Einladung vom Weihnachtsmann

Kategorie: Adventsgedichte

Einladung vom Weihnachtsmann

Hallo, lieber Weihnachtsmann,
erzähle uns von deinem Plan,
wo führt dich die Reise hin,
kommst du auch zu uns nach Wien?
Wenn es schneit um Mitternacht,
hast du immer was gebracht.

Mach doch einmal eine Pause,
bleib doch tunlich mal zu Hause.
Lade alle Kinder ein,
denn sie würden glücklich sein,
dich zu Hause zu besuchen
bei Kakao und Weihnachtskuchen.

Bald lag auf der Fensterbank
die Einladung zum Weihnachtstrank,
den Wunsch erfüllt der Weihnachtsmann,
so gut er ihn erfüllen kann,
die Kinder wird er gern erwarten
im Restaurant im Wintergarten.

Am Sonntag ist er wieder dort
in jeder Stadt, in jedem Ort,
das Christkind wird ihn auch begleiten
und verteilt auch Köstlichkeiten,
sie werden Weihnachtslieder singen,
und Kindern große Freude bringen.
Autor: Brigitte Waldner

Einleitende Zusammenfassung der Wirkung

Das Gedicht "Einladung vom Weihnachtsmann" von Brigitte Waldner besticht durch seinen unmittelbaren Charme und seine einladende Herzlichkeit. Es wirkt wie ein Türöffner in die magische Welt des Weihnachtsfestes, indem es die traditionelle Erzählung geschickt umdreht. Statt nur auf die Gaben des Weihnachtsmanns zu warten, laden die Kinder ihn selbst zu einem Besuch ein. Diese originelle Perspektive schafft ein Gefühl von aktiver Teilhabe und Gemeinschaft, das sowohl junge als auch erwachsene Leser anspricht und die Vorfreude auf das Fest auf eine besonders warmherzige Weise nährt.

Ausführliche Interpretation des Gedichts

Das Werk lässt sich in drei klar voneinander abgegrenzte Abschnitte gliedern, die eine kleine erzählerische Entwicklung beschreiben. Die erste Strophe stellt den Kontakt her. Die direkte Ansprache "Hallo, lieber Weihnachtsmann" bricht sofort das Eis und etabliert ein vertrautes, fast freundschaftliches Verhältnis. Die Fragen nach seinem "Plan" und ob er nach "Wien" kommt, verankern das Wunderbare in einer konkreten, realen Welt, was die Magie für Kinder besonders greifbar macht.

Im zweiten Teil folgt die eigentliche, liebevoll fordernde Einladung. Die Aufforderung "Mach doch einmal eine Pause" ist erfrischend menschlich und sorgt für einen heimeligen Kontrast zum hektischen Bild des allgegenwärtigen Geschenkebringers. Die Vision von Kakao und Weihnachtskuchen zu Hause ersetzt die anonyme Bescherung durch persönliche Begegnung und Gastfreundschaft – Werte, die im Kern des Weihnachtsfestes stehen.

Die letzten beiden Strophen zeigen die wundersame Erfüllung dieser Einladung. Der Weihnachtsmann nimmt sie nicht nur an, sondern übertrifft die Erwartungen, indem er das Christkind mitbringt und das Treffen in ein "Restaurant im Wintergarten" verlegt. Diese Steigerung von der privaten Stube in einen festlichen, aber dennoch kindgerechten Rahmen unterstreicht die Großzügigkeit der mythischen Figuren. Der Schluss verspricht die Wiederholung dieses Wunders "in jeder Stadt, in jedem Ort" und weitet die persönliche Freude zu einer universalen, gemeinschaftlichen Feier aus, die durch gemeinsames Singen besiegelt wird.

Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?

Das Gedicht erzeugt durchgehend eine Stimmung von freudiger Erwartung, herzlicher Gastlichkeit und gemütlicher Vorfreude. Es ist frei von jeglicher Spannung oder Traurigkeit. Stattdessen dominiert ein optimistischer, einladender Grundton, der von Neugierde (Fragen an den Weihnachtsmann) über behagliche Vorstellungen (daheim bei Kuchen) bis hin zu festlicher Begeisterung (Wintergarten-Restaurant, gemeinsames Singen) reicht. Die Atmosphäre ist durchdrungen von einem tiefen Vertrauen in die Güte der Weihnachtsfiguren und der Gewissheit, dass Wünsche auf wunderbare Weise erfüllt werden.

Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?

