Gemeinsamzeit
Kategorie: Adventsgedichte
Gemeinsamzeit
Jetzt ist es wieder mal so weitAutor: Mina Löffler
und es beginnt die besinnliche Weihnachtszeit.
Obwohl von Besinnlichkeit keine Spur.
Meistens sieht man Hektik nur.
Es wird gesucht, gehetzt, gerannt -
nach Bäumen, Essen und Weihnachts-Tand.
Drum lasst uns hier kurz innehalten
und Weihnachten mal neu gestalten:
Nicht wichtig sind die Geschenke, nein,
die Zeit MITEINANDER sollte wichtig sein!
Die Anderen sehen, hören, mit ihnen lachen,
DAS sind die Dinge, die uns glücklich machen.
Das GEGENÜBER ist jetzt so rar,
wie es noch nie zuvor mal war.
In diesem Sinne genießt die Zeit
des Lachens und der Gemeinsamkeit.
- Ausführliche Interpretation des Gedichts
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
- Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Wie lang dauert der Vortrag?
Ausführliche Interpretation des Gedichts
Das Gedicht "Jetzt ist es wieder mal so weit" stellt einen zeitkritischen und zugleich herzerwärmenden Kommentar zur modernen Weihnachtszeit dar. Es beginnt mit einer fast schon resignativen Feststellung: Die vielbeschworene "besinnliche" Phase existiert in der Realität oft nicht, stattdessen herrscht Hektik. Der Autor benennt konkret die Treiber dieser Unruhe - die Jagd nach materiellen Dingen wie dem perfekten Baum, dem Festmahl und dem "Weihnachts-Tand". Diese präzise Beobachtung macht das Werk so authentisch und anschlussfähig für den Leser von heute.
In der Mitte erfolgt jedoch eine klare Wende, ein Appell zum Innehalten. Das Gedicht wird vom Beobachter zum Gestalter. Der zentrale Vorschlag lautet, Weihnachten neu zu definieren. Hier liegt die eigentliche Botschaft: Nicht die Geschenke sind von Bedeutung, sondern die gemeinsam verbrachte Zeit. Die verwendeten Verben "sehen, hören, lachen" betonen einfache, zwischenmenschliche und unmittelbare Erfahrungen. Als Kontrast dazu setzt der Autor das Wort "GEGENÜBER" in Großbuchstaben und bezeichnet es als "rar". Dies ist ein starkes sprachliches Signal, das auf den Mangel an echter Präsenz und Zuwendung in einer von digitaler Kommunikation geprägten Zeit anspielt. Das Gedicht schließt mit einem positiven Wunsch, der aus der zuvor geäußerten Kritik erwächst: Es lädt ein, die Freude der Gemeinschaft bewusst zu genießen.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Das Werk erzeugt eine primär nachdenkliche und appellative Stimmung, die in einen warmherzigen, hoffnungsvollen Ton übergeht. Die ersten Zeilen wirken durch die Schilderung der alltäglichen Hektik und des Widerspruchs zur Besinnlichkeit leicht kritisch und realistisch. Diese Grundierung dient jedoch als Kontrastfolie, um die folgende Botschaft umso heller erstrahlen zu lassen. Die Stimmung wandelt sich zum Aufruf hin zu einer entschleunigten und menschenzentrierten Haltung. Der Schluss versprüht eine gefasste Zuversicht und lädt zur bewussten Freude ein. Insgesamt ist die Stimmung also eine Mischung aus sozialer Kritik und einem tröstlichen, wegweisenden Impuls für ein erfüllteres Fest.
Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
Dieses Gedicht ist vielseitig einsetzbar und passt besonders gut zu Anlässen, die selbst der Reflexion oder der Neuausrichtung dienen. Ideal ist es für:
- Advents- oder Weihnachtsfeiern in Vereinen, Unternehmen oder Freundeskreisen, um einen inhaltlichen Impuls zu setzen und vom Konsumdruck wegzulenken.
- Den Beginn eines Heiligabend-Essens im Familienkreis, um gemeinsam auf das Wesentliche zu fokussieren, bevor die Geschenke ausgepackt werden.
- Weihnachtsgottesdienste oder Andachten mit modernem, lebensnahem Bezug, da es den zeitgenössischen Stress thematisiert.
- Die Gestaltung einer persönlichen Weihnachtskarte, besonders an Menschen, denen man seine Wertschätzung jenseits materieller Gaben ausdrücken möchte.
- Einen Adventskaffee oder ein Treffen im Pfarrheim, um eine Gesprächsrunde über die eigene Vorbereitung auf das Fest anzuregen.
Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Das Gedicht spricht in erster Linie Erwachsene und Jugendliche ab etwa 14 Jahren an. Diese Zielgruppe erlebt den beschriebenen Vorweihnachtsstress im Beruf, im Studium oder bei der Organisation des Familienfestes meist selbst unmittelbar. Sie kann die Kritik an der Hektik und die Sehnsucht nach echter Gemeinschaft aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Auch Senioren finden in dem Text einen treffenden Kommentar zur heutigen, beschleunigten Zeit und schätzen oft die Betonung des Miteinanders. Die klare, reimende Sprache und die eingängige Botschaft machen es auch für ältere Kinder im Grundschulalter verständlich, jedoch liegt die tiefere Bedeutungsebene in der Lebenserfahrung der Älteren.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Für sehr traditionelle, rein ritualisierte Weihnachtsfeiern, in denen ausschließlich klassische Texte, Bibelstellen oder Lieder vorgetragen werden. Das Gedicht fehlt die konventionelle Symbolik von Krippe, Stern oder Engel.
- Für reine Kinderbescherungen oder -feste, bei denen die magische, erzählerische und märchenhafte Seite des Festes im Vordergrund steht. Der textliche Inhalt ist für kleine Kinder zu abstrakt und appellativ, ohne eine bildhafte Geschichte zu erzählen.
- In Kontexten, die explizit der unkritischen Feier von Konsum und Luxus gewidmet sind, da die Kernaussage des Gedichts diametral dazu steht.
Wie lang dauert der Vortrag?
Bei einem Vortrag in angemessenem, bedächtigem Tempo - wie es der Inhalt des Gedichts nahelegt - beträgt die Lesezeit etwa 30 bis 40 Sekunden. Diese Dauer macht es zu einem perfekten, kurzen Impuls für die genannten Anlässe. Sie können es problemlos in eine Ansprache, eine Feier oder einen Gottesdienst einbauen, ohne den zeitlichen Rahmen zu sprengen. Für eine Lesung, bei der Sie besonderes Gewicht auf die Pausen zwischen den Zeilen und die Betonung der Schlüsselwörter (wie "GEGENÜBER") legen, können Sie auch bis zu einer Minute einplanen. Diese kurze, aber prägnante Länge garantiert, dass die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer erhalten bleibt und die Botschaft nachhallt.
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