Weihnachtszeit

Kategorie: lustige Weihnachtsgedichte

Weihnachtszeit

Wenn Glöcklein dröhnen, Engel brüllen,
mit Radau die Ohren füllen,
wenn Radau ist überall,
und es mir mit lautem Knall
Flocken auf die Rübe schneit,
heissa dann ist Weihnachtszeit!
Autor: unbekannt

Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung

Das Gedicht "Weihnachtszeit" wirkt wie ein erfrischendes Gegenmittel zur oft besinnlich-verklärten Weihnachtslyrik. Statt stiller Nacht und sanfter Engel setzt es bewusst auf humorvolle Übertreibung und lärmende Bilder. Es karikiert mit einem Augenzwinkern den hektischen, mitunter ohrenbetäubenden Trubel der Festtage und verwandelt ihn in einen ausgelassenen, fast anarchischen Spaß. Der Leser wird sofort in eine lebhafte, turbulente Atmosphäre hineingezogen, die zum Schmunzeln und zum Mitfiebern einlädt.

Ausführliche Interpretation des Gedichts

Jede Zeile des Gedichts baut auf der kontrastierenden Umdeutung klassischer Weihnachtssymbole auf. Die "Glöcklein", sonst Sinnbild für feierlichen Klang, dröhnen hier unangenehm. Die "Engel", Inbegriff der Sanftmut, werden zu lautstarken Wesen, die brüllen. Das zentrale Stilmittel ist die gezielte Steigerung vom Lärm ("Radau") bis zum physischen Eindringen: Der "lauten Knall" und die "Flocken", die einem "auf die Rübe schneit", lassen Weihnachten nicht als besinnliche, sondern als äußerst handfeste und fordernde Erfahrung erscheinen. Der umgangssprachliche Ausdruck "Rübe" für den Kopf unterstreicht diese bodenständige, unverblümte Perspektive. Der jubelnde Ausruf "heissa" am Schluss ist dabei keineswegs ironisch, sondern Ausdruck einer unkonventionellen Freude über genau diese lautstarke, überbordende Festlichkeit. Es ist die Freude am Chaos, am gemeinsamen Trubel und an der ungefilterten Lebenslust, die in der traditionellen Weihnachtsliteratur oft zu kurz kommt.

Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?

Das Werk erzeugt eine ausgelassene, turbulente und durchweg heitere Stimmung. Es transportiert ein Gefühl von überschäumender Energie und geselligem Durcheinander. Jegliche Andacht oder introvertierte Besinnlichkeit wird zugunsten einer fröhlichen, fast karnevalesken Ausgelassenheit beiseitegeschoben. Die Leserschaft spürt den pulsierenden Rhythmus der Feiertage, wie sie in vielen Haushalten tatsächlich erlebt werden - voller Lachen, Kindergetrampel, knallender Korken und herzlicher Unordnung. Es ist die Stimmung des gemeinsamen Feierns im Kreise von Menschen, die keine perfekte Stille, sondern lebendiges Miteinander suchen.

Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?

Dieses Gedicht ist ein perfekter Programmpunkt für lockere, inoffizielle Weihnachtsfeiern. Es passt hervorragend zu Familienfesten mit vielen Kindern, bei denen ohnehin eine lebhafte Geräuschkulisse herrscht. Auch in geselligen Runden von Freunden oder unter Kollegen, die nach der offiziellen Firmenfeier noch zusammensitzen, kommt es ausgezeichnet an. Denkbar ist der Vortrag zudem als humorvoller Einstieg oder als erfrischende Pause während eines weihnachtlichen Unterhaltungsabends, um die Stimmung bewusst aufzulockern. Selbst auf einem modernen, unkonventionellen Weihnachtsmarkt oder bei einer stimmungsvollen Kegelweihnachtsfeier könnte es für Lacher sorgen.

Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?

Die Zielgruppe ist breit gefächert. Besonders begeistern wird es Kinder im Grundschulalter, die den überspitzen Humor und die lautmalerischen Worte ("brüllen", "Knall", "Radau") sofort verstehen und lieben. Ebenso spricht es Erwachsene an, die den Weihnachtstrubel aus eigener Erfahrung kennen und über die humorvolle Zuspitzung lachen können. Es eignet sich somit ideal für generationenübergreifende Veranstaltungen, bei denen der Fokus auf Geselligkeit und nicht auf tiefer Andacht liegt. Auch für Jugendliche, die traditionelle Gedichte vielleicht als zu altbacken empfinden, bietet dieser Text einen lockeren, zeitgemäßen Zugang zum Thema Weihnachten.

Für wen eignet sich das Gedicht weniger?

Weniger geeignet ist das Gedicht für Anlässe, die ausschließlich der stillen Einkehr und religiösen Besinnung gewidmet sind. Dazu zählen etwa die feierliche Christmette, ein adventliches Meditationskreis oder eine sehr traditionelle, ruhige Weihnachtsfeier. Menschen, die an Weihnachten ausschließlich Ruhe, Stille und ungestörte Reflexion suchen, könnten die turbulente Darstellung als störend oder unpassend empfinden. Auch für einen rein literarischen Abend mit Fokus auf hochpoetische, romantische oder melancholische Weihnachtslyrik würde dieser textlich eher schlichte und auf Effekt bedachte Beitrag wahrscheinlich fehl am Platz wirken.

Vortrags- und Inszenierungstipps

Der Vortrag sollte die lautstarke Dynamik des Textes widerspiegeln. Beginnen Sie mit einer etwas gedämpften, fast geheimnisvollen Stimme bei "Wenn Glöcklein dröhnen...", um dann die Lautstärke und das Tempo stetig zu steigern. Die Wörter "dröhnen", "brüllen" und "Radau" verdienen eine kräftige, fast schauspielerische Betonung. Vor der Zeile "und es mir mit lautem Knall" kann eine kunstvolle Pause die Spannung erhöhen. Den finalen Ausruf "heissa dann ist Weihnachtszeit!" bringen Sie am besten mit ausladender, freudiger Geste und voller Stimmkraft zu Gehör. Für eine Gruppeninszenierung bieten sich verteilte Rollen an: Eine Person spricht die "Wenn"-Sätze, eine andere antwortet mit dem "heissa"-Schluss. Geräuscheffekte wie ein Gong für den "Knall" oder Rasseln für den "Radau" können den Vortrag zusätzlich bereichern. Wichtig ist stets, den humorvollen, nicht bösartigen Ton zu treffen.

Abschließende Empfehlung

Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie die Weihnachtsfeierlichkeiten nicht nur besinnlich, sondern auch mit einer guten Portion Lebensfreude und Lachern füllen möchten. Es ist der ideale Text, um nach einem vielleicht zu langen oder zu ernsten Programmteil die Stimmung wieder aufzulockern und alle Gäste auf humorvolle Weise an die schönen Chaos-Momente der Festtage zu erinnern. Setzen Sie es als rhythmischen, energiegeladenen Kontrapunkt ein, der garantiert für Schmunzeln und gute Laune sorgt. Perfekt ist der Zeitpunkt, wenn die Gesellschaft bereits etwas aufgetaut ist, die Kinder unruhig werden oder einfach wenn Sie ein unvergessliches, fröhliches Highlight setzen wollen, das in bester Erinnerung bleibt.

Mehr lustige Weihnachtsgedichte

3.3 von 5 – Wertungen: 14