Das vierte Licht

Kategorie: Adventsgedichte

Das vierte Licht

Es fehlt zum Glück noch das vierte Licht
Bis zum Fest ist es jetzt nicht mehr weit.
Ein fünftes Licht gibt es hier sicher nicht.
Es bleiben nur wenige Tage Zeit.

Das vierte Licht macht die Freude perfekt.
Holt hervor das Stück, das Dir fehlt noch zum Glück.
Es leuchtet mit der Kraft die in ihm steckt,
und gibt Dir den Frieden zurück.

Das fehlende Licht zum vierten Advent
strahlt um die Wette mit den anderen Dreien.
Es vollendet den Kranz zu hundert Prozent
wird Dir Stille in der Tiefe der Seele verleihen.
Autor: Greta Hennen

Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung

Das Gedicht "Das vierte Licht" von Greta Hennen fängt die besinnliche Vorfreude des vierten Adventssonntags ein. Es wirkt wie eine sanfte Erinnerung an die innere Vorbereitung auf Weihnachten, die über das äußere Schmücken hinausgeht. Der Text lenkt den Blick auf das Fehlende, das Vervollständigende und verknüpft das Entzünden der letzten Kerze auf dem Adventskranz unmittelbar mit dem Gewinn von innerem Frieden und tiefer Stille. Es ist ein poetischer Begleiter für den letzten Schritt im Advent.

Ausführliche Interpretation des Gedichts

Das Gedicht strukturiert sich in drei Strophen, die den Weg von der äußeren Beobachtung zur inneren Wirkung nachzeichnen. Die erste Strophe steht im Zeichen der Erwartung und der finalen Countdown-Phase ("Es bleiben nur wenige Tage Zeit"). Die Betonung, dass es "sicher kein fünftes Licht" geben wird, unterstreicht die Einmaligkeit und Kostbarkeit dieses letzten Schrittes vor dem Fest. Es etabliert eine freudige Spannung.

Die zweite Strophe wendet sich direkt an den Leser oder die Leserin ("Holt hervor das Stück, das Dir fehlt"). Das vierte Licht wird hier aktiv als Schlüssel zum persönlichen Glück und perfekter Freude dargestellt. Interessant ist die Formulierung "gibt Dir den Frieden zurück". Sie impliziert, dass dieser Frieden einst vorhanden war, vielleicht in der Hektik der Vorweihnachtszeit verloren ging und nun durch bewusste Besinnung wiedererlangt werden kann. Die "Kraft", die im Licht steckt, ist somit keine physische, sondern eine symbolische, seelische Energie.

Die dritte und letzte Strophe beschreibt die vollendete Harmonie. Das vierte Licht "strahlt um die Wette" - es steht nicht im Wettstreit, sondern in einer gemeinsamen, leuchtenden Freude mit den anderen Lichtern. Die "hundertprozentige" Vollendung des Kranzes ist ein starkes Bild für Ganzheit und Abgeschlossenheit. Der tiefste und nachhaltigste Effekt wird im letzten Vers benannt: Die äußere Vollendung schenkt "Stille in der Tiefe der Seele". Das Gedicht schließt somit mit dem Versprechen einer inneren Ruhe, die das eigentliche Geschenk des Advents ist.

Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?

Das Werk erzeugt eine warme, zuversichtliche und zutiefst beruhigende Stimmung. Es vermittelt das Gefühl des Ankommens und der Vervollständigung nach einer Zeit des Wartens. Durch den direkten Ansprechcharakter ("Dir") wirkt es persönlich und einladend, lädt zur Identifikation ein. Gleichzeitig transportiert es eine feierliche Ruhe, die sich von der oft hektischen Vorweihnachtszeit abhebt. Die Grundstimmung ist eine Mischung aus freudiger Erwartung und dem Versprechen inneren Friedens.

Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?

