Christkind und Nikolaus
Kategorie: Adventsgedichte
Christkind und Nikolaus
Als Engel kommt das Christkindlein,Autor: Vera-Regina aus Österreich
im weißen Kleid mit Gold bestickt,
zu Weihnachten wird’s wieder sein,
dass man es irgendwo erblickt.
An Wochenenden im Advent
kann man das Christkind sehen;
damit das Christkind jeder kennt,
wird es im Einkaufszentrum stehen.
Es wird die Kinderherzen freuen,
ein Leuchten in die Augen bringen,
das Christkind wird sich auch nicht scheuen,
ein Weihnachtslied für sie zu singen.
Die Lockenhaare anzufassen,
die blond und golden glänzen,
wird das Christkind gerne lassen,
mischt es sich unter Menschen.
Das Einkaufszentrum wird erfüllt
von Weihnachtsmelodien,
ein Nikolaus, in Rot gehüllt,
wird auch beim Christkind stehen.
Die Kinder gehen gerne hin,
zum Christkind und zum Nikolaus,
in seinem Sack ist Gutes drin,
an alle Kinder teilt er’s aus.
- Kurze einleitende Zusammenfassung
- Ausführliche Gedichtinterpretation
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Geeignete Anlässe für das Gedicht
- Zielgruppe und Alter
- Weniger geeignete Zielgruppe
- Vortrags- und Inszenierungstipps
- Abschließende Empfehlung
Kurze einleitende Zusammenfassung
Das Gedicht "Christkind und Nikolaus" von Vera-Regina fängt auf bezaubernde Weise den modernen, kommerziellen Zauber der Vorweihnachtszeit ein. Es verwebt traditionelle Weihnachtsfiguren mit der heutigen Realität und schafft so ein vertrautes, heiteres Bild, das vor allem Kinder und Familien direkt anspricht. Die Verse malen ein lebendiges Porträt der festlichen Begegnungen in der Adventszeit und transportieren eine unmittelbare Freude.
Ausführliche Gedichtinterpretation
Vera-Reginas Werk ist mehr als nur eine Beschreibung weihnachtlicher Figuren - es ist eine zeitgenössische Verortung von Tradition. Das Gedicht beginnt mit der klassischen Erscheinung des Christkinds, "im weißen Kleid mit Gold bestickt", und verlegt diese dann bewusst in den Rahmen eines "Einkaufszentrums". Diese bewusste Gegenüberstellung von himmlischem Engel und irdischem Konsumtempel ist der zentrale Punkt der Interpretation. Der Dichterin gelingt es, keine Kritik, sondern eine harmonische Verschmelzung zu zeichnen. Das Christkind wird nicht entzaubert, sondern es bringt seinen Zauber in den Alltag. Es singt, lässt seine Haare anfassen und steht schließlich Seite an Seite mit dem "in Rot gehüllt[en]" Nikolaus. Diese Paarung im vorletzten Vers vereint die beiden wichtigsten Gabenbringer der deutschsprachigen Weihnachtstradition und symbolisiert die Fülle der Vorweihnachtszeit. Der Nikolaus mit seinem Sack, aus dem er "Gutes ... austeilt", rundet das Bild der freudebringenden, kindzentrierten Festvorbereitung ab. Die einfache, gereimte Sprache und der klare Rhythmus unterstreichen die zugängliche und einladende Botschaft.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Das lyrische Werk erzeugt eine durchweg warme, freudige und erwartungsvolle Stimmung. Es ist von einer unbeschwerten Heiterkeit geprägt, die an die Vorfreude im Advent erinnert. Die Schilderung des leuchtenden Christkinds und des großzügigen Nikolaus weckt kindliche Begeisterung und ein Gefühl des behüteten Wohlwollens. Gleichzeitig evoziert die Erwähnung des Einkaufszentrums mit Weihnachtsmelodien eine vertraute, fast nostalgische Atmosphäre für Erwachsene, die diese modernen Weihnachtsrituale kennen. Es ist eine Stimmung der geselligen Vorweihnachtszeit, des gemeinsamen Hin- und "Hingehen[s]" und des geteilten Glücks.
Geeignete Anlässe für das Gedicht
Dieses Gedicht ist ein perfekter Begleiter für zahlreiche Gelegenheiten in der Adventszeit. Es eignet sich hervorragend für die Gestaltung von Adventsfeiern im Kindergarten oder in der Grundschule. Auch auf einem familiären Adventsnachmittag beim Plätzchenbacken kann es vorgetragen werden. Darüber hinaus ist es eine charmante Eröffnung oder Auflockerung für Weihnachtsmärkte, kleine Veranstaltungen in Einkaufszentren oder die Nikolausfeier in einem Verein. Selbst im privaten Kreis, etwa beim gemeinsamen Anzünden der Kerzen am Adventskranz, entfaltet es seine besinnlich-fröhliche Wirkung.
Zielgruppe und Alter
Die primäre Zielgruppe sind eindeutig Kinder im Vor- und Grundschulalter, etwa zwischen vier und zehn Jahren. Die konkreten Bilder und die einfache Sprache sprechen sie unmittelbar an. Sekundär richtet sich das Gedicht aber auch an Eltern, Großeltern und Erzieher, die mit den Kindern diese vorweihnachtlichen Erlebnisse teilen. Für diese Erwachsenen bietet das Werk einen humorvollen und liebevollen Spiegel ihrer eigenen Erlebnisse beim Weihnachtseinkauf mit dem Nachwuchs.
Weniger geeignete Zielgruppe
Weniger geeignet ist das Gedicht für Leser, die eine tiefgründige, kritische oder rein spirituelle Betrachtung der Weihnachtszeit suchen. Wer nach metaphorisch komplexer Lyrik oder einer Reflexion über den kommerziellen Weihnachtsrummel sucht, wird hier nicht fündig. Ebenso ist es für sehr kleine Kinder unter drei Jahren möglicherweise noch zu lang und textlastig, um durchgängig die Aufmerksamkeit zu fesseln.
Vortrags- und Inszenierungstipps
Für einen fesselnden Vortrag sollten Sie eine klare, freundliche und etwas verzauberte Stimme wählen. Betonen Sie die Reime leicht, ohne sie zu übertreiben. Machen Sie vor den Zeilen "Die Lockenhaare anzufassen" und "in seinem Sack ist Gutes drin" kleine, neugierige Pausen. Eine einfache Inszenierung mit zwei Personen - eine als Christkind, eine als Nikolaus - die während des Vortrags die beschriebenen Handlungen pantomimisch darstellen, wirkt wunderbar. Für Kinder können Sie einfache Requisiten wie einen goldenen Haarreif oder einen roten Sack nutzen. Ein sanfter Hintergrund von Glockengeklingel oder bekannten Weihnachtsmelodien während des Vortrags schafft zusätzliche Atmosphäre.
Abschließende Empfehlung
Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie die moderne, fröhliche und kindliche Seite des Advents feiern möchten. Es ist die ideale literarische Zugabe für jeden Moment, an dem die Vorfreude auf das Fest im Mittelpunkt steht und Sie ein Lächeln in die Gesichter Ihrer Zuhörer zaubern wollen. Besonders wenn Sie selbst mit Kindern unterwegs sind, um das Christkind oder den Nikolaus zu besuchen, bietet dieses Werk vor oder nach dem Ereignis eine perfekte poetische Einstimmung und Nachbereitung. Es festigt die magischen Erinnerungen an diese besonderen Begegnungen in der weihnachtlichen Geschäftigkeit.
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