Weihnachtsgedicht

Kategorie: lustige Weihnachtsgedichte

Weihnachtsgedicht

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit
es peinlich wird für viele Leit
weil sie nicht wissen - was zu sagen
wenn sie der Weihnachtsmann tut fragen
ob sie denn wüssten ein Gedicht
ein Vers, ein Lied
oder auch nicht
in vielen Fällen muss ich sagen
der Ruprecht hätt' nicht tun soll'n fragen
weil "lieber, guter Weihnachtsmann"
er kennt den Spruch schon viel zu lang
ich hab mir drum was ausgedacht
und hoff' das es euch Freude macht:

Weihnachtsmann, du alter Schwede
halt nicht erst 'ne lange Rede
packe die Geschenke aus
und verlasse unser Haus

Weihnachtmann, ich rate dir
geh' doch einmal zum Barbier
dein Kinn ist dann so glatt wie meins
und alle nennen dich Karl-Heinz

Weihnachtmann, ich rate dir
geh doch einmal zum Barbier
der Wattebausch in dein'm Gesicht
nein, darauf stehn die Frauen nicht

Lieber, guter Weihnachtmann
schaff mir einen Daimler ran
dann bring ich dich damit nach Haus
zur Freude von Frau Nikolaus

Weihnachtsmann, du alter Knilch
schenk mir ein Glas Buttermilch
und noch einen Becher Quark
und so Hunderttausend Mark

Weihnachtsmann, komm her mein Freund
wir basteln uns jetzt einen Joint
den rauchen wir gemeinsam
dann sind wir nicht mehr einsam

Weihnachtsmann, du alter Knacker
schenk mir was und geh vom Acker
Autor: unbekannt

Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung

Dieses erfrischende Weihnachtsgedicht wirkt wie ein befreiender Luftzug in der oft von Tradition und Zwängen geprägten Adventszeit. Es bricht bewusst mit der Erwartungshaltung an fromme oder sentimental-verschwommene Verse und ersetzt sie durch einen lockeren, frechen und direkt humorvollen Ton. Die Wirkung ist unmittelbar: Es löst Schmunzeln und Lachen aus, weil es die alljährliche Peinlichkeit des "Gedicht-Aufsagens" vor dem Weihnachtsmann thematisiert und dann mit überraschenden, modernen und teilweise schrägen Wünschen und Ratschlägen kontert. Es schafft eine ungezwungene Atmosphäre und eignet sich perfekt, um eine festliche Runde aufzulockern.

Ausführliche Interpretation des Gedichts

Das Gedicht gliedert sich klar in zwei Teile: eine längere, einleitende Rechtfertigung und eine Reihe von pointierten Strophen. Die Einleitung fungiert als geniale Meta-Ebene. Sie spricht das verbreitete Unbehagen an, wenn Kinder - oder auch Erwachsene - vor dem Weihnachtsmann stehen und etwas vortragen sollen. Der Dichter positioniert sich als Problemlöser, der "sich was ausgedacht" hat, um dieser Situation zu entkommen. Die folgenden Strophen sind dann die vermeintliche Lösung: keine devoten Bitten, sondern freche Ansprachen.

Jede Strophe wendet sich direkt an den "Weihnachtsmann" oder "Weihnachtmann", wobei die saloppe Anrede ("alter Schwede", "alter Knilch", "alter Knacker") sofort den respektlosen, kumpelhaften Ton setzt. Die Wünsche und Ratschläge sind eine bunte Mischung aus Absurdität (Buttermilch und Hunderttausend Mark), modernen Klischees (zum Barbier gehen, um bei Frauen zu punkten), materiellen Träumen (Daimler) und zeitgeistigen Anspielungen (gemeinsam einen Joint basteln). Diese Vielfalt spiegelt wider, wie unterschiedlich die Vorstellungen von einem perfekten Weihnachtsfest sein können - und bricht gleichzeitig mit allen. Die wiederholte Aufforderung, doch einfach die Geschenke auszupacken und zu gehen, unterstreicht den Wunsch nach unkomplizierter Bescherung ohne großes Zeremoniell.

Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?

Das Gedicht erzeugt eine durchweg heitere, unbeschwerte und leicht anarchische Stimmung. Es transportiert keinerlei Weihnachtsmystik oder tiefe Besinnlichkeit, sondern puren Spaß und eine gesunde Portion Ironie. Die Stimmung ist locker, fast schon frech, und lädt zum gemeinsamen Lachen ein. Es wirkt befreiend, weil es erlaubt, über die oft sehr ernst genommenen Weihnachtstraditionen zu schmunzeln und den Nikolaus einmal nicht als heilige Figur, sondern als "alten Knacker" zu sehen, dem man auch mal unverblümt die Meinung sagen kann. Es ist ein Gedicht für gute Laune.

Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?

Dieses Gedicht ist ein idealer Begleiter für festliche Zusammenkünfte, die nicht allzu steif sind. Es passt hervorragend zu einer modernen Weihnachtsfeier unter Freunden oder in einem lockeren Familienkreis, der über einen derben Scherz lachen kann. Es ist ein perfekter Beitrag für eine humoristische Adventsfeier im Verein oder im Büro, wo es die Runde auflockert. Zudem eignet es sich ausgezeichnet als unkonventioneller Beitrag in einem Weihnachtstheaterstück oder einem Sketch für Erwachsene. Selbst als amüsante Darbietung für einen Weihnachtsmann-Darsteller, der sich über originelle Ansprachen freut, ist es eine köstliche Abwechslung.

Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?

Die primäre Zielgruppe sind eindeutig Jugendliche ab etwa 16 Jahren und Erwachsene. Der Humor, die teils anzüglichen Anspielungen ("darauf stehn die Frauen nicht") und die Erwähnung von Joints setzen ein gewisses Lebensalter und Reife voraus, um die Pointen nicht falsch zu verstehen, sondern als bewusste Tabubrüche zu genießen. Besonders gut kommt das Gedicht bei Menschen an, die traditionelle Weihnachtsgedichte als etwas angestaubt empfinden und nach einer humorvollen Alternative suchen. Es spricht also eine eher moderne, unkonventionelle und humorbegeisterte Klientel an.

Für wen eignet sich das Gedicht weniger?

Von einem Vortrag vor kleinen Kindern ist dringend abzuraten. Die Inhalte sind für sie unverständlich und teils ungeeignet. Ebenso wenig passt das Gedicht zu sehr traditionellen, frommen oder formellen Weihnachtsfeiern, beispielsweise in einem streng kirchlichen Umfeld oder bei einer besinnlichen Familienandacht. Personen, die einen respektvollen und ernsthaften Umgang mit dem Weihnachtsfest und seinen Figuren pflegen, könnten sich durch den flapsigen Ton und die respektlosen Anreden vor den Kopf gestoßen fühlen. Hier wäre die Wahl eines klassischen Gedichts deutlich angebrachter.

Gib detaillierte Vortrags- und Inszenierungstipps

Der Vortrag lebt von einer selbstbewussten, lockeren und übertrieben frechen Haltung. Sprechen Sie die Einleitung mit einem verschwörerischen, augenzwinkernden Ton, als verrieten Sie ein großes Geheimnis. Bei den Strophen können Sie mit verschiedenen Stimmen und Haltungen experimentieren: Mal fordernd ("packe die Geschenke aus"), mal mitleidig-besserwisserisch ("geh' doch einmal zum Barbier"), mal träumerisch ("schaff mir einen Daimler ran") und mal komplett lässig ("wir basteln uns jetzt einen Joint").

Für eine Inszenierung in der Gruppe bietet sich eine szenische Lesung an: Eine Person spricht die Einleitung, und verschiedene andere Personen treten nacheinander vor, um jeweils eine Strophe an einen anwesenden Weihnachtsmann-Darsteller zu richten. Dieser kann mit entsprechenden Reaktionen (entrüstet, amüsiert, schockiert) spielen. Eine weitere Idee ist, die Strophen auf Zettel zu schreiben und aus einem Sack ziehen zu lassen - das erhöht die Spontaneität und den Überraschungseffekt.

Gib eine abschließende Empfehlung ab: Wann genau sollte man dieses Gedicht wählen?

Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie die Weihnachtsfeier mit einer guten Portion Humor und einer Prise Anarchie würzen möchten. Es ist die perfekte Wahl für den Moment, in dem die Stimmung bereits festlich, aber vielleicht noch ein wenig steif ist und einen entscheidenden Impuls zur Auflockerung braucht. Setzen Sie es gezielt ein, um bei einer Feier unter weltoffenen Erwachsenen für Gelächter und Gesprächsstoff zu sorgen. Es ist das Anti-Ernst-Gedicht für alle, die Weihnachten lieben, aber den übertriebenen Heiligenschein dabei gerne mal ablegen. Einfach auspacken, vortragen und sich über die sicherlich folgenden Lacher freuen.

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