Es Weihnachtet sehr
Kategorie: lustige Weihnachtsgedichte
Es Weihnachtet sehr
Advent, Advent ein Lichtlein brenntAutor: Norbert
plötzlich nicht nur die Kerzen brennen
es ist wahr, man glaubt es kaum
es brennt der ganze Weihnachtsbaum.
Draußen vom Walde kam er her
so grün und prächtig, gefiel uns sehr.
Bunt geschmückt und im Lichterrausch
strahlte er im ganzen Haus.
Wie konnte es geschehen, dass er fing zu brennen an?
Rocky, der Hund der nicht reden kann,
war dabei, er hat`s gesehen.
Er bellte laut und ergriff die Fluch,
auf der Diele er das Weite sucht.
Knecht Ruprecht und Santa Claus
brachten Gaben hier ins Haus.
Santa Claus total bezecht, suchte halt am Weihnachtsbaum.
Frohe Weihnacht, aus der Traum.
Das geschmückte Zimmer nun schwarz und voller Rauch
Sankt Niklas und Knecht Ruprecht sind es auch,
packen panisch die verbrannten Gaben ein.
Was für ein Weihnachtsfest, dass kann doch wohl nicht sein!
St. Niklas hackevoll, im Schlitten auf den Sozius krachte,
Knecht Ruprecht, das Ren Gespann geschwind nach Hause brachte.
- Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung
- Ausführliche Interpretation des Gedichts
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?
- Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Vortrags- und Inszenierungstipps
- Abschließende Empfehlung
Kurze einleitende Zusammenfassung der Wirkung
Das Gedicht "Es Weihnachtet sehr" von Norbert wirkt wie eine humorvolle und turbulente Weihnachtsballade, die das klassische Bild besinnlicher Festlichkeit auf skurrile Weise dekonstruiert. Statt stiller Nacht und friedlicher Freude entfaltet sich eine Kaskade von Pannen: Ein brennender Baum, ein flüchtender Hund und betrunkene Weihnachtsmänner sorgen für eine komische und überraschende Wirkung, die beim Leser ein schockiertes Lachen hervorruft. Es ist eine erfrischende und unkonventionelle Alternative zu den typischen, oft sentimentalen Festtagsgedichten.
Ausführliche Interpretation des Gedichts
Norberts Werk lässt sich als eine moderne, burleske Parodie auf traditionelle Weihnachtsmotive lesen. Der Aufbau folgt zunächst vertrauten Mustern ("Advent, Advent ein Lichtlein brennt"), um diese dann abrupt zu unterminieren. Der Weihnachtsbaum, Symbol für Leben und Hoffnung, verwandelt sich hier in eine Feuersbrunst. Diese Katastrophe wird nicht durch ein höheres Schicksal, sondern durch menschliches (oder besser: mythologisch-menschliches) Versagen ausgelöst. Santa Claus, eigentlich Inbegriff der Güte, erscheint "total bezecht" und damit als Ursache des Debakels.
Interessant ist die Rolle des Hundes Rocky. Als stummer Zeuge ("der nicht reden kann") und erster Flüchtling personifiziert er den gesunden Menschenverstand und den Instinkt zur Selbsterhaltung, der den betrunkenen mythischen Figuren abhandengekommen ist. Die Schlussszene, in der der angetrunkene "St. Niklas" einen Unfall baut und Knecht Ruprecht mit dem "Ren Gespann" flüchtet, komplettiert das Bild eines völlig desaströsen und chaotischen Festes. Die wiederholten Ausrufe des Ungläubigens ("man glaubt es kaum", "Was für ein Weihnachtsfest, dass kann doch wohl nicht sein!") unterstreichen die absurde Komik der Situation. Das Gedicht endet nicht mit Versöhnung, sondern mit hektischer Flucht - eine ironische Brechung jedes weihnachtlichen Heilsversprechens.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Das Gedicht erzeugt eine eindeutig komische und leicht schwarzhumorige Stimmung. Es ist weniger besinnlich oder herzerwärmend, sondern vielmehr amüsant und erfrischend desillusionierend. Durch die schnelle Abfolge der Missgeschicke entsteht eine fast slapstick-artige Atmosphäre, die an eine turbulent-komische Weihnachtsfilm-Szene erinnert. Gleichzeitig schwingt, besonders in der Beschreibung des "schwarzen, vollen Rauchs" und der "verbrannten Gaben", eine leichte Note der Katastrophe mit, die jedoch stets durch den übertriebenen Ton ins Lächerliche gezogen wird. Insgesamt dominiert eine heitere Stimmung, die das Fest von seinem hohen Sockel holt.
