Weihnachtsgedicht
Kategorie: Adventsgedichte
Weihnachtsgedicht
Wenn am Weihnachtsbaum die Lichter brennen,Autor: Daniela Cordes
fängt so mancher an zu flennen.
Weihnachslieder wunderbar,
trällern wir wie jedes Jahr.
Mancher ist allein am Feste,
Lad' sie doch ein, ein paar liebe Gäste.
Bei uns da gibt es Frankfurter Kranz,
Manch einer geht später zum Tanz.
Die Bescherung dann ist sagenhaft,
Geschenke voller Power und Kraft.
Ich hab dich lieb und schenke dir,
ein klitzekleines Kuscheltier.
Abends gibt es dann ein opulentes Mahl
hier treffen wir immer eine gute Wahl.
Ob Kartoffelsalat mit Würstchen oder Steak,
danach ich mich satt ins Bette leg'.
Ich wünsche dir für's kommende Jahr,
Das alle deine Wünsche werden wahr.
Gesundheit, Freude Liebe, wünsch ich dir auch dazu,
nun singen wir Jucheee und Juhuuu.
- Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung
- Ausführliche Interpretation des Gedichts
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?
- Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Vortrags- und Inszenierungstipps
- Abschließende Empfehlung
Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung
Daniela Cordes' "Weihnachtsgedicht" wirkt wie ein herzlicher und unverstellter Blick auf das moderne Weihnachtsfest in all seiner bunten, manchmal schrillen und stets gefühlvollen Vielfalt. Es verzichtet auf pathetische Töne und malt stattdessen mit schnellen, lebendigen Strichen ein Bild, das vielen Menschen unmittelbar aus dem eigenen Erleben vertraut vorkommen wird. Die Wirkung ist eine Mischung aus nostalgischer Wärme, heiterer Anerkennung der kleinen Fest-Freuden und einem aufrichtigen Wunsch nach Gemeinschaft. Es lädt den Leser ein, sich wiederzufinden und mit einem Lächeln die eigenen Weihnachtstraditionen zu betrachten.
Ausführliche Interpretation des Gedichts
Das Gedicht strukturiert den Weihnachtstag in typische Stationen, beginnend mit der festlichen Atmosphäre ("Lichter brennen"), die bei manchem Rührung ("flennen") auslöst. Dieses emotionale Aufbrechen wird sofort mit der gemeinschaftlichen Aktivität des Singens ("trällern") kontrastiert - ein schönes Bild für das Wechselspiel zwischen Innigkeit und Geselligkeit an den Feiertagen. Besonders bemerkenswert ist die direkte Aufforderung in der zweiten Strophe: "Lad' sie doch ein". Hier wird das Gedicht aktiv und appellativ, es plädiert gegen Einsamkeit und für selbstgeschaffene Gastfreundschaft.
Die genannten Speisen - Frankfurter Kranz, Kartoffelsalat mit Würstchen oder Steak - sind bewusst gewählt. Sie stehen nicht für ein klassisches, gourmethaftes Festmahl, sondern für bodenständige, vielleicht sogar liebgewonnene Familien- oder Freundschaftstraditionen. Diese Konkretisierung macht das Gedicht greifbar und authentisch. Die Bescherung wird als "sagenhaft" beschrieben, wobei der Fokus weniger auf dem materiellen Wert der "voller Power" steckenden Geschenke liegt, sondern auf der zärtlichen Geste: "Ich hab dich lieb und schenke dir, ein klitzekleines Kuscheltier." Hier schwingt echte Zuneigung mit, die das Materielle überschreitet.
Der abschließende Wunsch für das neue Jahr ist umfassend und traditionell (Gesundheit, Freude, Liebe), wird aber durch den ausgelassenen Jubelruf "Jucheee und Juhuuu" in eine lockere, fast kindlich-fröhliche Stimmung überführt. Das Gedicht endet nicht besinnlich-still, sondern mit einem gemeinsamen, lauten Ausruf der Freude.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Das Werk erzeugt eine grundlegend warmherzige, ungekünstelt fröhliche und inklusive Stimmung. Es ist durchdrungen von einer gewissen Leichtigkeit und einem pragmatischen Optimismus. Melancholische Untertöne, wie die angedeutete Einsamkeit mancher Menschen, werden sofort durch handfeste Lösungsvorschläge (Einladen!) und die Schilderung von Geselligkeit aufgewogen. Die Stimmung ist weniger andächtig oder feierlich-erhaben, sondern vielmehr lebensnah, gesellig und von einer herzlichen Direktheit. Sie fühlt sich an wie ein gemütlicher Nachmittag im Kreise vertrauter Menschen, an dem gelacht und geschlemmt wird.
Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?
Dieses Gedicht passt perfekt zu informellen Weihnachtsfeiern im Freundes- oder Familienkreis, bei denen der Spaß und das Miteinander im Vordergrund stehen. Es ist eine ausgezeichnete Wahl für gesellige Runden am Heiligabend oder an den Feiertagen, vielleicht sogar als humorvoller Beitrag vor der Bescherung. Da es Einsamkeit thematisiert und zur Gastfreundschaft aufruft, eignet es sich auch wunderbar für Einladungskarten zu einer vorweihnachtlichen oder weihnachtlichen Party. Zudem kann es in einem privaten Weihnachtsbrief oder einer persönlichen Karte einen sehr liebevollen und individuellen Akzent setzen, der vom Standard abweicht.
Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Die Zielgruppe ist breit gefächert. Erwachsene, die Weihnachten in einem eher lockeren, traditionell-modernen Rahmen feiern, werden die beschriebenen Szenarien schnell wiedererkennen. Aufgrund der einfachen Sprache, der konkreten Bilder und des rhythmischen Flusses eignet es sich auch hervorragend, um es Kindern vorzulesen oder mit ihnen gemeinsam zu rezitieren. Jugendliche und junge Erwachsene, die vielleicht noch nicht ihr eigenes, formelles Fest zelebrieren, sondern Weihnachten mit Freunden verbringen, finden hier einen treffenden und nicht zu kitschigen Ausdruck für ihre Feier. Kurz gesagt: Es ist ein Gedicht für alle, die das Fest unkompliziert und herzlich angehen.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
Für Leser oder Anlässe, die eine tiefgründige, literarisch anspruchsvolle oder streng traditionell-religiöse Betrachtung von Weihnachten suchen, ist dieses Gedicht weniger geeignet. Wer nach Metaphorik, komplexen Reimschemata oder spiritueller Reflexion sucht, wird hier nicht fündig werden. Ebenso könnte der sehr bodenständige, fast alltägliche Ton (Frankfurter Kranz, Kartoffelsalat) in einem extrem festlichen oder formellen Rahmen, etwa einer offiziellen Weihnachtsansprache, möglicherweise als zu salopp empfunden werden. Es ist kein Gedicht für die stille Mitternachtsmesse, sondern für das lebendige Wohnzimmer.
Vortrags- und Inszenierungstipps
Der Vortrag sollte lebendig und mit einer gewissen natürlichen Begeisterung erfolgen. Wichtig ist es, den Wechsel zwischen den beschriebenen Szenen durch kleine Pausen und einen variierenden Tonfall zu betonen.
- Stimmlage und Tempo: Beginnen Sie mit einer warmen, einladenden Stimme. Bei "fängt so mancher an zu flennen" kann die Stimme etwas weicher und gefühlvoller werden, beim "trällern" dagegen beschwingt und fröhlich. Die Aufforderung "Lad' sie doch ein" sollte besonders direkt und herzlich klingen. Die Aufzählung der Speisen kann man mit einem schmunzelnden, genussvollen Unterton vortragen. Der Schlussjubel "Jucheee und Juhuuu" verdient einen echten, ausgelassenen Freudenausbruch.
- Interaktion: Bei einer geselligen Runde können Sie die Gäste auffordern, den Schlussruf "Jucheee und Juhuuu" gemeinsam zu sprechen. Das schafft eine schöne, interaktive Momentaufnahme.
- Visuelle Untermalung: Wenn Sie das Gedicht in einer Karte oder auf einem Blatt präsentieren, lockern Sie es mit kleinen, verspielten Zeichnungen der genannten Gegenstände (ein Lichterbaum, ein Kranz, ein Kuscheltier, eine Wurst) auf. Eine Inszenierung als kleines "Sprechtheater" mit verteilten Rollen (eine Person für die rührenden Zeilen, eine für die geselligen) ist ebenfalls denkbar.
Abschließende Empfehlung
Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie Weihnachten nicht mit Pathos, sondern mit herzlicher Gelassenheit und einem Schmunzeln feiern möchten. Es ist die ideale literarische Begleitung für einen Abend, an dem die Stimmung leicht, die Gesellschaft gut und die Pläne nicht zu streng sind. Nutzen Sie es, um in Ihrer Weihnachtskarte eine persönliche Note zu setzen, die abseits von standardisierten Glückwünschen liegt, oder um Ihre Feier mit einem gemeinsamen, fröhlichen Sprachmoment zu beginnen. Daniela Cordes' Werk ist wie der Frankfurter Kranz auf dem Buffet: kein klassisches Prunkstück, aber ein garantiert beliebter und wärmender Genuss, der alle erfreut.
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