Hell erleuchtet sind die Gassen
Kategorie: lustige Weihnachtsgedichte
Hell erleuchtet sind die Gassen
Hell erleuchtet sind die Gassen,Autor: unbekannt
still und ruhsam liegt der See,
auf der tiefverschneiten Strasse,
liegt n tot gefahrn'es Reh.
Weihnachten ist angekommen,
alle Kinder freun sich doll,
Mama ist grad hingefallen,
und Papa ist schon wieder voll.
Hell erleuchtet steht der CHristbaum,
denn grad fängt er zu brennen an.
Wer klopft da denn an das Tore?
Ist das wohl der Weihnachtsmann?
Doch es sind nur die Verwandten,
die da klopften an die Türe,
Omas, Opas, Onkels, Tanten,
die ollen Feiertagsgeschwüre.
Da kommt Knecht Ruprecht mit dem Schlitten,
knallt voll in Papas Manta rein.
Der sagt: "Warts ab, du hast gelitten,
dir schlag ich nun die Fresse ein!"
Alle Kinder sind am flennen,
in der Ferne kommt die Polizei,
der Christbaum ist immer noch am brennen,
und Heilig Abend ist vorbei.
- Kurze einleitende Zusammenfassung
- Ausführliche Interpretation
- Stimmung des Gedichts
- Geeignete Anlässe
- Zielgruppe
- Ungeeignete Zielgruppe
- Vortrags- und Inszenierungstipps
- Abschließende Empfehlung
Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung
Dieses Gedicht entfaltet eine unverwechselbare und schockierend komische Wirkung, indem es die konventionelle, idyllische Weihnachtslyrik mit brutaler Realität und schwarzem Humor kontrastiert. Es beginnt in traditioneller, fast romantischer Manier, um dann in eine absurde und chaotische Familienszene zu kippen, die den Leser durch ihre unerwartete Drastik und den trockenen Erzählton gleichermaßen verblüfft und amüsiert. Die Wirkung liegt in der gezielten Zerstörung von Weihnachtsklischees.
Ausführliche Interpretation des Gedichts
Das Werk lässt sich als eine Parodie auf klassische Weihnachtsgedichte verstehen, die den Kontrast zwischen gesellschaftlicher Erwartung und gelebter, oft enttäuschender Realität satirisch überzeichnet. Die erste Strophe bedient sich noch einer fast bildhaften, ruhigen Sprache ("still und ruhsam liegt der See"), die jedoch durch das plötzliche Bild des "tot gefahrn'es Reh" bereits einen ersten, makabren Bruch erzeugt. Dieser Bruch setzt sich in der zweiten Strophe fort: Auf die verkündete Ankunft des Festes und die kindliche Freude folgen sofort die Stürze und Alkoholexzesse der Eltern.
Die dritte und vierte Strophe steigern die Absurdität: Der Christbaum steht nicht schön, er fängt an zu brennen, und der erhoffte Weihnachtsmann entpuppt sich als ungeliebte Verwandtschaft, abwertend als "Feiertagsgeschwüre" bezeichnet. Der Höhepunkt der Eskalation wird in der fünften Strophe erreicht, in der die mythologische Figur des Knecht Ruprecht in einen Autounfall verwickelt ist und eine handfeste Schlägerei mit dem betrunkenen Vater androht. Die finale Strophe zeigt das vollständige Scheitern: weinende Kinder, nahende Polizei, der brennende Baum – das Fest ist im Chaos untergegangen. Die Schlusszeile "und Heilig Abend ist vorbei" wirkt dabei wie ein trockener, resignativer Kommentar zu diesem kompletten Desaster.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Das Gedicht erzeugt eine durchgängige Stimmung der desillusionierten Heiterkeit und des schwarzen Humors. Es beginnt mit einer trügerisch friedvollen Atmosphäre, die jedoch schnell in Beklommenheit und dann in eine Art fassungslose Belustigung umschlägt. Der Leser wird Zeuge einer immer weiter eskalierenden Kette von Peinlichkeiten und Katastrophen, die in ihrer Gesamtheit so überzeichnet sind, dass sie eher Lachen als Betroffenheit hervorrufen. Die Grundstimmung ist zynisch, aber nicht bösartig – sie entlarvt mit einem Augenzwinkern die Diskrepanz zwischen dem perfekten Weihnachtsklischee und der oft holprigen familiären Praxis.
Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?
