(Ge-) Wichtel- Maren

Kategorie: lustige Weihnachtsgedichte

(Ge-) Wichtel- Maren

Es war einmal vor vielen Jahren,
da lebte eine Damen namens Maren.
An einem schönen Wintermorgen,
wollte sie ihr Brot besorgen.
Sie ging zuerst, so wie immer,
vom Bett heraus ins Badezimmer.
Danach ging Sie, wer denkt das nur,
vom Badezimmer in den Flur.
Als sie vor der Haustür war,
glaubt sie nicht, was sie da sah.
Dort saß mit Stolz auf einer Tanne,
ein Wichtelchen vom Weihnachtsmanne.
Als das Wichtelchen sie sah,
fuhr es sich nur kurz durchs Haar
und sagte dann mit festem Blick:
"Liebe Maren, du bist etwas zu dick!
Du hast schon zu viel Brot gegessen
und dabei dein Gewicht vergessen.
Darum schenke ich dir für Herz, Hirn und Bauchspeicheldrüse,
in diesem Jahr einfach Gemüse."
So war die Maren, dem Wichtel sei Dank,
nach kurzer Zeit schon wieder schlank.
Autor: Matthias Krimmer

Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung

Das Gedicht "(Ge-) Wichtel-Maren" von Matthias Krimmer entfaltet seinen Charme durch eine unerwartete Wendung im vertrauten Rahmen einer Weihnachtsgeschichte. Es beginnt als schlicht erzählte Alltagsbegebenheit, die jedoch durch das Auftauchen eines unverblümten Wichtels in eine humorvolle und leicht moralisierende Parabel umschlägt. Die Wirkung liegt in der überraschenden Direktheit der Figur, die mit ihrer schlichten Diagnose und pragmatischen Lösung - Gemüse statt Brot - für Erheiterung sorgt. Letztlich vermittelt das Werk eine heitere Botschaft der Selbstbesinnung, verpackt in eine winterlich-märchenhafte Begegnung, die mit einem positiven Ausklingen endet.

Ausführliche Interpretation des Gedichts

Matthias Krimmers Gedicht lässt sich als moderne, humoristische Fabel lesen. Die Protagonistin Maren wird in ihrer alltäglichen Routine gezeigt - vom Aufstehen über den Gang ins Badezimmer bis zum Plan, Brot zu kaufen. Diese Normalität wird jäh durchbrochen, als ein Wichtel "mit Stolz auf einer Tanne" thront. Diese Platzierung verleiht der Figur Autorität und stellt eine Verbindung zur traditionellen Weihnachtsikonographie her. Der Wichtel agiert nicht als Helfer, sondern als unbestechlicher, fast therapeutischer Bote. Seine Kritik "du bist etwas zu dick!" ist frei von jeder Weihnachtslyrik-Romantik und wirkt gerade deshalb komisch. Die Nennung von "Herz, Hirn und Bauchspeicheldrüse" verleiht der Aussage eine pseudo-medizinische Note und unterstreicht den belehrenden Charakter auf amüsante Weise. Die Lösung ist simpel und radikal: Statt süßer oder deftiger Weihnachtsleckereien gibt es Gemüse. Der schnelle, problemlose Ausgang - "nach kurzer Zeit schon wieder schlank" - parodiert die oft komplexe Realität von Diätgeschichten und mündet in eine heile Märchenwelt, in der ein kleiner magischer Eingriff genügt. Das Gedicht kommentiert damit auch unsere zeitgenössischen Themen wie Körperbewusstsein und Ernährung, ohne dabei schwerfällig zu werden.

Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?

Das Werk erzeugt primär eine heitere und leicht spöttische Stimmung. Der einfache, erzählende Rhythmus und die Reimform schaffen zunächst eine erwartbare, gemütliche Atmosphäre. Diese wird jedoch durch den unvermittelten und frechen Kommentar des Wichtels in eine Richtung gelenkt, die den Leser schmunzeln lässt. Es herrscht keine bösartige oder verletzende Ironie, sondern ein augenzwinkernder, liebevoller Spott. Die abschließende Lösung und das positive Ende hinterlassen ein Gefühl der Genugtuung und einer gewissen Leichtigkeit. Insgesamt ist die Grundstimmung unterhaltsam und unbeschwert, mit einem deutlichen Schuss skurrilem Humor, der die weihnachtliche Idylle charmant durchbricht.

Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?

Dieses Gedicht bietet sich für verschiedene gesellige Anlässe an. Es ist eine perfekte, unkonventionelle Zugabe für eine gemütliche Weihnachtsfeier im Freundes- oder Familienkreis, besonders wenn die Stimmung locker ist. Auf einem Adventskaffee oder beim Plätzchenbacken kann es für einen amüsanten Moment sorgen. Darüber hinaus eignet es sich hervorragend für gesellige Runden, in denen humorvolle Beiträge erwünscht sind, oder auch als humorvoller Einwurf in einem literarischen Programm, das nicht allzu ernst ist. Selbst bei einem Themenabend rund um gesunde Ernährung in der Weihnachtszeit könnte es als launige Einstimmung dienen.

Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?

Die Zielgruppe sind vor allem erwachsene Leser und Zuhörer, die humorvolle Abweichungen von klassischer Weihnachtsliteratur zu schätzen wissen. Jugendliche ab etwa 14 Jahren, die Ironie und leichte Satire verstehen, können ebenfalls großen Gefallen an dem Gedicht finden. Es spricht Personen an, die keine Berührungsängste mit humoristischen Anspielungen auf Figur oder Ernährung haben und die es genießen, wenn traditionelle Weihnachtsmotive auf unerwartete Weise neu interpretiert werden.

Für wen eignet sich das Gedicht weniger?

Vorsicht ist geboten bei einem sehr traditionellen oder formellen Weihnachtspublikum, das ausschließlich besinnliche und tiefgründige Lyrik erwartet. Für kleine Kinder ist der Inhalt aufgrund der Thematik und der fehlenden bildhaften Action weniger geeignet. Zudem sollten Sie das Gedicht meiden, wenn Sie sich in einer Runde befinden, in der das Thema Gewicht oder Diäten ein sensibles Feld darstellen könnte. Menschen, die humoristische Ansätze in Verbindung mit Weihnachten generell ablehnen, werden mit diesem Text wahrscheinlich wenig anfangen können.

Detaillierte Vortrags- und Inszenierungstipps

Um den vollen Witz des Gedichts zur Geltung zu bringen, sind bei einem Vortrag gezielte Inszenierungselemente empfehlenswert. Beginnen Sie mit einer ruhigen, fast monotonen Erzählstimme, um die Alltäglichkeit von Marens Morgenroutine zu unterstreichen. An der Stelle "glaubt sie nicht, was sie da sah" sollten Sie eine deutliche Pause einlegen und den folgenden Vers mit gespannter Verwunderung vortragen. Die Worte des Wichtels verlangen nach einem kompletten Stimmungswechsel: Sprechen Sie diese Zeilen mit fester, selbstbewusster und etwas hochnäsiger Stimme, als wäre Sie der Wichtel persönlich. Betonen Sie besonders die Worte "dick", "Brot gegessen" und "Gemüse". Ein fester Blick in das Publikum bei der Zeile "mit festem Blick" verstärkt die Wirkung. Den abschließenden Vers können Sie dann wieder mit der anfänglichen Erzählstimme, jedoch mit einem zufriedenen, leicht triumphierenden Unterton sprechen. Für eine Gruppeninszenierung könnte eine Person die Erzählerrolle übernehmen, eine weitere die Wichtelstimme mimt.

Abschließende Empfehlung

Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie in einer weihnachtlichen Geselligkeit für einen unerwarteten, lustigen und erfrischend unverkitschten Moment sorgen möchten. Es ist die ideale literarische Zugabe, wenn die Stimmung bereits locker ist und Raum für Schmunzeln und Augenzwinkern besteht. Nutzen Sie es als Kontrastpunkt in einem Programm mit eher ernsten Beiträgen oder als Einstieg in eine gesellige Plauderrunde. "(Ge-) Wichtel-Maren" beweist, dass Weihnachtsgedichte nicht immer nur vom Schnee, dem Christkind und der Stille handigen müssen, sondern auch mit einem modernen, lebensnahen und humorvollen Twist daherkommen können, der im Gedächtnis bleibt.

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