Weihnachtsgedicht
Kategorie: lustige Weihnachtsgedichte
Weihnachtsgedicht
Der Weihnachtstisch ist öd und leer.Autor: unbekannt, aber weitergeleitet duch Peter Misol
Die Kinder stehen blöd umher.
Da lässt der Vater einen krachen.
Die Kinder fangen an zu lachen.
Da sieht man schon mit kleinen Sachen,
kann man Beamtenkindern Freude machen.
- Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung
- Ausführliche Interpretation des Gedichts
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?
- Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Vortrags- und Inszenierungstipps
- Abschließende Empfehlung
Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung
Dieses kurze, prägnante Gedicht entfaltet eine überraschende und erfrischend direkte Wirkung. Es zeichnet in nur sechs Zeilen ein Bild aus leichter Enttäuschung, die durch eine simple, fast derbe väterliche Geste schlagartig in herzliches Gelächter umschlägt. Der Reiz liegt in der unverblümten Darstellung einer allzu menschlichen Familienszene, die viele Leser aus eigener Erfahrung kennen dürften. Es wirkt nicht pathetisch oder kitschig, sondern authentisch und erdet die Weihnachtsfeier auf humorvolle Weise.
Ausführliche Interpretation des Gedichts
Das Gedicht beginnt mit einer sachlichen, fast trostlosen Feststellung: "Der Weihnachtstisch ist öd und leer." Dies setzt einen Kontrast zur üblichen Erwartung eines üppig gedeckten Festtisches. Die folgende Zeile "Die Kinder stehen blöd umher." verstärkt diese Atmosphäre der Leere und des Wartens; das Wort "blöd" ist hier im Sinne von "gelangweilt", "ratlos" oder "enttäuscht" zu verstehen. Es ist der Moment, in dem die magische Weihnachtsstimmung zu kippen droht.
Die Wende bringt der Vater: "Da lässt der Vater einen krachen." Die Bedeutung von "einen krachen lassen" ist doppeldeutig und trägt den Charme des Derben. Es kann sich um einen lauten, überraschenden Furz handeln, aber auch um das bewusste Herbeiführen eines lauten Knalls - etwa durch einen Knallfrosch oder das laute Zerknallen einer Verpackung. Diese unkonventionelle, körperliche und nicht selten tabuisierte Geste bricht das steife Warten und die Enttäuschung. Sie ist unmittelbar, direkt und erfordert keine materiellen Geschenke.
Die Reaktion der Kinder ist spontan und ansteckend: "Die Kinder fangen an zu lachen." Die erhoffte Freude stellt sich also doch ein, nur auf einem völlig anderen, unerwarteten Weg. Die abschließende Moral "Da sieht man schon mit kleinen Sachen, kann man Beamtenkindern Freude machen." ist ironisch zu lesen. Die Nennung der "Beamtenkinder" spielt vermutlich auf ein Klischee von Sparsamkeit oder bescheidenen Verhältnissen an, wobei die Pointe universell gilt: Wahre Freude und echte Lacher entstehen oft aus den einfachsten, unscheinbarsten und manchmal auch albernsten Momenten heraus, nicht aus teuren Geschenken. Das Gedicht ist somit eine kleine, humorvolle Ode an die Improvisationskunst und an den Wert ungekünstelter zwischenmenschlicher Momente.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Zunächst erzeugt es eine Stimmung der leeren Erwartung und leichten Peinlichkeit. Diese wandelt sich jedoch rasch in Erheiterung und befreiende Heiterkeit. Die finale Stimmung ist warmherzig, sympathisch und von einem Augenzwinkern geprägt. Es ist keine feierlich-andächtige, sondern eine bodenständige, familiäre und lustige Weihnachtsstimmung, die Perfektionsdruck nimmt und Menschlichkeit in den Vordergrund stellt.
Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?
- Für inoffizielle Weihnachtsfeiern im engsten Familien- oder Freundeskreis, wo man nicht zu formell ist.
- Als humorvoller Einstieg oder Beitrag in einer selbstgestalteten Weihnachtszeitung oder auf einer persönlichen Weihnachtskarte.
- Bei geselligen Adventstreffen, wo Anekdoten und lustige Geschichten ausgetauscht werden.
- Für einen lockeren Programmpunkt während der Bescherung, um die Stimmung aufzulockern.
- In einem Vortrag oder einer Lesung über unkonventionelle, humorige Weihnachtslyrik.
Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Das Gedicht spricht in erster Linie Erwachsene an, die den humorvollen Kontrast zur klassischen Weihnachtsidylle zu schätzen wissen. Es eignet sich hervorragend für Eltern, die den stressigen und manchmal enttäuschenden Seiten des Festes mit Humor begegnen. Jugendliche und ältere Kinder, die den doppeldeutigen Witz verstehen, werden es ebenfalls amüsant finden. Aufgrund der leicht derben Anspielung ist es weniger für Kleinkinder gedacht.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
Es ist weniger geeignet für sehr formelle oder offizielle Anlässe wie eine Weihnachtsfeier im Unternehmen oder einen Gottesdienst. Menschen, die einen rein besinnlichen, romantischen oder tiefreligiösen Weihnachtston erwarten, könnten den humoristischen Ansatz als unpassend oder gar pietätlos empfinden. Auch für einen Kreis, in dem derartige körperliche Humorelemente auf strikte Ablehnung stoßen, sollte man eine andere Textauswahl treffen.
Vortrags- und Inszenierungstipps
Der Vortrag lebt vom Timing und der Betonung. Beginnen Sie mit einer etwas gedehnten, fast monotonen Stimme, um die Öde und Leere der ersten beiden Zeilen zu unterstreichen. Vor der dritten Zeile sollte eine kleine, bewusste Pause liegen. Den Satz "Da lässt der Vater einen krachen." können Sie je nach gewünschter Wirkung betonen: entweder mit übertriebener Feierlichkeit oder mit einem verschmitzten Flüsterton. Das darauf folgende Lachen der Kinder kann durch ein helles, echtes Auflachen des Vortragenden oder durch eine entsprechende Gestik angedeutet werden. Die letzten beiden Zeilen sollten mit einem wissenden, zufriedenen Lächeln und in einem etwas ruhigeren, belehrenden Ton vorgetragen werden, der die ironische Moral unterstreicht.
Für eine Inszenierung in der Familie könnte ein Familienmitglied das Gedicht vortragen, während ein anderer (der "Vater") die knallende Geste pantomimisch oder akustisch (z.B. mit einer Knalltüte) untermalt. Eine visuelle Darstellung als kleines Theaterstück mit entsprechenden Posen - gelangweiltes Herumstehen, überraschtes Aufschauen, lautes Lachen - macht den Ablauf noch lebendiger.
Abschließende Empfehlung
Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie die Weihnachtsfeierlichkeiten einmal nicht mit Ernst und Pathos, sondern mit einer Portion bodenständigem Humor und einer Prise Schalk bereichern möchten. Es ist die ideale literarische Zugabe für den Moment, in dem alle Geschenke ausgepackt sind und eine lockere, gesellige Stimmung herrschen soll. Oder nutzen Sie es als charmantes Mittel, um im Vorfeld den eigenen Perfektionsanspruch an das Fest zu relativieren und sich daran zu erinnern, dass die schönsten Erinnerungen oft aus den ungeplanten, lustigen Pannen entstehen. Es ist ein Gedicht für Menschen, die Weihnachten lieben, aber auch über seine kleinen Macken lachen können.
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