Für welche Anlässe eignet sich das Gedicht besonders?
Dieses Gedicht ist ein perfekter Beitrag für lockere Weihnachtsfeiern im Freundes- oder Kollegenkreis, wo man über die typische Festtagshektik und eventuelle Pannen gemeinsam lachen kann. Es eignet sich hervorragend für gesellige Runden, die humorvolle Unterhaltung schätzen, sowie für literarische Adventstreffen, die auch unkonventionelle Texte in den Blick nehmen. Zudem ist es eine ausgezeichnete Wahl für einen Sketch oder eine kleine szenische Lesung während der Festtage, um für Lacher und Auflockerung zu sorgen.
Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Das Gedicht spricht in erster Linie ein erwachsenes Publikum an, das mit den traditionellen Weihnachtsklischees vertraut ist und den humorvollen Bruch damit zu schätzen weiß. Jugendliche ab etwa 14 Jahren, die einen Sinn für ironische und etwas schräge Komik entwickeln, können ebenfalls großen Gefallen an der Geschichte finden. Es ist ideal für Menschen, die in der Weihnachtszeit auch mal über die vermeintliche Perfektion des Festes lachen und sich über selbst erlebte oder befürchtete kleine Katastrophen amüsieren möchten.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
Für sehr kleine Kinder ist das Gedicht weniger geeignet, da die Vorstellung eines brennenden Weihnachtsbaums und betrunkener Weihnachtsmänner beunruhigend oder verwirrend wirken könnte. Ebenso könnte es bei Personen, die einen sehr traditionellen, tiefreligiösen oder ausschließlich besinnlichen Zugang zum Weihnachtsfest pflegen und jegliche humoristische Behandlung ablehnen, auf Unverständnis oder sogar Ablehnung stoßen. Wer nach einem ergreifenden oder rührenden Text für einen feierlichen Gottesdienst oder ein stilles Familienritual sucht, sollte eine andere Wahl treffen.
Vortrags- und Inszenierungstipps
Für einen gelungenen Vortrag empfehle ich einen deutlichen Kontrast zwischen der einleitenden, fast singenden Betonung des ersten, vertrauten Verses und der dann einsetzenden, immer schneller und dramatischer werdenden Erzählweise. Die Stimme sollte die wachsende Panik und das Chaos widerspiegeln. Besondere Betonung können Sie auf die komischen Schlüsselwörter legen: "total bezecht", "hackevoll", "krachte".
Für eine Inszenierung in der Gruppe bietet sich eine Aufteilung der Rollen an: Ein Erzähler, eine Stimme für Rocky (mit Bellen), einer für Santa Claus (mit betrunkenem Slur) und einer für Knecht Ruprecht (hektisch). Einfache Requisiten wie eine feuerrote Lampe für den brennenden Baum oder ein Glockengebimmel, das in hektisches Scheppern übergeht, unterstreichen die Szene. Der Vortrag sollte temporeich sein und mit einem pointierten, resigniert-komischen Ton auf der letzten Zeile enden.
Abschließende Empfehlung
Wählen Sie dieses Gedicht genau dann, wenn Sie die Weihnachtsfeierlichkeiten mit einer guten Portion Humor und einer Prise gesunder Schadenfreude auflockern möchten. Es ist der ideale Text für den Moment, wenn nach all der besinnlichen Vorfreude und dem Geschenkestress der Wunsch nach einem ehrlichen, gemeinsamen Lacher über die Absurditäten des Festes aufkommt. "Es Weihnachtet sehr" ist das perfekte Antidot zu übertriebener Weihnachtsromantik und beweist, dass die schönsten Erinnerungen manchmal aus den grandios gescheiterten Katastrophen entstehen.
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