Dieses Gedicht ist der ideale literarische Begleiter für den vierten Adventssonntag. Es passt perfekt in folgende Rahmen:

  • Als festlicher Beitrag im Rahmen des gemeinsamen Adventskranz-Entzündens in der Familie.
  • Als Einstimmung oder Abschluss einer Adventsandacht oder eines vorweihnachtlichen Gottesdienstes.
  • Als besinnliches Element auf Weihnachtsfeiern von Vereinen oder Gemeindegruppen, die den Fokus auf die stille Seite des Festes legen möchten.
  • Als textliche Gestaltung auf selbstgemachten Adventskarten oder in persönlichen Weihnachtsbriefen, die an Freunde verschickt werden.
  • Als ruhiger Programmpunkt in der Seniorenarbeit oder in Pflegeheimen in der Adventszeit.

Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?

Die Sprache des Gedichts ist klar und verständlich, die Bilder sind eingängig. Daher eignet es sich für ein breites Publikum. Besonders ansprechend ist es für Erwachsene und ältere Jugendliche, die die metaphorische Tiefe und das Versprechen der Seelenstille zu schätzen wissen. Auch für Kinder im Grundschulalter, die die Tradition des Adventskranzes bereits verstehen, kann es ein schönes Ritual bereichern, wenn es ihnen vorgelesen und kurz erklärt wird. Menschen, die einen Sinn für besinnliche Poesie und die spirituelle Dimension der Weihnachtszeit haben, werden besonders angesprochen.

Für wen eignet sich das Gedicht weniger?

Für Leser oder Zuhörer, die ausschließlich an humorvollen, schnellen oder rein konsumorientierten Weihnachtstexten interessiert sind, könnte das Gedicht zu ruhig und reflektierend wirken. Ebenso ist es weniger für sehr junge Kinder geeignet, die noch kein Verständnis für Symbole wie den Adventskranz oder abstrakte Begriffe wie "Seelenstille" entwickelt haben. Wer eine actionreiche oder stark gereimte Kinderpoesie sucht, wird hier nicht fündig werden.

Vortrags- und Inszenierungstipps

Um die Wirkung des Gedichts voll zu entfalten, empfehlen sich folgende Vortrags- und Inszenierungsmöglichkeiten:

  • Der richtige Moment: Tragen Sie das Gedicht am besten in der Dämmerung des vierten Adventssonntags vor, kurz bevor die vierte Kerze entzündet wird. Schaffen Sie eine ruhige Atmosphäre mit gedämpftem Licht, vielleicht nur beleuchtet von den ersten drei Kerzen.
  • Sprechweise: Lesen Sie langsam und bedacht, mit sanfter, warmer Stimme. Lassen Sie sich Zeit, besonders bei den Schlüsselzeilen "gibt Dir den Frieden zurück" und "Stille in der Tiefe der Seele". Machen Sie vor diesen Zeilen eine kleine, sinngebende Pause.
  • Visuelle Unterstützung: Stellen Sie einen Adventskranz mit drei brennenden und einer noch unangezündeten Kerze in die Mitte. Während des Vortrags oder unmittelbar danach kann die vierte Kerze feierlich entzündet werden – diese Handlung wird den Text physisch erfahrbar machen.
  • Musikalische Umrahmung: Ein leiser, instrumentaler Adventschoral im Hintergrund (z.B. auf der Gitarre oder Klavier) kann die Stimmung untermalen. Wichtig ist, dass die Musik den Text nicht übertönt, sondern nur einfühlsam begleitet.
  • Gemeinsames Lesen: Bei familiären Anlässen können bestimmte Zeilen, etwa "Es fehlt zum Glück noch das vierte Licht", von allen gemeinsam gesprochen werden.

Abschließende Empfehlung

Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie den vierten Advent nicht nur als letzten Termin vor dem Geschenkeeinkauf, sondern als einen eigenständigen, wertvollen Höhepunkt der Vorweihnachtszeit zelebrieren möchten. Es ist die perfekte literarische Ergänzung, wenn Sie ein Ritual der Stiftung von Ruhe und Besinnung schaffen wollen. Nutzen Sie es, um in der Familie, im Freundeskreis oder in der Gemeinde einen bewussten Moment der Einkehr zu initiieren, der den eigentlichen Kern der Adventszeit – die stille Vorfreude und die Suche nach innerem Frieden – in den Mittelpunkt stellt. Es verwandelt das simple Entzünden einer Kerze in eine kleine, bedeutungsvolle Zeremonie.

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