Dieses Gedicht ist ein vielseitiger Begleiter durch die gesamte Advents- und Weihnachtszeit. Besonders passend ist es:

  • Als Eröffnung oder Höhepunkt bei Advents- oder Weihnachtsfeiern im Kindergarten, in der Grundschule oder im Familienkreis.
  • Als vorweihnachtliche Einstimmung im Morgenkreis oder vor dem Öffnen eines Türchens am Adventskalender.
  • Als kleine Darbietung bei der Weihnachtsbäckerei, wenn gerade Plätzchen oder Kuchen backen werden – eine direkte Verbindung zur Textzeile.
  • Als Einladungstext für eine selbst organisierte Kinder-Weihnachtsfeier, vielleicht sogar mit verkleidetem Weihnachtsmann.
  • Als gemütlicher Programmpunkt am Heiligen Abend, bevor die Geschenke verteilt werden, um die Stimmung aufzubauen.

Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?

Die primäre und ideale Zielgruppe sind Kinder im Vorschul- und frühen Grundschulalter (ca. 4 bis 8 Jahre). Die einfachen Reime, die konkreten Bilder (Schnee, Kakao, Kuchen) und die direkte Ansprache sind perfekt auf ihr Verständnis und ihre emotionalen Bedürfnisse zugeschnitten. Darüber hinaus spricht es auch Eltern, Großeltern und Erzieher an, die nach einem qualitativ hochwertigen, nicht kommerziellen und herzerwärmenden Text suchen, um die Weihnachtsmagie an die nächste Generation weiterzugeben.

Für wen eignet sich das Gedicht weniger?

Weniger geeignet ist das Gedicht für ein Publikum, das nach komplexer Lyrik, gesellschaftskritischer Reflexion oder einer rein theologischen Betrachtung von Weihnachten sucht. Es ist bewusst nicht ironisch, nicht hinterfragend und nicht melancholisch. Ältere Kinder oder Jugendliche, die sich in einer distanzierteren Phase befinden, könnten den Text als "kindlich" empfinden. Ebenso ist es für sehr formelle oder ausschließlich erwachsene Weihnachtsfeiern, wie Firmenveranstaltungen, wahrscheinlich nicht die erste Wahl.

Vortrags- und Inszenierungstipps

Um den Text lebendig werden zu lassen, bieten sich verschiedene Inszenierungsmöglichkeiten an:

  • Dialogisches Vortragen: Teilen Sie die Rollen auf. Ein Kind oder Erwachsener kann die einladenden Zeilen der Kinder sprechen (Strophen 1 und 2), eine tiefere, freundliche Stimme antwortet als Weihnachtsmann (Strophen 3 und 4).
  • Begleitung mit Gesten: Unterstreichen Sie Schlüsselwörter mit einfachen Gesten: Winken bei "Hallo", eine weite Armbewegung für "die Reise", das Formen einer Tasse für "Kakao", ein ausladendes Einlade-Geste für "Lade alle Kinder ein".
  • Einsatz von Requisiten: Halten Sie beim Vortrag eine schöne, gemalte "Einladung" (Fensterbank) in der Hand. Eine Tasse, eine Weihnachtsmannmütze oder ein paar Tannenzweige schaffen eine sinnliche Atmosphäre.
  • Musikalische Untermalung: Das Gedicht kann wunderbar von leisen, glockenhaften Klängen (Glockenspiel, Keyboard) oder einer Harfen-Hintergrundmusik begleitet werden. Die letzten Zeilen bieten sich direkt an, um in ein gemeinsames gesungenes Weihnachtslied überzuleiten.
  • Gemeinsames Sprechen: Lassen Sie beim wiederholten Vortrag die ganze Gruppe die letzte Strophe gemeinsam sprechen, um den feierlichen, gemeinschaftlichen Abschluss zu betonen.

Abschließende Empfehlung

Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie einen unverbrauchten, positiv strahlenden Text suchen, der die klassische Weihnachtserzählung einmal anders perspektiviert. Es ist die perfekte Wahl für den Moment, in dem Sie nicht nur über Wunder erzählen, sondern aktiv eine einladende, gastfreundliche und partizipative Weihnachtsstimmung schaffen möchten. Setzen Sie es ein, wenn die Magie des Festes für die Jüngsten greifbar und miterlebbar werden soll – nicht als ferne Geschichte, sondern als einladendes Abenteuer, zu dem man selbst beitragen kann. Es verwandelt passive Erwartung in aktive Vorfreude und ist damit ein besonderer Schatz im Repertoire der Weihnachtslyrik.

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