Dieses Gedicht ist eine perfekte Wahl für gesellige Runden von Erwachsenen, die traditionelle Weihnachtsfeierlichkeiten humorvoll hinterfragen möchten. Es eignet sich ausgezeichnet für inoffizielle Weihnachtsfeiern im Freundeskreis, für Kabarett- oder Theaterabende mit satirischem Programm oder als amüsanter Beitrag in einem alternativen Weihnachtsmagazin. Zudem kann es in einem literarischen Kontext verwendet werden, um über die Grenzen und Klischees der Gattung "Weihnachtsgedicht" zu diskutieren. Für eine lockere Feier unter Kollegen, die dem üblichen Sentimentalitätsrausch etwas entgegensetzen möchte, ist es ebenfalls ein idealer Gesprächs- und Lacheröffner.
Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Das Gedicht spricht in erster Linie ein erwachsenes Publikum an, das mit den konventionellen Weihnachtstraditionen vertraut ist und den humorvollen Kontrast zu schätzen weiß. Ideal ist es für Personen ab einem Alter von etwa 18 Jahren, die schwarzen Humor und satirische Übertreibung zu schätzen wissen. Besonders ansprechend ist es für jene, die selbst schon die weniger glamourösen Seiten von Familienfesten erlebt haben und sich über die überzeichnete Darstellung amüsieren können. Menschen mit einem Sinn für literarische Parodie und gesellschaftskritische Untertöne werden den besonderen Reiz dieses Textes erkennen.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
Von einem Vortrag vor Kindern oder einem sehr konservativen, auf Harmonie bedachten Familienkreis ist ausdrücklich abzuraten. Das Gedicht ist aufgrund seiner drastischen Sprache ("voll", "Fresse", "Feiertagsgeschwüre") und der dargestellten Konflikte völlig ungeeignet für eine klassische, besinnliche Weihnachtsfeier mit allen Generationen. Ebenso wenig sollten Sie es wählen, wenn Sie ausschließlich traditionelle und ungebrochen positive Weihnachtsstimmung verbreiten möchten. Personen, die keinen Sinn für schwarzen Humor oder satirische Übertreibungen haben, könnten das Werk als geschmacklos oder verletzend empfinden.
Gib detaillierte Vortrags- und Inszenierungstipps
Der Erfolg des Vortrags lebt vom Kontrast. Beginnen Sie mit einer ruhigen, fast feierlichen Stimme, wie bei einem klassischen Gedicht. Halten Sie diese Haltung auch noch bei den ersten Zeilen der zweiten Strophe. Der erste Bruch ("Mama ist grad hingefallen") sollte mit einer leichten, trockenen Pause und einem minimalen Wechsel in einen sachlichen Berichtston gesprochen werden. Steigern Sie die Nüchternheit und das Tempo mit jeder weiteren Katastrophe. Die Zeile "die ollen Feiertagsgeschwüre" sollte mit einer deutlichen, zynischen Betonung vorgetragen werden.
Für die Schlägereiandrohung ("dir schlag ich nun die Fresse ein!") wechseln Sie in einen aggressiven, derben Tonfall, um dann sofort wieder in die nüchterne Erzählhaltung der Schlussstrophe zu verfallen. Die letzte Zeile ist entscheidend: Sprechen Sie sie langsam, mit einer fast gleichgültigen Endgültigkeit aus. Eine kleine Inszenierungsidee: Sie könnten anfangs mit einer Taschenlampe unter das Gesicht leuchten (für den "hell erleuchteten" Anfang) und diese dann beim Eintritt des Chaos ausschalten oder wild herumfahren lassen.
Gib eine abschließende Empfehlung ab: Wann genau sollte man dieses Gedicht wählen?
Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie eine festliche Zusammenkunft mit einer gehörigen Portion Realitätssinn und Lachen auflockern möchten. Es ist das perfekte Stück für den späteren Abend einer Weihnachtsfeier unter Freunden, wenn die erste steife Etikette verflogen ist und Raum für humorvolle Reflektion entsteht. Nutzen Sie es als pointierten Beitrag in einer selbstgestalteten Satire-Show oder als überraschenden Abschluss eines literarischen Abends zum Thema "Weihnachten". Es eignet sich hervorragend, um eine Diskussion über die oft übersehenen, chaotischen Seiten des Festes anzuregen. Wählen Sie es bewusst als Kontrapunkt zur allgegenwärtigen Zuckerbäckerei-Romantik – dann entfaltet es seine volle, erfrischend desillusionierende Wirkung und bleibt Ihren Zuhörern garantiert im Gedächtnis.
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