Weihnachten
Kategorie: lustige Weihnachtsgedichte
Weihnachten
Zu Weihnachten, da sitzen wirAutor: Unbekannt
vorm Fernseher und trinken Bier.
Mama ist als erste blau
und kotzt schon vor der Tagesschau.
Dann tragen wir die Tante raus,
sie hält den Knabenchor nicht aus.
Und sofort nach Filmbeginn
schlägt längelang der Onkel hin.
Wenn dann sie Spannung langsam steigt,,
Auch Papa sich zur Seite neigt.
Sein Kopf ruht auf dem Schlummerkissen,
da will's auch Vetter Alfred wissen.
Er sagt noch einmal "Frohes Fe..."
und fällt dann dumpf vom Kanapee.
Die Kinder aber freuen sich
und rufen : "Jetzt wird's weihnachtlich!
Nun herrschet Friede hier im Haus.
Los Oma, hol die Schnäpse raus!"
- Kurze einleitende Zusammenfassung
- Ausführliche Interpretation
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht?
- Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Vortrags- und Inszenierungstipps
- Abschließende Empfehlung
Kurze einleitende Zusammenfassung
Das Gedicht "Weihnachten" wirkt wie ein erfrischendes Gegenmittel zur traditionellen, oftmals kitschigen Weihnachtslyrik. Stille Nacht und besinnliche Stimmung sucht man hier vergebens. Stattdessen entfaltet sich ein deftiges, humorvolles und zugleich schonungsloses Panorama einer Familienfeier, die im kollektiven Alkoholkonsum und einer Serie von Bewusstseinsverlusten endet. Die Wirkung ist unmittelbar komisch, provokant und erzeugt beim Leser ein ambivalentes Gefühl zwischen Schock und Wiedererkennen. Es demontiert mit beißendem Witz das Klischee der harmonischen Festtagsidylle und ersetzt es durch eine überzeichnete, aber nicht völlig unrealistische Alltagsszene.
Ausführliche Interpretation
Das Gedicht inszeniert Weihnachten nicht als spirituelles oder familiäres Ereignis, sondern als rein gesellschaftliches Ritual, dessen Ablauf vorhersehbar und von Trivialitäten geprägt ist. Der Fernseher und das Bier sind die zentralen Requisiten, die den Rahmen vorgeben. Die Handlung folgt einem klaren, sich steigernden Schema: Beginnend mit der "blauen" Mama, die "schon vor der Tagesschau" ihr Unwohlsein kundtut, setzt sich eine Kette von Ausfällen fort. Jede Strophe präsentiert ein neues "Opfer" der Festtagsgelage.
Interessant ist die Hierarchie des Zusammenbruchs: Zuerst sind es die Frauen (Mama, Tante), dann die älteren Männer (Onkel, Papa), bis schließlich auch der Vetter Alfred "dumf vom Kanapee" fällt. Dieser rhythmische Abgang der Erwachsenenwelt kontrastiert scharf mit der Reaktion der Kinder. Deren Ausruf "Jetzt wird's weihnachtlich!" ist die ironische Pointe des gesamten Textes. Für sie beginnt die eigentliche Besinnlichkeit erst, wenn die störende, vielleicht auch langweilige oder streitanfällige Erwachsenenwelt ausgeschaltet ist. Der finale Aufruf an die Oma, die Schnäpse herauszuholen, unterstreicht dies: Die Jugend übernimmt das Kommando und setzt das Ritual auf ihre eigene, unbekümmerte Weise fort. Das Gedicht endet somit nicht in Tristesse, sondern in einer Art befreiender, anarchischer Weihnachtsfreude.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Die Grundstimmung ist eindeutig humoristisch-satirisch und von einer trockenen, beinahe dokumentarischen Beobachtung geprägt. Es herrscht keine böswillige, sondern eine liebevoll-überzeichnete Stimmung vor, die viele Leser aus ihrer eigenen Erfahrung kennen mögen. Durch die knappen, reimenden Verse und die schnelle Abfolge der Ereignisse entsteht eine fast slapstickartige Dynamik. Gleichzeitig schwingt ein Hauch von Melancholie oder zumindest Realismus mit: Hinter der Komik verbirgt sich die Frage nach dem eigentlichen Sinn eines Festes, das oft mehr aus Pflicht und Konsum als aus echter Gemeinschaft besteht. Die finale Stimmung ist jedoch befreiend - ein Lachen über die Absurdität mancher Traditionen.
Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht?
Dieses Werk eignet sich hervorragend für gesellige Runden, die humorvolle und unkonventionelle Beiträge zu schätzen wissen. Ideal ist der Vortrag bei einer lockeren Weihnachtsfeier unter Freunden oder Kollegen, die bereits das eine oder andere Glas Punsch getrunken haben. Es passt perfekt in ein Programm, das neben klassischen Weihnachtsgeschichten auch Platz für schwarzen Humor bietet. Zudem ist es ein ausgezeichneter Eisbrecher für Familienfeiern, die entspannt genug sind, um über sich selbst lachen zu können. Für literarische Kabarett-Abende oder Themenlesungen zum "anderen Weihnachten" ist es ein absolutes Muss.
Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Primär spricht das Gedicht ein erwachsenes Publikum an, das über die beschriebenen Situationen aus eigener Anschauung verfügt. Ideal sind Leser und Zuhörer ab einem Alter von etwa 25 Jahren, die bereits einige Weihnachtsfeste in verschiedenen Konstellationen erlebt haben. Jugendliche und junge Erwachsene können den rebellischen Unterton und die Kritik an den etablierten Erwachsenen besonders goutieren. Grundsätzlich eignet es sich für alle, die eine humorvolle und nicht-idealistische Perspektive auf das Fest schätzen und über die Tücken familiärer Zusammenkünfte schmunzeln können.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
Von einem Vortrag vor einem sehr konservativen oder streng religiösen Publikum ist abzuraten. Personen, die Weihnachten als ein ausschließlich besinnliches und frommes Fest verstehen, könnten sich durch die derbe Darstellung vor den Kopf gestoßen fühlen. Ebenso wenig eignet es sich für Feiern mit kleinen Kindern im Raum, da die Thematik für sie nicht verständlich und die erwähnten Vorgänge eventuell nicht erklärungswürdig sind. Auch in extrem formellen oder offiziellen Rahmen - etwa einer Weihnachtsansprache in der Kirche oder vor der Stadtverwaltung - wäre die Wahl dieses Textes ein gewagtes Unterfangen.
Vortrags- und Inszenierungstipps
Der Erfolg des Vortrags lebt von der Balance zwischen trockener Darstellung und pointierter Betonung. Lesen Sie das Gedicht nicht zu übermütig, sondern mit einer gewissen nüchternen, fast nachrichtensprecherhaften Gelassenheit. Steigern Sie jedoch das Tempo leicht, um die sich überstürzenden Ereignisse widerzuspiegeln. Wichtige Pointern wie "Jetzt wird's weihnachtlich!" sollten durch eine kurze Pause davor und eine deutliche, vielleicht leicht glückliche Betonung hervorgehoben werden.
Für eine Inszenierung in der Gruppe bietet sich ein kleines Schattenspiel oder eine stumme pantomimische Untermalung an: Jeder Vers könnte von einer Person dargestellt werden, die dann entsprechend "ausfällt". Eine andere Idee ist der Vortrag als "Breaking News"-Meldung, bei dem der Sprecher als Reporter aus dem "Krisengebiet Wohnzimmer" berichtet. Wichtig ist, den humorvollen, nicht bösartigen Charakter stets im Blick zu behalten.
Abschließende Empfehlung
Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie die Weihnachtsfeier auflockern und für erheiternde Momente sorgen möchten. Es ist der perfekte Beitrag, wenn die Stimmung bereits gut ist und Sie das Programm mit einer unerwarteten, erfrischenden Note bereichern wollen. Nutzen Sie es als Kontrastpunkt nach sehr traditionellen oder sentimentalen Beiträgen, um den Abend auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Es eignet sich hervorragend als humorvoller Abschluss eines literarischen Teils oder einfach als gesprochener Beitrag zwischen zwei Weihnachtsliedern. Kurz gesagt: Greifen Sie zu diesem Gedicht, wenn Sie und Ihr Publikum bereit sind, das perfekte Weihnachten mit einem zwinkernden Auge zu betrachten und die schöne Unvollkommenheit echter Feste zu feiern.
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