Plitsche, platsche Weihnachtszeit

Kategorie: lustige Weihnachtsgedichte

Plitsche, platsche Weihnachtszeit

Plitsche, platsche Weihnachtszeit
Nass überall, bald ist's soweit.
Wir wollen durch die Pfützen hüpfen
in bunte Regenmäntel schlüpfen.

Der gute Wassermann kommt dann
mit wunderschönen Gaben an.
Er gießt aus seinen gold'nen Kannen
uns Wasser in geschmückte Wannen.

Es klärt sich auf zum Wolkenbruch.
Aus Matsch ein Mann ist mein Versuch
Soll der Ersatz für'n Schneemann sein
Ich mische etwas Lehm hinein.

Und auf dem Kopf der Regenhut
steht dem Mann aus Erde richtig gut.
Es lässt sich auch ein Adler machen,
im Schlamm sehr gut, da wirst du lachen.

Und dann versuchen wir beim Rodeln
vom nassen Hang ein frohes Jodeln
Das wird ein neuer Spaß uns sein
und fröhlich stimmen alle ein:

Plitsche, platsche Weihnachtszeit
Nass überall, bald ist's soweit.
Autor: Greta Hennen

Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung

Das Gedicht "Plitsche, platsche Weihnachtszeit" wirkt wie ein erfrischendes Gegenmittel zur klassischen, oft von Schnee und Kälte geprägten Weihnachtslyrik. Es nimmt dem Regen und Matsch das Trübselige und verwandelt sie in eine Quelle für Kreativität und unkonventionelle Freude. Statt sich über verregnete Festtage zu ärgern, lädt es dazu ein, die Elemente zu umarmen und daraus einen ganz eigenen, fröhlichen Spaß zu entwickeln. Die Wirkung ist ansteckend und ermutigend - sie zeigt, dass die wahre Weihnachtsstimmung nicht vom Wetter abhängt, sondern von der eigenen Phantasie und der Bereitschaft, auch ungewöhnliche Momente zu feiern.

Ausführliche Interpretation des Gedichts

Das Gedicht baut auf einem cleveren Kontrast auf: Der Titel evoziert zwar die Weihnachtszeit, doch die ersten beiden Zeilen ("Plitsche, platsche Weihnachtszeit / Nass überall, bald ist's soweit.") etablieren sofort ein nasses, schneefreies Szenario. Dieser Widerspruch wird nicht beklagt, sondern zur Grundlage für eine neue Festtradition erklärt. Die Protagonisten - vermutlich Kinder - schlüpfen in "bunte Regenmäntel" und machen das Pfützenhüpfen zur vorweihnachtlichen Aktivität.

Eine geniale mythologische Erfindung folgt in der zweiten Strophe: Der "gute Wassermann" ersetzt den Weihnachtsmann oder den Nikolaus. Seine Gaben sind kein Spielzeug, sondern Wasser aus "gold'nen Kannen", das in "geschmückte Wannen" gegossen wird. Hier wird das Wasser selbst zum festlichen Geschenk und der Akt des Gießens zu einer Art zeremoniellem Ritual. Die dritte und vierte Strophe widmen sich der kreativen Verarbeitung der nassen Umgebung. Der "Versuch", aus Matsch einen Mann zu formen, ist ein direkter und humorvoller Ersatz für den Schneemann. Die Zugabe von Lehm zeigt pragmatisches Denken, und die Bemerkung, dass sich auch ein Adler formen ließe, unterstreicht den spielerischen, grenzenlosen Charakter dieser Matsch-Kunst. Die Krönung ist der "Regenhut" auf dem Erdmann-Kopf, eine köstliche ironische Geste.

Der Höhepunkt ist das "Rodeln" auf dem "nassen Hang", begleitet von einem "frohen Jodeln". Diese Zeilen verdichten den Kern der Botschaft: Aus jedem Untergrund, ob Schnee oder matschiger Hang, lässt sich ein Vergnügen ziehen, wenn man nur bereit ist, die Regeln des Spiels anzupassen. Der kreisförmige Schluss, der die erste Strophe wiederholt, bekräftigt diese neu geschaffene Tradition und lädt alle ein, in den fröhlichen Refrain einzustimmen.

Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?

Das Gedicht erzeugt eine durchweg heitere, unbeschwerte und erfrischend unkonventionelle Stimmung. Es ist frei von Nostalgie oder sehnsuchtsvoller Wehmut. Stattdessen dominiert ein Gefühl von spontaner Freude, kindlichem Entdeckergeist und robustem Optimismus. Die Atmosphäre ist lebendig, laut (durch Plitschen, Platschen, Jodeln) und farbenfroh (durch die bunten Regenmäntel). Es vermittelt das beglückende Gefühl, selbst unter weniger idealen Bedingungen etwas Besonderes erschaffen und eine gemeinsame, lustige Erfahrung teilen zu können. Die Stimmung ist ansteckend und lädt zum Mitmachen ein.

Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?

  • In der (Vor-)Weihnachtszeit bei Regenwetter: Es ist das perfekte Gedicht, um trübe Stimmung in einer Kindergartengruppe, Schulklasse oder Familie umzudrehen und zu Aktivitäten im Freien zu motivieren.
  • Für alternative Weihnachtsfeiern: Bei einer Feier, die nicht dem klassischen Familienidyll entspricht oder für Menschen, die keine weiße Weihnachten kennen, bietet es einen wunderbaren literarischen Bezugspunkt.
  • Als Beitrag in einer Jahreszeiten-Werkstatt: Im pädagogischen Kontext, wenn das Thema "Winter" oder "Wasser" behandelt wird, bietet es eine kreative Abwechslung zu frostigen Gedichten.
  • Beim Regen- oder Matschfest: Es kann als Motto oder Eröffnungsgedicht für ein ganzes Fest rund um das Element Wasser dienen.
  • Für Theater- und Sprachspielprojekte mit Kindern: Die klaren Bilder und die Handlung laden zur szenischen Umsetzung ein.

Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?

Die primäre Zielgruppe sind Kinder im Vor- und Grundschulalter (ca. 4 bis 10 Jahre). Die einfache, rhythmische Sprache, die konkreten, bildhaften Handlungen (hüpfen, schlüpfen, matschen, bauen) und der humorvolle Umgang mit einem für Kinder sehr relevanten Thema (Schnee vs. Matsch) sprechen diese Altersgruppe direkt an. Darüber hinaus eignet es sich hervorragend für Eltern, Erzieher und Pädagogen, die nach einer literarischen Möglichkeit suchen, mit Kindern über das Wetter und kreative Problemlösung zu sprechen. Auch für Erwachsene mit einem Sinn für charmanten, unverkitschten Humor kann es eine erfrischende Lektüre sein.

Für wen eignet sich das Gedicht weniger?

Das Gedicht eignet sich weniger für Leser oder Anlässe, die einen traditionellen, besinnlichen und ruhigen Weihnachtston suchen. Wer nach tiefgründiger Metaphysik, religiösen Bezügen oder romantischer Schneelandschaftslyrik sucht, wird hier nicht fündig. Es ist auch nicht das passende Gedicht für eine formelle, festliche Weihnachtsfeier im engsten Sinne, es sei denn, diese steht explizit unter einem unkonventionellen Motto. Menschen, die dem Chaos von Matsch und nassen Kindern eher ablehnend gegenüberstehen, könnten den Charme des Gedichts möglicherweise nicht vollends erfassen.

Vortrags- und Inszenierungstipps

  • Lautmalerei ausspielen: Betonen Sie die Wörter "Plitsche, platsche", "hüpfen" und "Jodeln" deutlich. Sie können beim Vortrag sogar leichte Hüpfbewegungen oder ein kleines Jodel-Intermezzo einbauen.
  • Stimmlage variieren: Sprechen Sie die Zeilen über den Wassermann mit einer geheimnisvollen, wunderbaren Stimme. Die Zeilen über den Matschmann können forschend und experimentierfreudig klingen.
  • Interaktion einbauen: Fragen Sie das Publikum: "Was würdet ihr aus Matsch bauen? Nur einen Mann oder vielleicht doch einen Adler?" Laden Sie zum gemeinsamen Sprechen des Refrains am Anfang und Ende ein.
  • Einfache Requisiten nutzen: Ein bunter Regenschirm, eine Gießkanne (golden angemalt) oder ein modellierter Lehmklumpen können den Vortrag visuell unterstützen.
  • Gruppeninszenierung: Teilen Sie die Strophen auf mehrere Sprecher auf - eine Gruppe sagt den Refrain, andere übernehmen die Strophen über den Wassermann, das Matschbauen oder das Rodeln. So entsteht ein lebendiges Klangbild.

Abschließende Empfehlung

Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn die klassische Weihnachtslyrik nicht zur realen Wetterlage oder zur gewünschten Stimmung passt. Es ist die ideale Wahl für einen verregneten Dezembertag, an dem Sie und Ihre Kinder trotzdem voller Vorfreude sein möchten. Nutzen Sie es als Aufmunterung, als Inspiration für draußen oder als humorvollen Beitrag in einer Runde, die das Fest einmal anders betrachten möchte. "Plitsche, platsche Weihnachtszeit" beweist, dass die Magie der Festtage nicht vom Barometer abhängt, sondern von der Freude am gemeinsamen Spiel und an der eigenen Kreativität. Es ist ein Gedicht, das nicht nur vorgetragen, sondern sofort in die Tat umgesetzt werden will.

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