 2. Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- 3. Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
- 4. Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- 5. Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- 6. Wie lang dauert der Vortrag?
1. Ausführliche Interpretation des Gedichts
Das Gedicht "Die Ankunft des Herrn" ist ein komprimiertes spirituelles Wegweiser-Gedicht, das die zentralen Motive der Weihnachtsgeschichte in einen zeitlosen Aufruf zur persönlichen Hinwendung transformiert. Es beginnt nicht mit der Geburt selbst, sondern mit der Erwartung ("nicht mehr fern") und etabliert sofort den "Stern" als zentrales Symbol. Dieser Stern fungiert nicht nur als historisches Navigationsinstrument der Weisen, sondern wird im Verlauf des Textes zum lebendigen "Zeichen des Herrn", also zu einem beständigen, vertrauenswürdigen Leitbild für den Gläubigen.
Die zweite Strophe wendet sich direkt an den Leser mit der Aufforderung zur inneren "Besinnung" und zum Mut ("hab keine Scheu"). Hier wird die biblische Erzählung in eine aktive Handlungsanleitung übersetzt: Die Reise der Heiligen Drei Könige wird zum Modell für den eigenen Glaubensweg. Die Wiederholung der Imperative "Vertraue", "folge", "verzag nicht" unterstreicht den dynamischen, hoffnungsvollen Charakter dieser inneren Pilgerschaft.
Der Höhepunkt liegt in der vorletzten Strophe, wo die Geburt ("Ein Kind wird geboren") unmittelbar mit der universellen Erlösungshoffnung ("wir sind nicht verloren") verknüpft wird. Die finale Zeile "die Hände euch gebt!" ist mehrdeutig und besonders kraftvoll. Sie kann als Aufruf zum gemeinsamen Gebet, zur Versöhnung unter Menschen oder zur Hingabe an Gott gelesen werden. Das Gedicht schließt somit nicht mit einem passiven Staunen, sondern mit einer einladenden Geste der Gemeinschaft und des Friedens, die den Titel "Friedensfürst" mit Leben füllt.
2. Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Das Werk erzeugt eine vorwiegend tröstende und hoffnungsvolle Stimmung, die von einem feierlich-getragenen Grundton und einer sanften auffordernden Dynamik durchzogen ist. Es vermittelt kein ausgelassenes Jubeln, sondern eine tiefe, innere Gewissheit und Beruhigung ("wir sind nicht verloren"). Die direkten Ansprachen ("Besinn stets dich neu", "verzag bitte nicht") wirken ermutigend und persönlich, als wolle der Sprecher den Leser an die Hand nehmen. Die abschließende Aufforderung, die Hände zu geben, verleiht der gesamten Komposition einen warmen, versöhnlichen und gemeinschaftsstiftenden Charakter. Insgesamt ist die Atmosphäre nachdenklich-getröstet und mündet in einen aktivierenden Impuls des Friedens.
3. Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
- Adventsandachten oder Gottesdienste (besonders in den Wochen vor Weihnachten), da es die wartende und suchende Haltung der Adventszeit perfekt aufgreift.
- Besinnliche Momente im Familienkreis am Heiligabend, etwa vor oder nach der Bescherung, um eine ruhige, reflektierende Note zu setzen.
- Weihnachtskarten mit spirituellem Fokus, da es eine kompakte, poetische Botschaft der Hoffnung und des Glaubens vermittelt.
- Eröffnung oder Abschluss einer Weihnachtsfeier in gemeinnützigen oder kirchlichen Gruppen, um einen inhaltlichen Akzent zu setzen.
- Persönliche Meditation oder als Tagesimpuls in der Adventszeit, um sich auf die spirituelle Dimension des Festes zu besinnen.
4. Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Das Gedicht spricht in erster Linie Erwachsene und Jugendliche ab etwa 14 Jahren an, die über ein gewisses Maß an Reflexionsfähigkeit und Interesse an der hintergründigen, theologischen Bedeutung von Weihnachten verfügen. Die einfache Reimstruktur und die klaren Bilder machen es auch für Senioren gut zugänglich, die oft eine Affinität zu traditioneller, glaubensbasierter Dichtung haben. Durch seine Kürze und die eingängigen Reime kann es in angeleiteter Form auch mit Kindern im Grundschulalter besprochen werden, wobei dann die Symbolik von Stern und Licht im Vordergrund stehen sollte.
5. Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Für rein säkulare oder kommerziell ausgerichtete Weihnachtsfeiern, in denen Figuren wie der Weihnachtsmann im Vordergrund stehen und der religiöse Hintergrund keine Rolle spielt. Das Gedicht würde hier vermutlich als zu ernst oder spezifisch empfunden werden.
- Für sehr kleine Kinder im Kindergartenalter, da die Sprache abstrakt ist (z.B. "Besinn stets dich neu", "Vertraue dem Stern") und konkrete, erzählerische Elemente der Weihnachtsgeschichte (Krippe, Tiere, Hirten) fehlen. Sie benötigen eine bildhaftere, handlungsorientiertere Erzählung.
- Für Veranstaltungen, die einen ausschließlich historisch-volkskundlichen Blick auf Weihnachten werfen, da das Gedicht einen eindeutig gläubigen, christlichen Standpunkt einnimmt und weniger deskriptiv als appellativ ist.
6. Wie lang dauert der Vortrag?
Bei einem bedachten, ausdrucksstarken und klar artikulierten Vortrag liegt die Dauer für das vollständige Gedicht bei etwa 30 bis 40 Sekunden. Ein sehr schnelles, nur auf den Reim hin abgespultes Lesen wäre in unter 25 Sekunden möglich, würde der besinnlichen und tröstenden Intention des Textes aber wahrscheinlich nicht gerecht. Planen Sie für eine feierliche Lesung ruhig die volle Minute ein, wenn Sie vor dem Vortrag eine kurze Einleitung zum Gedicht geben oder nach dem Vortrag einen Moment der Stille wirken lassen möchten. Diese kurze Dauer macht das Werk ideal für die Integration in unterschiedlichste Programmpunkte, ohne den zeitlichen Rahmen zu sprengen.
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